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DFB-Elf vor der EM - Zwei Probleme - noch keine Lösung

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Die DFB-Elf hat sich beim 1:1 gegen Dänemark in Nuancen verbessert gezeigt. Fürs Überstehen der EM-Gruppenphase würde die Leistung vom Mittwoch aber noch lange nicht reichen.

Testspiel: Deutschland - Dänemark
Ein gescheiter Pass und schon ist die deutsche Abwehr überrumpelt: Yussuf Poulsen trifft zum 1:1 für Dänemark.
Quelle: epa

Um 23.26 Uhr signalisierten die Co-Trainer Feierabend für die Reservisten, die nach dem Abpfiff des Testspiels gegen Dänemark auf dem Rasen des Innsbrucker Tivoli bei einer Sonderschicht schwitzen mussten. Punktgenau auf die Minute endete zeitgleich drinnen die digitale Pressekonferenz für Joachim Löw.

Seine Miene verriet weder Anspannung noch Entspannung - irgendwie scheint der Bundestrainer vor seiner letzten Turniermission noch mittendrin in den Bastelarbeiten.

Es gab Licht und Schatten. Das war mir aber schon vorher klar.
Joachim Löw

Positiv aus seiner Sicht: "Verbessert waren die Kommunikation auf dem Platz, die Kommandos und Anweisungen." Negativ: "Die Abstimmung, die Laufwege waren noch nicht so drin."

Davon betroffen auch die zurückgekehrten Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels, denen nicht geholfen ist, wenn sie zu Heilsbringer verklärt werden.

Mangelnde Effektivität im Angriff

Vielleicht sieht das Gesamtgefüge schon beim letzten EM-Test gegen Lettland in Düsseldorf (Montag, 21 Uhr/RTL) deutlich stimmiger aus. Aber eher schwierig dürfte es werden, die mangelhafte Effektivität abzustellen. Die klebt an Löws Ensemble seit Längerem wie Kaugummi unter Schuhsohlen.

Eingedenk von 16 Torschüssen und den Aluminium-Treffern von Serge Gnabry und Joshua Kimmich war der einzige Treffer des forsch aufspielenden Mittelfeldantreibers Florian Neuhaus (48. Minute) zu wenig.

"Müller und Hummels auszubooten, war ein Fehler", sagt ZDF-Reporter Thomas Skulski, "denn sie geben der Mannschaft Struktur und Stimme".

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Noch keine Aufbruchstimmung

Hält diese Verschwendungssucht weiter an, bleibt ein EM-Finale wohl für die deutsche Elf so fern wie die Bergspitzen des Karwendelgebirges, die Löw am Innsbrucker Tivoli von der Trainerbank anfangs noch in der Abendsonne erspähte.

Der auf eigenen Wunsch bald scheidende Bundestrainer wusste: Von einem 1:1 gegen den über weite Strecken eher enttäuschenden Weltranglistenzehnten Dänemark geht keine Aufbruchsstimmung aus.

Problem Nummer 2: Späte Gegentore

Vor allem nicht, weil sich ein zweites Kardinalproblem der jüngeren Vergangenheit wiederholte: die Anfälligkeit für Gegentore in der Schlussphase.

"Wir haben die Kontrolle ein wenig verloren, hatten Ballverluste. Wir hätten das Spiel gewinnen können", konstatierte Löw - und klang wie eine abgenutzte Langspielplatte. Das fünfte Remis im zwölften Länderspiel wirkte wie ein Abziehbild vom Re-Start im Herbst 2020.

Ein gescheiter Pass reicht den Dänen

Ein gescheiter Pass von Christian Eriksen nach einem leichten Ballverlust genügte, um erst Niklas Süle und dann in letzter Instanz auch Mats Hummels ins Leere grätschen zu lassen: Yussuf Poulsen traf unhaltbar ins kurze Eck (71.).

Es sind Aussetzer wie diese, die für die ersten EM-Gruppenspiele gegen Frankreich (15. Juni) und Europameister Portugal (19. Juni) in München nicht viel Gutes erahnen lassen. Fast schon flehentlich hielt Löw mit Blickrichtung auf die EM-Endrunde fest: "Maß aller Dinge wird sein, dass wir in der Lage sind, zu Null zu spielen und einen Vorsprung mal über die Runden zu bekommen."

Hummels leicht lädiert

Deshalb ist auch die Dreierkette nicht der Weisheit letzter Schluss, die diesmal Matthias Ginter, Süle und Hummels bildeten, der sich persönlich zwar über das Comeback freute, aber über Probleme mit der Patellasehne klagte - und besser hätte ausgewechselt werden sollen.

Denn Löw gab zu: "Das behindert ihn manchmal beim Sprint ein wenig, ist aber nicht weiter tragisch."

Es könnte aber böse Folgen haben, wenn Weltklassestürmer wie die Franzosen Kylian Mbappé und Karim Benzema oder die Portugiesen Cristiano Ronaldo und André Silva nur auf solche Momente der Unachtsamkeit lauern.

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