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Hohes Niveau trotz Angst

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Spaniens Fußball - Hohes Niveau trotz Angst

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Als zweite große Liga nahm die spanische nach der deutschen Liga den Betrieb wieder auf. Anfängliche Ängste haben sich nicht bewahrheitet, doch es bleiben offene Wunden.

Geisterspiele: Auch Lionel Messi und Co. mussten vor leeren Rängen kicken.
Geisterspiele: Auch Lionel Messi und Co. mussten vor leeren Rängen kicken.
Quelle: dpa

Unai Bustinza brach beim Fernsehinterview nach dem Schlusspfiff in Tränen aus. Wegen des Abstiegs seines CD Leganés, dem nach einer furiosen Aufholjagd vom letzten Tabellenplatz trotz Verlustes beider Stürmer während der Winterpause in einem dramatischen Saisonfinale nur ein Tor gegen den neuen Meister Real Madrid zum Klassenerhalt fehlte.

Und irgendwie wegen allem. Bustinza schluchzte wie ein Kind.

Ein Vorbild in "beschissener" Lage

"Vielen Leuten geht es dreckig und im Land herrscht ein schlechtes Gefühl", sagte der Kapitän. "Wenn der Fußball in so einem beschissenen Moment irgendeinen Wert haben kann, dann als Beispiel."

Nicht aufgeben, bis zum Ende kämpfen.
Leganés-Kapitän Unai Bustinza

Es war Sonntagabend, eine Stunde vor Mitternacht, und die "Corona-Liga" war vorbei. Elf Spiele innerhalb von fünf Wochen hatten die Mannschaften absolviert, seit sie als zweites großes Championat nach der Bundesliga wieder den Betrieb aufnahmen. Wenn auch unter erschwerten Bedingungen im Vergleich zu Deutschland.

"Wir haben Angst"

Spanien gehört zu den von Covid am härtesten getroffenen Ländern. Die offiziellen Zahlen stehen bei über 28.000 Corona-Toten und sind eher als Mindestangabe zu verstehen.

Als im Mai das Training wiederaufgenommen wurde, gab es viel Skepsis. Die Mannschaft der SD Eibar veröffentlichte einen offenen Brief: "Wir haben Angst."

Sieben Wochen ohne Sport

Dazu kam ein weiteres Problem: Im strengsten Lockdown Europas hatten auch die Profis ab Mitte März sieben Wochen lang nicht mal das Haus verlassen dürfen. Die körperlichen Grundlagen zum Fußballspielen mussten sie sich erst wieder erarbeiten.

Real Madrid zum 34. Mal Meister:

Die "Königlichen" sind wieder die Nummer eins im spanischen Fußball. Der Rekordmeister machte mit einem Sieg gegen Villareal den insgesamt 34. Titel klar.

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Die Gesundheitsrichtlinien beim Re-Start orientierten sich am deutschen Vorbild. Es gab ebenfalls die Möglichkeit zu fünf Wechseln, dazu – wegen der spanischen Sommerhitze – eine Trinkpause pro Halbzeit und bei den Fernsehübertragungen einen Soundteppich, der den typischen Geräuschen des jeweiligen Stadions nachempfunden war.

18 Minuten Nachspielzeit

Am letzten Spieltag kulminierten die Kuriositäten. Beim Spiel von Getafe in Levante gab es wegen des VAR insgesamt 18 Minuten Nachspielzeit. Vier Treffer wurden aberkannt, darunter drei von Getafe, und als die Gäste vom Videobeweis einen Elfmeter zugesprochen bekamen, schossen sie ihn an den Pfosten. Getafe fiel sogar noch aus den Europa-League-Rängen.

In der ersten Liga ist angesichts der Ausgangslage alles gut gegangen. Die befürchtete Verletzungswelle kam nicht. Das spielerische und physische Niveau blieb bis zuletzt hoch. Und die Integrität des Wettbewerbs wurde gewahrt, weil kein Spieler positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Corona-Chaos in Spaniens 2. Liga

In der 2. Liga brach am Montag hingegen das Corona-Chaos aus. Am Abend des letzten Spiels bei Abstiegskandidat Deportivo La Coruña wurde plötzlich die halbe Mannschaft des Aufstiegs-Playoff-Kandidaten Fuenlabrada positiv getestet. Ein Krisenstab aus Liga, Verband und staatlicher Sportbehörde sagte die Partie kurzfristig ab, ließ die übrigen Spiele aber durchführen – obwohl eigentlich laut Reglement alle Matches an den letzten beiden Spieltagen zeitgleich angestoßen werden müssen.

Nach den Ergebnissen wäre La Coruña jetzt abgestiegen, was der Verein nicht akzeptieren will. Deportivo fordert die Annullierung des gesamten Spieltages. Auch die Konkurrenten von Fuenlabrada um den letzten Platz im Aufstiegs-Playoff haben Einspruch eingereicht.

Wann die Partie nachgeholt werden kann, ist noch völlig unklar. Wann das Aufstiegs-Playoff beginnen soll, erst recht. Die Mannschaft von Fuenlabrada wurde von den Gesundheitsbehörden im obersten Stockwerk ihres Hotels in La Coruña isoliert. Sie muss mindestens zehn Tage in Quarantäne bleiben.

Entscheidungen im spanischen Fußball

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