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Positionspapier von Frauen - Acht Forderungen an den Fußball

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Mit einem Positionspapier melden sich neun prominente Frauen zu Wort, um im deutschen Fußball insgesamt endlich mehr Vielfalt in den Führungspositionen herzustellen.

Archiv: Fahnen mit dem Logo des DFB wehen am 15.04.2016 in Frankfurt am Main
Frauen sind im DFB unterrepräsentiert. Das pranein Positionspapier von neun prominenten Frauen an.
Quelle: dpa

In einem Positionspapier fordern neun prominente Frauen, endlich mehr Vielfalt im deutschen Fußball herzustellen. Ihr Ziel: mehr Frauen in Führungspositionen des DFB.

Der Unmut über fehlende Geschlechtergerechtigkeit oder mangelnde Beteiligung an den Entscheidungsprozessen im kriselnden Profifußball bestand bei neun prominenten Frauen schon länger. Zunächst schickten sie sich nur hin oder wieder WhatsApp-Nachrichten, SMS oder Emails. Nun aber konfrontieren sie den deutschen Fußball mit acht Forderungen.

In einem Positionspapier fordern prominente Frauen aus der Welt des Sports, mehr Vielfalt im deutschen Fußball herzustellen. Ihr Ziel: mehr Frauen in Führungspositionen des DFB.

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Es geht um Gleichheit und Geschlechtergerechtigkeit, die Unterstützung von Frauen im Berufsfeld Fußball und die angemessene Anerkennung Fußball spielender Frauen. Und sie wollen mitreden: Es könne nicht sein, dass immer noch mehr als 90 Prozent der wichtigen Positionen von Männern besetzt sind.

Prominent besetzte Gruppe

"Die Vielfalt der Spieler*innen auf dem Platz und bei den Menschen, die sich für den Fußball begeistern, spiegelt sich nicht in seinen Führungsgremien wider", heißt es in einem Positionspapier, das Almuth Schult (Torhüterin beim VfL Wolfsburg), Bibiana Steinhaus (Schiedsrichterin), Claudia Neumann (ZDF-Kommentatorin), Gaby Papenburg (Präsidentschaftskandidatin für den Berliner Fußball-Verband), Helen Breit (Vorsitzende der Fanorganisation "Unsere Kurve"), Jana Bernhard (Geschäftsführerin der Sponsorenvereinigung S20), Katja Kraus (Geschäftsführerin Jung von Matt Sports), Katharina Kiel (Geschäftsführerin talentzone) und Sandra Schwedler (Aufsichtsratsvorsitzende FC St. Pauli) gezeichnet haben.

Der wirtschaftliche und kulturelle Nutzen gemischtgeschlechtlicher Teams ist in der Arbeitswelt hinlänglich nachgewiesen. Zudem hat der Fußball als gesellschaftlicher Impulsgeber die Aufgabe, seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden
Auszug aus dem Positionspapier

Es gebe viele Frauen, "die die Kompetenz, die Erfahrung und die Integrität mitbringen, um Führungspositionen zu übernehmen." Ihnen müsste endlich die Chance gegeben werden, sich zu beweisen. Nach der Studie "Equal Play 2019" würde die Hälfte der im Sport beschäftigen Frauen aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt. "Das ist ein verheerender Zustand, den es unmittelbar zu verändern gilt."

Auch die Vereine sind unter Druck

Daher wird mit dem Positionspapier gefordert, 30 Prozent Frauen in Präsidium, Vorstand und Geschäftsführung bei Verbänden bis 2024, aber auch in Aufsichtsräten eines jeden Profivereins zu installieren. Jeder Klub soll bis dahin im Vorstand oder in der Geschäftsführung mindestens eine Frau haben. Die zweite Führungsebene soll in den nächsten drei Jahren paritätisch besetzt werden. Zudem werden Programme zur Chancengleichheit, Gehaltstransparenz, bessere Rahmenbedingungen, eine geschlechtergerechte Sprache auf allen Ebenen des Fußballs und eine konsequente Sanktionierung jeder Form von Sexismus und Diskriminierung gefordert.

"Weil sie einfach nicht vorkommen", brauche es mehr Frauen in Führungspositionen, sagt Gaby Papenburg von der Initiative "Fußball kann mehr". Diese fordert eine Frauenquote.

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Es geht nicht gleich darum, das Präsidentenamt beim Krisenverband DFB zwingend mit einer Frau aus diesem Neuner-Zirkel zu besetzen. Aber, dass allein diese Drohkulisse für manch einen um seine Pfründe bangenden Funktionär im Raum steht, der sich in heiklen Situationen meist auf seine Männerfreundschaften verlassen konnte, gefällt der prominenten Vorreiterrunde.

DFB-Krise hat den Reformbedarf offen gelegt

Der Frauenanteil im Hauptamt liegt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) derzeit bei 30 Prozent, bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sogar bei 41 Prozent, aber in den obersten Zirkeln sind Männer unter sich. Die DFB-Krise hat den Reformbedarf offengelegt.

Der gerade zurückgetretene Präsident Fritz Keller schlug in seiner Abschiedserklärung einen "auf Vertrauen und Zuverlässigkeit aufbauenden Führungsstil, insbesondere unter Einbeziehung von Diversitätsgedanken" vor. Weil Frauen vermutlich nicht ein solches Ränkespiel aufgeführt hätten wie jene Männer, die sich unter dem DFB-Dach monatelang schlimmer bekämpft haben als halbstarke Jungs auf dem Pausenhof.

Claudia Neumann und  Gladbachs U23-Fußballtrainer Heiko Vogel
Kommentar

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