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Fußball - Premier League - Tuchel, Englands neuer Klopp

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Jürgen Klopp und Thomas Tuchel treffen sich heute Abend zum Spitzenspiel der Premier League. Wobei "Spitze" zurzeit nicht mit dem Meister Liverpool assoziiert wird.

Archiv: Jürgen Klopp und Thomas Tuchel am 14.04.2016 in Liverpool
Champions League 2016: Jürgen Klopps FC Liverpool zieht nach einer Aufholjagd gegen Thomas Tuchels (rechts) Borussia Dortmund ins Halbfinale ein.
Quelle: dpa

Nach dem 4:3-Treffer für Liverpool in allerletzter Minute bebte das Stadion, da wandte sich Jürgen Klopp demonstrativ zur Tribüne. Drei Tore in 23 Minuten hatten seine "Reds" im Viertelfinalrückspiel 2016 gegen Borussia Dortmund geschossen - und damit hatte der Trainer die Fans in dieser magischen Champions-League-Nacht erstmals wie angekündigt von "doubters to believers", von Zweiflern zu Glaubenden, gemacht.

Auf der Gegenseite schlich Dortmunds Trainer Thomas Tuchel in die Katakomben. Der kühl wirkende Taktiker musste sich der Motivationskunst seines Kollegen und der Willenskraft des Stadions geschlagen geben.

Klopps Magie scheint derzeit verflogen

Heute Abend (21.15 Uhr) kehrt Tuchel als Trainer des FC Chelsea zum Spitzenspiel an die Anfield Road zurück. Auf dem Papier reist der Fünfte mit einem Punkt Vorsprung zum Sechsten, doch die Vorzeichen haben sich komplett geändert.

Tuchel gilt auf der Insel gerade nach seinen Meriten in Paris als kosmopolitisches Trainergenie. Der Zauber von Jürgen Klopp scheint momentan verflogen - genauso wie jener von Anfield.

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von Stephan Reich

Liverpools Pleitenserie

68 Heimspiele lang waren Klopp und Liverpool daheim ohne Niederlage geblieben; mit dem Ende dieser unglaublichen Serie setzte es Pleiten im heimischen Stadion gegen Burnley, Brighton, ManCity und den Stadtrivalen Everton.

Das liegt zum einen an den fehlenden Zuschauern, zum anderen aber auch am Formtief des amtierenden Meisters, der in Heimspielen Effektivität und Durchschlagskraft vermissen lässt.

Klopp als Zielscheibe des Komikers

So legte der in England bekannte Imitator Conor Moore dem Trainer Klopp folgende Sätze in den Mund: "Ich wollte immer, dass es jeder schwer hat, in Anfield zu gewinnen. Nun ist es so schwer - selbst wir schaffen es nicht."

Klopp selbst verweist auf das Verletzungspech seiner Mannschaft: "Ich konnte fast nie zwei Mal in Folge das gleiche Innenverteidigerduo aufbieten." Tatsächlich fallen in diesem Mannschaftsteil drei Stammspieler lange aus.

Liverpools Personalprobleme

Die Abwehr-Aushelfer Fabinho und Jordan Henderson fehlten dem Mittelfeld, in dem der Ex-Bayer Thiago noch nicht wirklich angekommen ist. Torwart Alisson und die Sturmreihe spielen weit unter dem Niveau der Vorjahre.

Aber auch dem Trainer Klopp geht die Leichtigkeit verloren. So ließ er sich auf verbale Scharmützel mit Trainerkollegen, Verbandsvertretern, Journalisten und Schiedsrichtern ein.

Lineker: "Klopp ein schlechter Verlierer"

Meldungen des "Mirror", wonach Klubikone Steven Gerrard schon als Klopp-Nachfolger gehandelt werde, sind zwar reine Übertreibung des englischen Boulevards. Doch der einflussreiche TV-Experte Gary Lineker sprach vielen aus der Seele, als er sagte: "Klopp ist ein schlechter Verlierer."

Tuchel sagt allerdings das Gleiche über sich: "Zeigen Sie mir einen, der auf diesem Niveau ein guter Verlierer ist." Doch zumindest gibt sich der neue Trainer von Chelsea derzeit souveräner als sein Kollege.

Kommunikator Thomas Tuchel

Er lobte seinen Vorgänger und Vereinsikone Frank Lampard, äußerte sich in Interviews bescheiden und ignorierte Sticheleien wie etwa von Jose Mourinho. Englische Medien berichten, dass Tuchel die Stimmung im Team gehoben habe und mit jedem Spieler lange Gespräche führe.

Einer der Profiteure ist der deutsche Innenverteidiger Antonio Rüdiger, der nun wieder zum Stamm gehört und am Sonntag gegen Man United durch seine Kopfballstärke und Diagonalbälle abermals ein ausgezeichnetes Spiel ablieferte. Seit seinem Amtsantritt blieb Tuchel mit den "Blues" neun Spiele lang ungeschlagen und kassierte dabei nur zwei Gegentore.

Klopp und Tuchel arbeiteten beide in Mainz und Dortmund, sie treffen sich nun in England wieder. Doch nur einer hat zuletzt die Fans von Zweiflern zu Glaubenden gemacht - und zwar Tuchel.

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