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Spanien - Deutschland - Kein klassischer Klassiker

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In der Nations League stehen sich am Abend Spanien und Deutschland gegenüber. Dass dieses Topduell aus dem gängigen Schema der Klassiker ausbricht, belegt die Statistik.

Fußball-EM 1988: Deutschland - Spanien
Bei der Heim-EM 1988: Lothar Matthäus und Spaniens José Antonio Camacho begrüßen sich
Quelle: imago

Für die Definition des Begriffs Klassiker liefert der Duden Attribute wie "zeitlos", "modern" und "beständig". Insofern passt das Gütesiegel nur bedingt für die Ansetzung des Nations-League-Spiels zwischen Deutschland und Spanien (Dienstag, 20:45 Uhr / ARD). Das liegt weniger am gegenwärtigen Leistungsvermögen der beiden Fußball-Großmächte, als vielmehr an dem zu unterschiedlichen Verlauf der Formkurven in der Vergangenheit.

Die Nationalmannschaft Spaniens tanzte anders als der glorreiche Vereinsfußball in den Nachkriegsdekaden bis hinein in die 80er Jahre lange in der zweiten Reihe des Weltfußballs. Während die Iberer zumeist die finalen Runden großer Turniere verpassten, glänzte Deutschland damals schon regelmäßig erfolgreich als Turniermannschaft auf großer Bühne.

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Herzschlag-Duelle gegen Spanien lange Mangelware

Unvergesslich geblieben – ob gewonnen oder verloren - sind dabei bis heute lang zurückliegende nervenaufreibende Endspiele gegen Engländer, Holländer, Argentinier sowie Halbfinals gegen Italiener oder Franzosen. Aus diesen denkwürdigen Begegnungen bezieht der Begriff Klassiker gemeinhin seine Berechtigung im internationalen Fußball. Spiele gegen Spanien fanden bis in die 90er Jahre vorrangig in der Gruppenphase statt. Deutschland siegte oft eher schmucklos oder flog vorzeitig blamabel raus - wie etwa bei der EM 1984 nach dem 0:1 in Paris. 

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Wann immer aber Deutschland auf Spanien trifft und es um etwas geht, ist eines garantiert: ganz viel Taktik und knappe Spielausgänge. Ob in den Sechzigern bei der WM in England beim 2:1 in Birmingham oder dem 0:1 im verlorenen EM-Finale 2008 – egal ob zuvor die Favoritenrolle fest vergeben war, es ging stets hauchdünn zu.

Tor-arm und knapp

In bislang zehn Pflichtspielen konnte bislang nur zweimal ein Team mit zwei Treffern Differenz gewinnen. Alle anderen Begegnungen endeten Unentschieden oder mit einem knappen Resultat mit nur einem Tor Unterschied. Und noch etwas ist auffällig: Nur zweimal fielen mehr als zwei Treffer – nämlich drei - in einem Pflichtspiel.

Während es gegen andere Großkaliber des Weltfußballs wie Brasilien oder selbst gegen die notorischen Defensivkünstler aus Italien zuweilen zum offenen Schlagabtausch mit vielen Toren kam, dominierten bei den Ergebnissen gegen die Iberer die Zahlen 0 und 1. Lediglich in Testspielen, wenn die beiden Kontrahenten ihre taktischen Fesseln ablegten, entwickelten sich torreiche Begegnungen.

Abnutzungskampf im Mittelfeld

Oftmals offenbarten sich die Spiele als taktisch geprägte Abnutzungsschlachten im Mittelfeld – wie etwa 2010 beim 0:1 im WM-Halbfinale von Kapstadt. Bundestrainer Löw legte das Hauptaugenmerk auf die Unterbindung des spanischen Aufbauspiels - zu Lasten der eigenen Durchschlagskraft. Den Spaniern genügte mit kontrollierter Offensive letztlich ein Standard (Kopfball von Puyol) zum Sieg.

All das zeigt eines: Der Respekt vorm Gegner und dessen Fähigkeiten ist riesengroß - so groß, dass Deutsche und Spanier ihren Matchplan stärker als sonst am Gegner ausrichten und eigene Stärken opfern.

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Vor allem Joachim Löw ist es gewesen, der die Wertschätzung der spanischen Fußballkunst lange Zeit auf die Spitze trieb. Zuweilen eiferte er dem Kurzpass-Stakkato der Spanier derart vehement nach, dass ihm die Kritiker vorwarfen, neue Entwicklungen im Weltfußball aus dem Auge verloren zu haben. 2014 bei der WM in Brasilien ergänzte Löw den spanischen Stil der DFB-Elf dann mit überfallartigem Konterspiel und reüssierte. Anschließend versuchte sich Spaniens damaliger Coach Vicente Del Bosque umgekehrt am deutschen Erfolgsmodell.

Duell auf Augenhöhe

Das 1:1-Remis aus dem Hinspiel der Nations League vom September ist ein Beleg, dass sich beide Nationen nach ihren Bauchlandungen bei der WM 2018 derzeit auf Augenhöhe befinden. Und alles andere als ein knappes Endergebnis mit wenigen Toren wäre bei der Neuauflage dieses besonderen Duells in Sevilla eine Überraschung.

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