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Löw mahnt und kritisiert deutlich

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Fußball | Nations League - Löw mahnt und kritisiert deutlich

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Das späte 1:1 der DFB-Elf gegen Spanien ärgert den Bundestrainer. Viel mehr nervt Löw aber die Beschränkung des Wechselkontingents und das "Hammerprogramm" im Herbst.

Es war von Anfang bis Ende kein durchgängig harmonisches Bild, das die deutsche Nationalmannschaft bei ihrem Re-Start nach fast zehn Monaten Zwangspause bot. Das fing schon beim Abspielen der Nationalhymnen in der weitgehend verwaisten Stuttgarter Arena an, als sich die Spieler zunächst mit einigem Sicherheitsabstand voneinander aufstellten, als würde noch absolutes Kontaktverbot bestehen.

Erst als die deutsche Hymne erklang, rückten alle zusammen und umarmten sich. Die durchaus widersprüchliche Zeremonie passte gut zum Wechselbad der Gefühle, eines anfangs ordentlichen, in der Schlussphase aber konfusen Auftritt zum Auftakt der Nations League. Insofern gab das 1:1 (0:0) gegen Spanien den Leistungsstand gut wieder.

Führung durch Timo Werner - Robin Gosens frustriert

Luis Jose Gaya glich in der sechsten Minute der Nachspielzeit die Führung von Timo Werner (51.) noch aus, nachdem die deutsche Abwehr gleich zwei Kopfballduelle verloren hatte. Und es passte irgendwie, dass Robin Gosens als Wegbereiter des 1:0 nun hinter der Außenlinie liegend vor dem 1:1 die Abseitsstellung des Torschützen aufhob - das aber gar nicht wusste. "Heute Abend habe ich wieder was gelernt", betonte der Debütant von Atalanta Bergamo am ZDF-Mikrofon, dem der späte Ausgleich "ordentlich auf den Zünder" ging. Der 26-Jährige hatte die ganze Palette von Lust und Frust bei seinem couragierten Einstand auf der linken Außenbahn mitgenommen.

Die besten Szenen aus der Partie der Fußball-Nations-League zwischen Deutschland und Spanien. Mit Live-Kommentar von Béla Réthy.

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Für besondere Gefühlsregungen stand an diesem Sommerabend im Neckarpark auch Bundestrainer Joachim Löw. Gut, das späte Gegentor hatte er "fast schon erwartet", weil Kraft und Konzentration zusehends schwanden. So gestattete die Löw-Elf dem Gegner einen Belagerungszustand, bei dem auch Haudegen Sergio Ramos seine ganze Körperlichkeit in die Waagschale warf - und letztlich mit einer Aktion bei einem nicht gegebenen Tor von Ansu Fati (90.+4) für die Ausdehnung der Nachspielzeit sorgte.

Löw ärgert sich über nur drei Auswechslungen

Löw ärgerte sich vor dem anstehenden Auswärtsspiel in der Schweiz (Sonntag, 20:45 Uhr/live im ZDF) vor allem darüber, dass die UEFA in der Nations League nur noch drei Auswechslungen und nicht fünf wie zuvor in Champions League und Europa Leage erlaubt. Das kann und will der 60-Jährige nicht verstehen.

Da muss ich mal Kritik äußern: Wenn nicht jetzt, wann dann? Man hätte sagen sollen, dass fünf Wechsel Sinn machen.
Bundestrainer Joachim Löw

Nachdem Löw seine Kritik im ZDF geäußert hatte, legte er später in der digitalen Pressekonferenz nach und verschärfte gar die Tonart: "Gerade jetzt! Gerade jetzt!"

Leroy Sané mit Krämpfen ausgewechselt

Weil einige Spieler fast direkt aus dem Urlaub kämen, andere noch mitten in der Vorbereitung stecken würden, seien einige Spieler "auf dem Zahnfleisch" gegangen, "die waren richtig platt". Leroy Sané, nach 63 Minuten mit Krämpfen ausgewechselt, sagte, er sei nach der langen Reha allenfalls "bei 80 Prozent".

Löw schwant Böses, wenn er auf den zugepflasterten Terminplan fast ohne Winterpause blickt. Über das "Hammerprogramm" sei er nicht glücklich, da sich die Belastung "auf die Gesundheit, die Fitness und die Qualität niederschlägt". Im März, April und Mai nächsten Jahres, so Löws düster klingende Voraussage, würden die Akteure "ausgelaugt" sein.

Analyse und Interviews zum Nations-League-Spiel Deutschland - Spanien (1:1)

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25 min
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Löw beklagt Missstände im Profifußball

Einerseits mag es ja verwunderlich klingen, wenn ein Fußballlehrer nach dem ersten Pflichtspiel der Saison über die Überlastung klagt, andererseits ist Löw so lange im Geschäft, dass er Missstände im Profifußball nicht das erste Mal mit allem Nachdruck anspricht. Obwohl der DFB ja selbst betont, "dass Länderspiele für uns eine Art wirtschaftliche Lebensversicherung sind", wie Generalsekretär Friedrich Curtius sagte, stellte sich Löw gegen die bereits vereinbarten Länderspiele.

"In zehn Tagen drei Spiele wie im Oktober und November - damit bin ich nicht einverstanden. Dass man da noch zwei Freundschaftsspiele reinlegt, macht aus sportlicher Sicht wenig Sinn. Der Terminkalender ist wahnsinnig voll. Ich habe immer gesagt, die Gesundheit der Spieler steht über allem." Gerade in Corona-Zeiten sollte das ja doch Prämisse sein, hätte er noch anfügen können.

Archiv: 03.09.2020: Torwart Anthony Lopes von der portugiesischen Nationalmannschaft hängt sich an das Tor während des UEFA-Nationalliga-Spiels gegen Kroatien im Dragao Stadion in Porto.

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