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FC Barcelona | Wahlen - Neuer Barca-Boss macht Messi zur Chefsache

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Favorit Joan Laporta hat die Wahlen beim krisengeplagten FC Barcelona gewonnen. Den Verbleib des Superstars erklärt der schillernde Präsident gleich zur Priorität.

Präsident Joan Laporta (FC Barcelona)
Der charismatische neue starke Mann am Ruder: Präsident Joan Laporta will den hochverschuldeten FC Barcelona wieder auf Vordermann bringen.
Quelle: dpa

"Es ist egal, wo wir herkommen, ob aus dem Süden oder aus dem Norden", lautet eine Strophe in der Vereinshymne des FC Barcelona. Und tatsächlich: Am Sonntag kamen sie von überall her zum Camp Nou. Frauen und Männer, Alte und Junge. Nobodys und Superstars.

Barça feiert die Fußball-Demokratie

Der katalanische Traditionsverein zelebrierte seinen höchsten Feiertag. Ein neuer Präsident wurde gewählt. Und zu diesem Anlass mutiert Barça zur Fußball-Demokratie.

Am späten Mittag erschien zum Beispiel das Mitglied Lionel Andrés Messi Cuccittini. Er reihte sich am Stand des Buchstabens seines Nachnamens ein, optierte für einen der drei Wahlzettel und gab seine Stimme ab.

Lionel Messi
Leistungsträger, Vereinsikone und kostspieliger Spitzenverdiener beim FC Barcelona: Lionel Messi.
Quelle: imago

Neben Messi wählt auch Luis Enrique

Auch Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique oder weitere Profis der ersten Barça-Mannschaft wie Sergio Busquets oder Jordi Alba gebrauchten ihr Wahlrecht.

Unter enormem Medieninteresse erstellten derweil Umfragexperten die ersten Prognosen. Gegen Mitternacht stand dann der erwartete Sieger fest: Joan Laporta, Präsident bereits zwischen 2003 und 2010, kehrt in das höchste Klubamt zurück. Für den 58-jährigen Anwalt bedeutet es das vorläufige Happy End einer Achterbahnfahrt.

Guardiola und die Unicef

Während seiner ersten Amtszeit entstand zwar das erfolgreichste Barça der Klubgeschichte mit dem Trainer Pep Guardiola, einem Titelsextett 2009 und der vielbeachteten Trikotwerbung für die Unicef. Doch Laporta kam nicht überall gut an.

Von Kritikern wurde er für einen selbstherrlichen Führungsstil gerügt. Nach seinem Ausscheiden strengten seine Nachfolger gar einen Zivilprozess wegen vermeintlich defizitärer Buchführung gegen ihn an.

Nach Laporta begann der Absturz

Laporta wurde freigesprochen, und die Geschichte begann ihn zu rehabilitieren. Ohne ihn geriet Barça ins Schlingern, verlor sportlich seine herausragende Stellung und sah sich immer häufiger mit Skandalen und Schulden in den Schlagzeilen.

Zuletzt wurde am vergangenen Montag der bis Oktober 2020 amtierende Präsident Josep Maria Bartomeu vorübergehend festgenommen. Er soll eine Verleumdungskampagne in den sozialen Netzwerken gegen klubinterne Gegner beauftragt haben.

Barcas Schuldenstand beträgt 1,2 Milliarden Euro

Angesicht der langjährigen Grabenkämpfe kam es in der Wahlnacht zu einem Bild von hohem Symbolwert. Laporta wurde von den unterlegenen Víctor Font und Toni Freixa umarmt und die Mitte genommen. "Der Verein muss zusammenstehen", erklärte Freixa. Zumal sich die Probleme türmen wie vielleicht noch nie.

Der Schuldenstand beträgt rund 1,2 Milliarden Euro, die seit Jahren anvisierte Modernisierung des Camp Nou hat noch nicht mal begonnen und der Vertrag des systemrelevanten Superstars Messi läuft aus.

Messis Liebesbeweis

Laporta unterstrich in der Wahlnacht, einer Vertragsverlängerung mit Messi höchste Priorität einzuräumen. Dass der Argentinier an der Wahl teilgenommen habe, sei ein positives Zeichen: "Er liebt diesen Verein". Versprechen könne er nichts, so der neue Präsident.

Aber ich möchte ihn überzeugen, hier zu bleiben.
Joan Laporta zur brisanten Personalie Messi

Charisma und Optimismus gehören zu Laportas Vorzügen. Anders als der blasse Vorgänger Bartomeu bewegt er sich gekonnt auf dem Funktionärsparkett und ist in der Branche bestens vernetzt. Auch dieses Know-how wünschten sich die Mitglieder zurück.

Laporta will Finanzen auf Vordermann bringen

Für die sportliche Leitung wird von Laporta wohl Jordi Cruyff favorisiert, dessen verstorbener Vater Johan in der ersten Amtszeit sein wichtigster Ratgeber war. Trainer Ronald Koeman, ebenfalls Niederländer, bleibt erst mal unangetastet. Aber den größten Handlungsbedarf erfordert sowieso die wirtschaftliche Situation.

Laporta will schnell eine genaue Buchprüfung durchführen, einsparen und umschulden. "Wir stehen vor der Herausforderung unseres Lebens", erklärte er nach seinem Sieg. "Aber die große Barça-Familie wird auch diese Schwierigkeiten überstehen."

Präsidentschaftswahlen beim FC Barcelona 2021

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