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Zu wenig Druck aus der zweiten Reihe

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Fußball | Nations League - Zu wenig Druck aus der zweiten Reihe

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Im Nations-League-Spiel in der Ukraine (Samstag, 20.45 Uhr) vertraut Bundestrainer Joachim Löw der Bestbesetzung. Einigen Nachrückern in der Nationalelf fehlt es an Qualität.

Gegen die Ukraine kann Bundestrainer Löw auf alle 23 angereisten Spieler setzen, darunter auch der komplette Bayern-Block. Jetzt heißt es nur noch: Gewinnen und gesund bleiben.

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Joachim Löw besetzt vermutlich schon deshalb seit einer halben Ewigkeit das Amt des Bundestrainers, weil ihm selten jemand richtig böse ist. Nicht die DFB-Funktionäre, nicht die Vereinstrainer - und erst recht nicht die Nationalspieler. Zu denen pflegt Löw ein offenes Verhältnis, ohne zu viel Nähe zuzulassen.

Der 60-Jährige hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er für die Nations-League-Spiele in der Ukraine (Samstag 20.45 Uhr) und gegen die Schweiz (Dienstag 20.45 Uhr) seine Bestbesetzung braucht. "Es wird wichtig sein jetzt, dass wir die nächsten Spiele siegreich gestalten. Es wird eine andere Mannschaft in der Ukraine auf dem Platz stehen", sagte Löw.

Richten soll es vor allem der Block des FC Bayern mit Manuel Neuer, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry. Diese Spieler sollen jetzt die Führungsschwäche innerhalb der Nationalelf beheben.

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Florian Neuhaus hat gepunktet

Löw setzt auf diesen Münchner Zugewinn auf Knopfdruck: "Sie bringen die Qualität mit, die man braucht in solchen engen Spielen. Davon werden wir profitieren." Auch Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg von RB Leipzig und der in sich ruhende Toni Kroos (Real Madrid) gelten als recht stressresistent. Sie sollen im siebten Anlauf endlich den ersten Sieg im Nations-League-Format verbuchen.

Interessant ist allemal, wen Löw nicht mit in die Ukraine genommen hat: Benjamin Henrichs, Nico Schulz, Niklas Stark, Nadiem Amiri und Mahmoud Dahoud. Ein Fingerzeig. Denn die Neulinge Florian Neuhaus, 23 Jahre, der ein mutiges Debüt gleich mit einem Tor krönte, und Jonas Hofmann, 28, sind beide dabei.

Schwerer Stand für Nico Schulz

Einer wie Linksverteidiger Schulz dürfte seine EM-Chancen verspielt haben, auch wenn Löw die Defizite nicht so drastisch ansprach wie vor acht Jahren bei Marcel Schmelzer. "Viele Alternativen gibt es jetzt aber auch nicht, also müssen wir mit Marcel Schmelzer die nächsten zwei, drei, vier, fünf Monate weiterarbeiten", sagte Löw damals vor einem WM-Qualifikationsspiel in Irland. Der Widerhall war heftig.

Toni Kroos (li.) und Timo Werner

Fußball | Nations League -
DFB-Elf gegen Ukraine mit Kroos und Werner
 

Mit den Bayern- und anderen Stars wird Löw die Reise zum Nations-League-Spiel gegen die Ukraine antreten. Die Gastgeber kämpfen wegen Corona mit Problemen.

Nie mehr hat der Bundestrainer danach einen Nationalspieler öffentlich so abgekanzelt. Schulz hatte auf derselben Position wie Schmelzer gegen die Türkei (3:3) keine gute Leistung abgeliefert. Ungenau im Passspiel, Mängel im Stellungsspiel. Bei Borussia Dortmund ist der 27-Jährige längst kein Stammspieler mehr.

Löw hält an Rüdiger fest

Auch Antonio Rüdiger hat beim FC Chelsea seinen Platz verloren, wollte am letzten Tag der Transferperiode noch wechseln - letztlich blieb der 27-Jährige vorerst in London. Löw hält auf den früheren Stuttgarter trotz gelegentlicher Aussetzer große Stücke. "Ich bin mit ihm den Weg seit vier, fünf Jahren gegangen. Wie er sich entwickelt hat, das ist schon große Klasse."

Der Südbadener ist dafür bekannt, seine Auserwählten lange zu schützen, aber er kann auch unerbittlich sein, wie die Ausmusterung von Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller vor anderthalb Jahren gezeigt hat.

Julian Brandt genießt Vertrauen

Bei Julian Brandt gefällt Löw bis heute die "Art und Weise seines Fußballs". Solch ein Spieler, sagte er, würde "immer mein Vertrauen bekommen, er hat eine unglaubliche Begabung." Es wäre nur gut, wenn der Offensivallrounder mehr Konstanz und Widerstandskraft entwickelt, denn sonst wird der 24-Jährige in der Nationalmannschaft nie über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskommen. Insgesamt machen die Nachrücker gerade zu wenig Druck.

Es hat sich schon vor der Corona-Pandemie abgezeichnet, dass der zweite Anzug nicht richtig sitzt. Auf absehbare Zeit kommt aus dem Nachwuchsbereich wenig Nachschub, aus der aktuellen U21 bietet sich gar niemand an. Noch kann Löw damit gut leben, wenn Kai Havertz, 21, oder sogar Neuhaus ihre Entwicklung vorantreiben. Aber so breit wie oft gedacht, ist die Auswahl für den ewigen Bundestrainer in der EM-Saison 2020/2021 eben auch nicht.

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DFB-Aufgebot gegen die Ukraine und Schweiz

  • Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (FC Arsenal), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)
  • Abwehr: Emre Can (Borussia Dortmund), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Robin Gosens (Atalanta Bergamo), Marcel Halstenberg, Lukas Klostermann (beide RB Leipzig), Robin Koch (Leeds United), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (Bayern München), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)
  • Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Borussia Dortmund), Julian Draxler (Paris St. Germain), Serge Gnabry, Leon Goretzka, Joshua Kimmich (alle Bayern München), Kai Havertz (FC Chelsea), Jonas Hofmann, Florian Neuhaus (beide Borussia Mönchengladbach), Toni Kroos (Real Madrid), Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon), Timo Werner (FC Chelsea)
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