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Relegation: Nervenspiel mit Tradition

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Fußball | Bremen - Heidenheim - Relegation: Nervenspiel mit Tradition

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Werder Bremen geht als hoher Favorit in die Relegationsspiele gegen den 1. FC Heidenheim (Donnerstag/Montag). Das ist auch historisch belegt: Meistens siegt der Erstligist.

Marco Friedl, Werder Bremen
Marco Friedl (Werder Bremen) hat mit seiner Mannschaft die Relegation erreicht und kann auf den Verbleib im Oberhaus hoffen.
Quelle: imago

Es ist deutlich herauszuhören, dass die Verantwortlichen beim SV Werder in gewisser Sorge sind. Dass sich nämlich in den Hinterköpfen der Kicker der Gedanke einschleicht: Relegationsspiele gegen den 1. FC Heidenheim in allen Ehren, aber was soll da bitte aus Bremer Sicht schief gehen? Das wäre bei einer Konstellation gegen den Hamburger SV gewiss was anderes gewesen.

Dienstältester gegen Emporkömmling

Doch nun spielt der dienstälteste Bundesligist gegen den Emporkömmling von der schwäbischen Ostalb, der in den beiden Entscheidungsspielen am Donnerstag in Bremen und nächsten Montag in Heidenheim (jeweils 20.30 Uhr) gar nichts zu verlieren hat. Heidenheim gilt neben Sandhausen oder Aue als das Synonym für das provinzielle Ambiente der zweiten Liga. Deshalb mahnen die Verantwortlichen schon mal präventiv vor dem Underdog.

Ich warne davor, zu denken, Heidenheim sei in irgendeiner Art leichter als der HSV. Sie stehen vor dem HSV und das ist eine tolle Leistung.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Ähnlich äußerte sich Vorstandschef Klaus Filbry: "Heidenheim hat’s verdient. Wir haben zwei Matchbälle, die wir mit aller Konzentration verwandeln wollen."

Übermut tut selten gut

Wohin Überheblichkeit führt, hat im Vorjahr der VfB Stuttgart erfahren: Nach zwei Unentschieden gegen Union Berlin (2:2 und 0:0) war der stolze Traditionsverein abgestiegen. Die Schwaben trauerten, die Eisernen feierten. Doch ansonsten haben die Zweitligisten seit Wiedereinführung der Relegation 2009 nur drei Mal einen Erstligisten bezwungen; zu einseitig sind offenbar die (finanziellen) Kräfteverhältnisse verteilt.

Werder-Geschäftsführer Frank Baumann sagt im Sportstudio, dass er zufrieden sei mit dem Erreichen von Relegationsplatz 16. Am Ende hätte Werder das Quäntchen mehr Glück gehabt.

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23 min
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Fortuna Düsseldorf setzte sich 2012 als Zweitligist gegen Hertha BSC durch, wobei es zu schlimmen Szenen kam, als die Partie wegen auf den Rasen stürmender Anhänger abgebrochen werden und vor dem DFB-Sportgericht verhandelt werden musste. Letztlich bekam die Fortuna Recht und stieg auf.

Eine Menge Emotionen

Triumph und Tragik: In zwei Entscheidungsspielen stecken die ganze Bandbreite an Emotionen, dass zeitweise schon diskutiert wurde, ob aus Sicherheitsgründen die Relegationsspiele nicht abgeschafft werden sollten. Die Spannung auf die Spitze trieb 2014 und 2015 der Hamburger SV, der sich erst mühsam gegen Greuther Fürth, dann glücklich beim Karlsruher SC rettete. Ein umstrittener Freistoß in letzter Minute, verwandelt vom Chilenen Marcelo Diaz, ging in die HSV-Geschichte an. Drei Jahre später stieg der Dino dann auf direktem Wege ab.

Die Existenzberechtigung der Relegationsspiele, die es zunächst nur zwischen 1982 und 1991 gab, stellt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) nicht mehr infrage. Sie befanden sich bei der jüngsten Vergabe der Medienrechte in einem Paket zu Live-Spielen und finden bis mindestens zur Saison 2024/25 statt. Die Relegation gibt arrivierten Bundesligisten schließlich die Möglichkeit, eine verkorkste Saison noch zu reparieren. Das hat nicht nur zuschauerkräftigen Marken wie Borussia Mönchengladbach (2011) oder Eintracht Frankfurt (2016) geholfen, erstklassig zu bleiben, sondern auch der TSG Hoffenheim (2013) und zwei Mal dem VfL Wolfsburg (2017 und 2018).

Relegationsspiele zur Fußball-Bundesliga

1982 Kickers Offenbach - BAYER LEVERKUSEN 0:1 und 1:2

1983 BAYER UERDINGEN - Schalke 04 3:1 und 1:1

1984 MSV Duisburg - EINTRACHT FRANKFURT 0:5 und 1:1

1985 1. FC SAARBRÜCKEN - Arminia Bielefeld 2:0 und 1:1

1986 Fortuna Köln - BORUSSIA DORTMUND 2:0 und 1:3, Entscheidungsspiel in Düsseldorf 0:8

1987 FC St. Pauli - FC HOMBURG 1:3 und 2:1

1988 Darmstadt 98 - WALDHOF MANNHEIM 3:2 und 1:2, Entscheidungsspiel in Saarbrücken 0:0/4:5 i.E.

1989 1. FC Saarbrücken - EINTRACHT FRANKFURT 0:2 und 2:1

1990 1. FC Saarbrücken - VfL BOCHUM 0:1 und 1:1

1991 STUTTGARTER KICKERS - FC St. Pauli 1:1 und 1:1, Entscheidungsspiel in Gelsenkirchen 3:1

2009 1. FC NÜRNBERG - Energie Cottbus 3:0 und 2:0

2010 FC Augsburg - 1. FC NÜRNBERG 0:1 und 0:2

2011 VfL Bochum - BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH 0:1 und 1:1

2012 FORTUNA DÜSSELDORF - Hertha BSC 2:1 und 2:2

2013 1. FC Kaiserslautern - 1899 HOFFENHEIM 1:3 und 1:2

 2014 SpVgg. Greuther Fürth - HAMBURGER SV 0:0 und 1:1

2015 Karlsruher SC - HAMBURGER SV 1:1 und 1:2 n.V.

2016 1. FC Nürnberg - EINTRACHT FRANKFURT 1:1 und 0:1

2017 Eintracht Braunschweig - VfL WOLFSBURG 0:1 und 0:1

2018 Holstein Kiel - VFL WOLFSBURG 1:3 und 0:1

2019 UNION BERLIN - VfB Stuttgart 2:2 und 0:0

2020 1. FC Heidenheim - Werder Bremen (2. / 6. Juli, je 20.30 Uhr)

Hinweis: Die Sieger in VERSALIEN

Ball der 2. Bundesliga im Tor.

Liveticker | Relegation -
11. Juli, 18.15 Uhr: Ingolstadt - Nürnberg
 

Auf- oder Abstieg? Alle Spiele, alle Tore und Statistiken zu den Bundesliga- und Zweitliga-Relegationsspielen im Liveticker

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