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Dzsenifer Marozsán - kunstvolle Pragmatikerin

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Länderspiel der Frauen I Fußball - Dzsenifer Marozsán - kunstvolle Pragmatikerin

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Die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen stellt sich im EM-Qualifikationsspiel gegen Irland (Samstag 14 Uhr/live im ZDF) auf Widerstand ein. Eine Aufgabe für Dzsenifer Marozsán.

Dzsenifer Marozsan am 04.03.2020
Dzsenifer Marozsán spielt seit 2010 für die A-Nationalmannschaft.
Quelle: imago

Wenn Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Irland (Samstag 14 Uhr/live im ZDF) betont, ihre Spielerinnen seien unterschiedlich belastet, dann ist das fraglos richtig. Dzsenifer Marozsán gehört zu jenen Kräften, die bereits am meisten trainiert und gespielt haben.

Frauenfußball | EM-Quali -
DFB-Frauen gegen Irland in voller Länge
 

Fußball: EM-Qualifikation der Frauen, Deutschland gegen Irland in voller Länge. Reporter: Norbert Galeske

Videolänge:
97 min

Seit Ende Juni ist sie mit ihrem Verein Olympiquem Lyon wieder im Training, hat vor drei Wochen die Women’s Champions League gewonnen. "Wir haben uns zunächst mit Lauf- und Krafttraining fit gehalten, dann kam eine lange Phase der Ungewissheit dazu", erzählt die 28-Jährige im Gespräch mit ZDFheute. "Man hat eigentlich nie abgeschaltet, das war schon sehr speziell. Der Sommerurlaub ist weggefallen."

Fünf Mal die Champions League gewonnen

Das Finalturnier der weiblichen Königsklasse war nach der abgebrochenen Saison in Frankreich der Re-Start für Deutschlands dreimalige Fußballerin des Jahres, die das fünfte Mal (einmal mit dem 1. FFC Frankfurt, vier Mal mit Lyon) den Henkelpott in den Händen hielt.

"Wir haben Geschichte geschrieben, aber es war schon sehr speziell, weil das Feeling schon komisch war", sagt die Spielmacherin. Auf dem Platz und in der Kabine sei gefeiert worden, danach ging es zurück nach Lyon - "aber mehr war nicht".

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Interview

Equal Pay, auf jeden Fall - aber man müsse auch an Equal Play denken, sagt Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Interview mit Tibor Meingast - und appelliert auch an eine bessere Vermarktung des Frauenfußballs.

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4 min
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Weder vom FC Bayern im Viertelfinale (2:1) noch vom VfL Wolfsburg im Finale (3:1) ließ sich der französische Topverein stoppen, doch Marozsán glaubt: "Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger."

Es haben alle großen Vereine die Nase voll, dass wir vorneweg gehen.
Dzsenifer Marozsán

Vor allem in England erwächst viel Konkurrenz. "Ich hatte auch ein Angebot aus England. Ich habe mir Zeit gelassen mit meiner Entscheidung. Lyon ist der weltweit beste Verein, es gibt bei dem Präsidenten (Jean-Michel Aulas, Anm. d. Red.) keine Unterschiede zwischen Männer- oder Frauenmannschaft." Marozsán fühle sich "wertgeschätzt, mir geht’s gut, hier ist es wunderschön". Bis 2023 ist sie vertraglich an Lyon gebunden.

Interview mit Alexandra Popp

"Nicht optimal" hätten die DFB-Frauen die WM 2019 gestaltet, sagt Alexandra Popp im Interview mit Tibor Meingast, jedoch nähmen Team und Trainerstab seitdem eine gute Entwicklung.

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Die Mitspielerinnen wissen, dass kaum jemand eine so gute Ballbehandlung und so viel Übersicht hat wie die außerhalb des Platzes eher zurückhaltende Technikerin, die einst in der deutschen Nationalmannschaft unter Bundestrainerin Steffi Jones die Kapitänsbinde trug. Es war letztlich eher Last als Lust für eine Spielerin, die öffentliche Lobeshymnen vielleicht am wenigsten braucht.

100. Länderspiel steht vor der Tür

Die deutsche Nummer zehn weiß, dass es im Essener Stadion an der Hafenstraße - ohne Zuschauer – gegen die noch ungeschlagenen Irinnen nicht leicht wird. "Das ist eine sehr robuste Mannschaft, die einem das Leben schwer machen kann." Marozsán erinnert sich noch gut an einen mühevollen 3:2-Sieg aus der WM-Qualifikation vor sechs Jahren in Irland, als in letzter Minute eine gedachte Flanke von Melanie Leupolz ins Netz segelte.

Der Doppelpack in der EM-Qualifikation - am Dienstag geht es in Montenegro weiter - ist für Marozsán besonders bedeutsam, weil sie dann ihr 100. Länderspiel bestreiten kann. Es ist bei bisher 98 Einsätzen nur noch ein kleiner Schritt zum Jubiläum: "Wenn ich daran denke, bekomme ich Gänsehaut. Das kann ja nicht jeder von sich behaupten", gesteht die Tochter des ungarischen Nationalspielers Janos Marozsán, die bei ihrem ersten Länderspiel im Oktober 2010 gegen Australien für Birgit Prinz eingewechselt wurde.

Sara Däbritz im Interview

Mit der Partie der EM-Qualifikation gegen Irland nehmen die DFB-Frauen den Spielbetrieb wieder auf. Sara Däbritz berichtet im Interview mit Tibor Meingast über die Fortschritte im Team.

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1 min
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Was kommt noch für sie? Die EM ist auf 2022 verschoben, die WM 2023 findet in Australien und Neuseeland statt. Marozsán mag in Corona-Zeiten nicht mehr zu weit in der Ferne zu schweifen. "Wenn bei mir bis 2023 gesundheitlich alles in Ordnung ist, gibt es natürlich das Ziel noch einmal eine WM zu spielen. Ich werde dann fast schon 32 sein - aber warum nicht? Es ist der einzige Titel, der mir noch fehlt, aber ich mache mir bestimmt keinen Druck, den noch unbedingt gewinnen zu müssen." So spricht die kunstvolle Pragmatikerin.

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