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Fußball - Bundesligen - Fans mit Konzept statt viel Krach

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Die organisierte Fan-Szene hat die Corona-Pause genutzt, um Vorschläge für die Umgestaltung des Profifußballs zu erarbeiten. Und setzt die DFL damit unter Zugzwang.

30.11.2018, Düsseldorf, Fußball: bundesliga, Fortuna Düsseldorf - FSV Mainz 05: Fans von Fortuna Düsseldorf protestieren mit einem Banner mit der Aufschrift "Für fangerechte Anstoßzeiten".
Fans protestieren immer wieder für Fußball-Tradition
Quelle: Ina Fassbender/dpa

"Ultras drohen mit Spielabbrüchen." Seit Schlagzeilen wie dieser ist kein halbes Jahr vergangen. Nach beleidigenden Plakaten gegen TSG Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp hatte der DFB für den Wiederholungsfall einen Drei-Stufen-Plan vorgelegt, an dessen Ende der Spielabbruch drohte.

Abgekühlte Konflikte in der Corona-Pause

Die Corona-Krise hat neben allen negativen Begleiterscheinungen dazu geführt, dass sich die Tonlage zwischen den aktiven Fans und den Verbänden DFB und DFL versachlicht hat. Die Übergabe der Fan-Erklärung "Unser Fußball" an DFB-Präsident Fritz Keller Mitte August wurde mit freundlichen Worten und Bildern begleitet. In dem Papier wird eine "basisnahe, nachhaltige und zeitgemäße" Umgestaltung des Profifußball gefordert.

Archiv: Fans aus Pappe in Mönchengaldbach am 09.04.2020

Fußball - Zuschauer-Konzepte - Fan-Gruppen: "Alle oder keiner" 

Die Stadien der Fußball-Bundesliga könnten bald zum Teil für Publikum geöffnet werden. Ultras und ultra-nahe Fans sträuben sich gegen solche Konzepte.

von Heiko Buschmann

"Da keine Fans mehr ins Stadion konnten, hat sich der Konflikt zwangsläufig nicht weiter zugespitzt", sagt Manuel Gaber, einer der Sprecher von "Unser Fußball" gegenüber zdfsport.de: "Außerdem hat der Profi-Fußball zu Beginn der Corona-Krise versucht, sich in Demut zu üben. Das lässt zwar spürbar nach, aber die Hauptthemen sind aktuell: Wie verhält sich der Fußball in der Pandemie und was wollen wir grundsätzlich ändern?"

Vernetzung vorangetrieben

So hart es gerade für die aktiven Fans war, nicht mehr ins Stadion zu können - die Abstinenz führte dazu, die Stimme anders zu erheben. "Wir als aktive Fans haben seit Beginn der Pandemie auf jeden Fall mehr Zeit, uns zu vernetzen und Positionen zu erarbeiten", sagt Manuel Gaber: "Wir sind gerade dabei auf der Basis unserer Erklärung konkrete Reformvorschläge auszuarbeiten - dabei ist es schnell zur Realität geworden,  dass wir uns online mehrmals in der Woche bundesweit über die Details austauschen."

Bislang haben mehr als 13.000 Einzelpersonen und 2650 Fan-Organisationen die Erklärung unterschrieben, in der unter anderem eine gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder, die Einführung eines nationalen Financial Fairplays und die eindeutige Begrenzung von Investoreneinflüssen gefordert. Zu den Unterstützern gehören auch Ultra-Gruppen und Fan-Bündnisse, die zurzeit nicht am Dialog zwischen Fans und den Verbänden in der AG Fankulturen teilnehmen.

Fans: Ein Ziel, mehrere Wege 

"Es besteht ein sehr großer Konsens darüber, was geändert werden muss“, sagt Manuel Gaber: "Dabei wollen einige Organisationen auf jeden Fall in den Dialog mit den Verbänden gehen, andere haben damit schlechte Erfahrungen gemacht und fordern erstmal Veränderungen von Seiten der Verbände. Aber was die Ziele angeht, gehen alle in die gleiche Richtung."

Seit Juli erarbeiten fünfzig Fans in Arbeitsgruppen zu allen Punkten der allgemeinen Erklärung konkrete Konzepte aus, die im September vorgestellt werden sollen. Dann liegt der Ball bei der DFL, die ihrerseits eine Task Force Profi-Fußball einrichten will. "Der Druck auf die DFL ist hoch, bei vielen ist der Erwartung da , dass sich tatsächlich etwas ändert", sagt Gaber: "Die Corona-Zeit führt auch dazu, dass sich viele vom Fußball abwenden - es wird spannend sein zu sehen, wie sich der Fußball bewegt, um die Leute zu halten."

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