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"Der Fokus sollte auf den Ligen liegen"

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Alexander Rosen: - "Der Fokus sollte auf den Ligen liegen"

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Reisen bleibt im Fußball aktuell ein Reizthema. Hoffenheim-Manager Alexander Rosen sieht Länderspiele kritisch, nimmt jedoch die Klubs aufgrund ihrer Hygienekonzepte in Schutz.

TSG-Sportdirektor Alexander Rosen sieht den Klubfußball gut gegen die Pandemie gerüstet.

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Wer nun schuld an den steigenden Infektionszahlen im Profifußball ist, kann auch der Direktor Profifußball der TSG Hoffenheim nicht genau sagen. Ein Verdacht aber schwingt in den Aussagen von Alexander Rosen mit, wie er im "aktuellen sportstudio" über Länderspielreisen sagt.

"Da treffen 50 Menschen aus 40 verschiedenen Standorten zusammen. Die reisen teilweise in Linienflügen, mit zahlreichen Zwischenstopps, gehen anschließend zu ihren Vereinen zurück."

Schutz durch schlüssige Hygieneregeln

Den Betrieb der Bundesliga und die internationalen Klubwettbewerbe sieht Rosen durch schlüssige Hygieneregeln deutlich besser geschützt. Europa-League-Spiele wie das der Hoffenheimer kommende Woche beim tschechischen Vertreter FC Slovan Liberec stellen für ihn ein deutlich geringeres Risiko dar.

"Wenn wir als TSG reisen, reisen wir als Blase, die auf einem Spielplatz auf eine andere Blase trifft, die sonst nichts miteinander zu tun haben", so Rosen. Diesen feinen Unterschied dürfe man in der Diskussion um Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht außer Acht lassen.

Rosen: Ligen sollten in den Fokus rücken

"Die Vermischung, diese Kontaktzahlen, sind bei Nationalmannschaften was anderes, als wenn man als Gruppe, die sowieso die ganze Zeit zusammen ist, reist, und auf eine andere Gruppe unter den gleichen Voraussetzungen trifft. Der Fokus sollte in diesen Zeiten deshalb auf den Ligen liegen, nicht auf Länderspielen", forderte der TSG-Funktionär.

Rosen sieht den Profifußball und Profiligen nicht in einer Sonderrolle, sondern wies auf die Vorreiterrolle hin, die deren Konzepte für andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens liefern könnten. "Ich wünsche mir, dass auch andere Branchen ihre Konzepte umsetzen dürfen. Dass wir unseren Beruf ausüben dürfen, ist ein Privileg, das andere nicht haben."

Erfolgreiche Modelle als Maßstab

Rosen forderte nationale Verbände, Ligen und internationale Verbände auf, über bereits erfolgreiche Modelle nachzudenken, die die Finalrunden der Champions League und der Europa League zum Ende der vergangenen Saison geliefert hätten.

Die Königsklasse und die Europa League spielten ihre Saison 2019/2020 jeweils in einer Stadt unter strengsten Hygienevorgaben aus. Trotz der steigenden Infektionsfälle im Fußball dürfe man erfolgreiche Konzepte wie das der Bundesliga und der internationalen Finalrunden nicht in Frage stellen. Er mache sich durchaus Sorgen um den Spielbetrieb der Bundesliga.

Hoffenheim: Neun positive Corona-Tests

Kein anderer Bundesliga-Klub war zuletzt von Infektionen nach Länderspielen so betroffen wie die Kraichgauer. Nach insgesamt neun positiv getesteten Spielern seit Oktober befand sich der TSG-Kader bis vergangenen Montag sogar in einer siebentägigen Quarantäne. "Wenn dir ein Topstürmer wie Andrej Kramaric fünf Wochen lang fehlt, ist das ein entscheidender Faktor", so Rosen.

Die TSG war mit einem Antrag gescheitert, das Ligaspiel gegen den VfB Stuttgart um einen Tag auf Sonntag verlegen zu lassen. Beim 3:3 musste TSG-Trainer Sebastian Hoeneß eine auf fünf Positionen veränderte Mannschaft aufs Feld schicken. Einen Tag später hätte er womöglich mehr Spieler zur Verfügung gehabt.

Rosen: Vereine müssen Zeichen setzen

Zuletzt hatte Rosen angeregt, Vereine müssten die gängige Abstellung ihrer Nationalspieler überdenken und ein Zeichen setzen. Nur Arminia Bielefeld und Werder Bremen aber hatten ihre Nationalspieler aufgrund behördlicher Anweisungen nicht in Risikogebiete reisen lassen.

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