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Fußball - Frauen - Mittags Ratschlag vor dem Abschied

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Ex-Fußball-Nationalspielerin Anja Mitttag steht vor dem Karriereende. Für die Spielerinnen des VfL Wolfsburg hat sie zum Champions-League-Finale einen Tipp parat.

Archiv: Anja Mittag (RB Leipzig) klatscht mit Fans ab
Anja Mittag.
Quelle: imago

Die 158-fache Nationalspielerin Anja Mittag bestreitet am Samstag für RB Leipzig ihr letztes Spiel. Für den VfL Wolfsburg hat die 35-Jährige im Finale der Women’s Champions League (Zusammenfassung des Spiels nach Abpfiff bei ZDFonline) einen guten Tipp.

Schluss nach 18 Jahren Leistungssport

Mittag verspürt auf der Zielgeraden in erster Linie Dankbarkeit. "Für alle Momente, die mir der Sport ermöglichst hat, die Freundschaften, die  ich geschlossen habe, und dass ich die positive Entwicklung des Frauenfußballs über Jahre miterleben durfte." So begründete die Angreiferin von RB Leipzig auf Instagram ihren Entschluss, sich nach "18 Jahren Leistungssport" von der aktiven Bühne zu verabschieden.

Die noch zu DDR-Zeiten in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geborene Leistungssportlerin sieht den Entschluss als unausweichlich an.

Meine Motivation für größere Anforderungen ist nicht mehr vorhanden.
Anja Mittag

Das Landespokalfinale Sachsen zwischen RB Leipzig und Phönix Leipzig in der nordsächsischen Kleinstadt Taucha am Samstag wird zu ihrem Abschiedsspiel. Weil das Landratsamt Nordsachsen das vorgelegte Hygienekonzept genehmigte, sind 520 Zuschauer zugelassen. Die Tickets sind allesamt vergriffen.

Mittags Rat: Hoch anlaufen, früh stören

Anja Mittag
Anja Mittag im Nationaltrikot.
Quelle: dpa

Durch den Zweitliga-Aufstieg der RB-Frauen sind beide Teams bereits für den DFB-Pokal qualifiziert. Nach Mittags letztem Endspiel steht im spanischen San Sebastian das Champions-League-Finale zwischen dem VfL Wolfsburg und Olympique Lyon am Sonntag an. Die Weltmeisterin und  Olympiasiegerin hat selbst 2016/2017 das VfL-Trikot getragen – und mit Turbine Potsdam 2010 im spanischen Getafe gegen Lyon die weibliche Königsklasse gewonnen, obwohl sie im Elfmeterschießen scheiterte.

Zuletzt sicherte sich das Olympique-Ensemble mit der deutschen Spielmacherin Dzsenifer Marozsan vier Mal in Folge die Trophäe. Dennoch glaubt Mittag an die Chance ihres Ex-Vereins. "Lyon spielt seit Jahren auf ganz hohem Niveau und ist gespickt mit Weltklasse-Spielerinnen. Die Mannschaft kennt die Situation, Finalspiele zu bestreiten, wie kein anderes Team. Aber trotzdem sehe ich Chancen für den VfL, denn Lyon mag es nicht, wenn sie hoch angelaufen und im Spielaufbau gestört werden", sagt Mittag gegenüber ZDFheute.

Frankreich holt auf

Die Fußballerin kennt auch die französische Liga. 2015/2016 stand die Ausnahmestürmerin mit dem großen Aktionsradius bei Paris Saint-Germain unter Vertrag, das am vergangenen Mittwoch im Halbfinale gegen Olympique erneut lange ebenbürtig war. Hat nun Deutschland oder Frankreich im Frauenfußball die Nase vorn?

"Beide Ligen sind im Grunde sehr ähnlich. Jedoch finde ich, dass die französische Liga in der Ausbildung von Talenten noch ein Tick mehr Wert auf Technik legt als in Deutschland. Dagegen hat die Bundesliga die Nase vorn im Bereich Athletik", erklärt Mittag. Ob die Frauen-Bundesliga noch die stärkste Liga der Welt ist, sei schwierig zu sagen. "Auf jeden Fall ist die Konkurrenz durch die Ligen in England und Frankreich größer geworden. Allgemein holen aber auch andere Länder wie Schweden und Italien mit ihren Vereinen immer mehr auf."

Mittag bleibt dem Fußball erhalten

Ihre Auslandserfahrungen – vor allem beim schwedischen Spitzenklub FC Rosengard - will sie rückblickend nicht missen. Denn die Nicht-Berücksichtigung für die Heim-WM 2011 durch die damalige Bundestrainerin Silvia Neid schiebt Mittag darauf, dass sie damals eine harte Zeit bei Turbine Potsdam durchlief. Sie sei zu diesem Zeitpunkt "schon zu lange" im Klub gewesen, und der Fußball habe sie "damals nicht glücklich gemacht".

Dabei kann "Muruk" – wie sie von den meisten Mitspielerinnen genannt wurde - eigentlich nicht ohne Fußball. Und so ist es nur folgerichtig, dass Mittag dem Frauenfußball erhalten bleibt. In der vergangenen Saison war sie bereits mit Scouting und Spielanalyse betraut. Individualtrainerin nennt sich ihre Jobbeschreibung für die Zukunft. "Ich werde dem wunderbarsten Sport der Welt weiterhin erhalten bleiben und versuchen, mit meinem Wissen und meiner Erfahrung den Frauenfußball weiter nach vorne zu bringen."

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