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Frankreichs Klub-Fußball im Chaos

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Ligue 1 und die Corona-Krise - Frankreichs Klub-Fußball im Chaos

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Die Corona-Krise sorgt im französischen Fußball für reichlich Zündstoff. Zwar steht jetzt eine Regelung zum Gehaltsverzicht, gleichzeitig gibt es aber Streit ums TV-Geld.

Prinzenparkstadion von Paris St. Germain
Gesperrtes Prinzenparkstadion von Paris St. Germain
Quelle: Reuters

Zehn Spieltage waren in der Ligue 1 noch zu spielen, als der Klub-Fußball in Frankreich von der Corona-Krise ausgebremst wurde. Wie in der Bundesliga sollen die Partien mit aller Macht noch über die Bühne gebracht werden - vor leeren Rängen und wenn es sein muss mit Spielen bis in den Herbst.

Ein Drittel der Vereine vom Bankrott bedroht

Komplett einig sind sich die Vereine der obersten Spielklasse allerdings nicht. Denis Le Saint, der Präsident von Aufsteiger Stade Brest, sprach sich bereits für einen sofortigen Abbruch der Saison aus und sorgte damit für große Unruhe unter den Klubchefs. Bei einem Abbruch wäre mehr als ein Drittel aller Profi-Vereine vom Bankrott bedroht.

Gemeinsam mit ihren Spielern haben sich die Klubs mittlerweile auf einen begrenzten Gehaltsverzicht mit mehreren Stufen geeinigt. Ab einem Monatsgehalt von 10.000 Euro müssen sich Profis auf eine Kürzung von mindestens 20 Prozent einstellen. Je höher die Monatsgage, desto höher ist die Kürzung. Top-Verdiener wie Neymar (36 Millionen Euro netto pro Jahr) oder Kylian Mbappé (18 Millionen Euro netto pro Jahr) von Paris Saint Germain müssen auf die Hälfte ihres Einkommens verzichten.

Kurzarbeit bei Paris Saint Germain

Nasser Al-Khelaifi
PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi
Quelle: dpa

Liga-Krösus PSG hat vor einigen Tagen für seine etwa 450 Mitarbeiter bereits Kurzarbeit beantragt. Gleichzeitig spielen die Pariser, genauer gesagt die Katar Sports Investment, die den Verein 2011 übernommen hat, für die gesamte Liga eine Schlüsselrolle.

Denn PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi ist auch Chef des Pay-TV-Senders "BeInSport", der gemeinsam mit "Canal Plus" die TV-Rechte der französischen Liga noch bis zum Saisonende hält. Dass er beide Funktionen ausüben darf, sorgt bei vielen Vereins-Verantwortlichen immer wieder für Kopfschütteln.

TV-Sender verweigern TV-Raten

Nun hat "BeIn Sport" wie "Canal Plus" die Rate der TV-Gelder vom 5. April (von etwa jeweils 110 Millionen Euro ist die Rede) nicht bezahlt und bezieht sich dabei auf einen Passus im Vertrag. Die am 5. Juni fällige letzte Rate wird wohl ebenfalls nicht überwiesen, so haben es beide Sender bereits durchsickern lassen.

An dieser Stelle kommt jetzt "Mediapro" ins Spiel. Der spanische Sender hat sich von 2020 bis 2024 für insgesamt 780 Millionen Euro und 304 Spiele pro Saison die Rechte der Ligue 1 gesichert.

Neuer Rechteinhaber steht bereit - oder auch nicht

Jaume Roures, der Chef von Mediapro, schlug jetzt vor, aufgrund der Unstimmigkeiten zwischen dem Ligaverband LFP und den aktuellen Rechteinhabern bereits die verbleibenden 101 Spiele der laufenden Saison zu übertragen. Dafür würde man den Klubs auch einen Vorschuss überweisen. Bis dato hat man bei "Mediapro" allerdings noch nicht einmal damit begonnen, eine Redaktion aufzustellen.

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