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Nations League | DFB-Team - Joachim Löw, der Unberechenbare

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Nicht nur beim Personal wird Joachim Löw gegen die Schweiz (20.45 Uhr/ZDF) Veränderungen vornehmen. Auch die taktische Grundausrichtung soll bei der DFB-Auswahl flexibel bleiben.

Joachim Löw beim Training der Nationalmannschaft
Joachim Löws Analyse zum 1:1 gegen Spanien: "Gutes, interessantes Spiel, hoch intensiv, taktisch von beiden mutig"
Quelle: epa

Es ist der nächste Anlauf, um nach fünf nicht gewonnenen Partien seit Gründung der Nations League endlich den ersten Sieg einzufahren: Im St. Jakob-Park von Basel bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihr zweites Gruppenspiel gegen die Schweiz (Sonntag 20.45 Uhr/live ZDF ab 20:15 Uhr), um die EM-Saison mit dem ersten Erfolgserlebnis zu versehen.

DFB-Elf ohne feste Grundformation

Die Einheimischen nennen die Spielstätte übrigens "Joggeli", was natürlich nichts mit dem Bundestrainer Joachim Löw zu tun hat, obwohl dieser seine aktive Karriere einst beim  FC Schaffhausen und FC Winterthur ausklingen ließ. Die Schweiz war zugleich Löws erste Trainerstation, beim FC Frauenfeld kickte und coachte der junge Jogi Mitte der 90er Jahre.

Sein prägendstes Erlebnis in Basel als Fußballlehrer hatte er im Sommer 2008: Fürs Viertelfinale hatte ihn die UEFA gesperrt, aus einer Loge verfolgte Löw dann das 3:2 gegen Portugal.  Für die Gegenwart der DFB-Auswahl hat die Vergangenheit wenig zu bedeuten. Zumal Löw die Resultate als nachrangig ansieht.

Ergebnisse sind nicht das Allerwichtigste, sondern Entwicklung, Entwicklung, Entwicklung.
Joachim Löw nach seinem 183. Länderspiel als Cheftrainer

Dazu gehört im modernen Fußball zwingend, taktisch flexibel zu bleiben. Die Zeiten sind vorbei, dass die deutsche Nationalelf mit immer derselben Grundformation, unter Löw lange vorzugsweise das 4-2-3-1-System, auflief. Schon bei der WM 2014 weichte der Bundestrainer dieses Schema auf, wandte häufiger ein 4-3-3 an. Zur EM 2016 kam dann die Dreierkette zur Anwendung, die beispielsweise beim Elfmeterdrama gegen Italien im Viertelfinale wichtige Dienste leistete.

Bernd Leno steht am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) gegen die Schweiz im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Einsatzbereit ist auch Leroy Sané, nicht dabei ist Kai Havertz.

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Draxler in neuer Rolle

Inzwischen werden die jeweilige Taktik und das System für Löws Elf jeweils flexibel praktiziert. Die Unberechenbarkeit hält Löw für unabdingbar, er will sich mehrere Optionen offen halten. Seit dem WM-Desaster 2018 begann die Mannschaft sieben Mal im 3-4-3, fünf Mal im 4-3-3 und vier Mal im 4-2-3-1. Gegen Spanien kam jetzt eine 3-4-1-2-Formation zur Anwendung, weil Julian Draxler eine neue Rolle als hängende Spitze bekleidete, die irgendwann mal die maßgeschneiderte Rolle für den gerade zum FC Chelsea gewechselten Kai Havertz sein könnte.

Im 3-4-3-System war für einen offensiven Alleskönner wie Havertz kein Platz, wenn Joshua Kimmich und Toni Kroos in der Mittelfeldzentrale gesetzt waren und die Dreierreihe im Angriff die sprintstarken Leroy Sané, Timo Werner und Serge Gnabry besetzten. Gegen stärkere Gegner setzt Löw lieber auf die Dreierkette mit drei robusten Spielertypen, sie sollen das gesamte Gefüge stärken und Sicherheit ausstrahlen.

Toni Kroos wird nicht vom Bundestrainer angerufen, er darf zur Nationalmannschaft einfach hingehen. Dies empfindet Kroos als "sehr hohe Wertschätzung" seitens Joachim Löw.

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Gegen Spanien bildeten Niklas Süle, Antonio Rüdiger und Emre Can diesen Verbund, der allerdings zeitweise im Spielaufbau immense Probleme offenbarte. Matthias Ginter ist normalerweise einer der ersten Anwärter auf eine dieser drei Positionen, zumal er auch Erfahrung als rechter Außenverteidiger in einer Viererkette besitzt. Mit dem Gladbacher Leistungsträger hätte Löw die Möglichkeit, noch während eines Spiels umzustellen.

Kroos fragt Co-Trainer: "Wie spielen wir jetzt?"

Weil die Trainingszeit begrenzt ist, hat Löw vermehrt Video-Sitzungen in den Ablauf eingebaut. Die Umsetzung gegen Spanien, zumindest anfangs den Gegner hoch anzulaufen und in seinem Kombinationsfluss zu stören, hat dem Bundestrainer gefallen.

Dummerweise verließ ihn gegen Spanien am Ende der Mut, als er seine beiden Stürmer Sané und Werner opferte und dafür mit Ginter und Robin Koch zwei weitere Verteidiger brachte. Folge: Es gab gar keine Entlastung mehr. Taktgeber Toni Kroos war sogar so irritiert, dass er zwischenzeitlich  in Richtung von Löws Assistenztrainer Marcus Sorg rief: „Marcus? Wie spielen wir jetzt?“ Am besten gegen die Schweiz nicht so passiv und nicht so konfus wie in der Schlussphase gegen Spanien.

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