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Löw wirbt um Verständnis für Spielaustragung

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Nations League - Löw wirbt um Verständnis für Spielaustragung

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Die deutsche Nationalmannschaft kommt beim 3:1-Sieg gegen die Ukraine sportlich voran. Bundestrainer Löw wirbt um Verständnis für die UEFA-Entscheidung, das Spiel auszutragen.

Joachim Löw im Interview
Joachim Löw im Interview nach dem Spiel der DFB-Elf gegen die Ukraine in Leipzig
Quelle: Imago

Das Banner ist über eine ganze Kurve gespannt. "Wir für euch" heißt der Slogan, mit dem angeblich der "Fan Club Nationalmannschaft" seine Unterstützung mitten in der Corona-Pandemie leistet. Wenn schon keine Anhänger bei Spielen der DFB-Elf anwesend sein können, dann soll wenigstens diese Unterstützung in der gerade im Umbau befindlichen Leipziger Arena platziert werden.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich in der Nations League den zweiten Sieg gesichert. Die DFB-Elf bezwang das Team aus der Ukraine in Leipzig mit 3:1 (2:1).

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Aber welche Botschaft vermittelte die Austragung der Begegnung Deutschland – Ukraine? Die Frage stellt sich, ob dieses Pflichtspiel in der von der UEFA ausgerichteten Nations League überhaupt hätte stattfinden dürfen. Bis wenige Stunden vor dem Anpfiff stand das Spiel auf der Kippe, nachdem gleich vier Spieler bei der Ukraine, darunter der Ex-Dortmunder Andrij Jarmolenko und ein Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Bundestrainer Löw verteidigt sich

Bundestrainer Joachim Löw kam sich bei dem Thema hinterher sichtlich unwohl vor. "Grundsätzlich kann ich die Sorgen und Gedanken der Menschen nachvollziehen - absolut. Ich bin eigentlich der falsche Ansprechpartner. Ich habe nicht diese Entscheidungsgewalt, das macht das Gesundheitsamt, die UEFA", sagte der 60-Jährige in der digitalen Pressekonferenz.

Wenn Spiele angesetzt sind, können wir nicht im Hotel bleiben.
Joachim Löw

Die Nations League habe nicht unmittelbar mit Corona zu tun. "Ich kann verstehen, dass die Leute im Moment andere Gedanken und Sorgen haben. Aber wir haben uns in diesem Spiel nicht unsicher gefühlt, weil die Testungen bei den restlichen Spielern der Ukraine zwei Tage hintereinander negativ waren." Letztlich habe der DFB nicht die Möglichkeit, ein Spiel abzusagen. "Das liegt nicht in unserer Gewalt. Wir tun alles, was wir können. Wir verhalten uns sehr diszipliniert. Wir hoffen, dass es bei uns weiterhin keine positiven Fälle geben wird."

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich mit 3:1 gegen die Ukraine durchgesetzt. Analyse und Interviews mit Leon Goretzka, Timo Werner, Leroy Sané und Joachim Löw.

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Spiel "medizinisch unbedenktlich"

Tatsächlich kann das deutsche Lager nur hoffen, dass alles noch einmal gut gegangen ist – und der Gegner die Infizierten rechtzeitig isoliert hat. Dass von einem Fußballspiel an sich noch keine Ansteckungsgefahr ausgeht, hat der DFB-Mediziner Tim Meyer über diverse Studien schon belegt. Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer äußerte im Vorlauf im ZDF dennoch Kritik: "Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand angesteckt wird, ist gering. Medizinisch ist das Spiel unbedenklich, aber es ist das falsche Signal."

Immerhin konnte Löw mit Blick auf die EM im nächsten Sommer einige Erkenntnisse sammeln. Wie Leroy Sane (23.) und Timo Werner (33. und 64.) nach dem frühen Rückstand durch Roman Jaremtschuk (12.) die Partie drehten, war bemerkenswert. Die Bestbesetzung ist mit ihrer spielerischen Klasse und ihrem enormen Tempo immer in der Lage, die von Löw gerne angeführten Widerstände zu überwinden.

Löw voll des Lobes für seine Spieler

Es war ein intensives und sehr interessantes Spiel.
Joachim Löw

"Wir wussten, dass die Ukraine eine Mannschaft ist, die exzellente Konter spielt, unabhängig davon, dass einige Spieler gefehlt haben", stellte der Bundestrainer fest, der als Absicherung Robin Koch im defensiven Mittelfeld aufstellte – und vom ehemaligen Freiburger begeistert war. "Er hat vor der Abwehr gespielt, um Passwege zuzumachen." Genauso konnte Philipp Max auf der linken Seite punkten, überdies stellte Leon Goretzka mit seiner Dynamik einen wichtigen Faktor dar, der dem deutschen Spiel ebenfalls guttat.

Voller Einsatz auch gegen Spanien

Im letzten Gruppenspiel gegen Spanien am kommenden Dienstag in Sevilla genügt bereits ein Unentschieden, um sich den Gruppensieg zu sichern – und die Fahrkarte fürs Final-Four-Turnier im Herbst 2021 zu lösen. Ein Taktieren kommt aber für den Bundestrainer nicht infrage: "Unser Anspruch ist es, nach Spanien zu fahren und zu sagen, wir wollen das Spiel gewinnen und nicht irgendetwas verteidigen. Wir spielen in Spanien nicht auf einen Punkt."

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