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Poker bis zum Toreschluss

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Fußball-Transfers und Corona - Poker bis zum Toreschluss

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Seit Mittwoch ist in Europas Fußball-Topligen das Transfer-Fenster bis zum 5. Oktober geöffnet. Der Corona-bedingte Sparzwang trifft alle - nur nicht gleich hart.

Kai Havertz am 04.07.2020 in Berlin
Im Fokus vieler Top-Klubs: Bayer Leverkusens Topstar Kai Havertz.
Quelle: epa

"Wir wissen, dass wir in derselben Liga und in derselben Welt spielen werden wie Vereine, die sich völlig von uns unterscheiden". Diesen Satz hat man so ähnlich oft gehört - in diesem Fall stammt er von José Mourinho, dem Trainer von Tottenham Hotspur. In der Saison vor der Corona-Pandemie standen die Spurs noch im Champions-League-Finale und gaben über 100 Millionen Pfund für Transfers aus. Jetzt mussten sie einen Kredit von 175 Millionen Pfund bei der Bank of England aufnehmen.

Auch Mourinho backt kleine Brötchen

Bislang haben die Manager der anderen europäischen Ligen noch jeden englischen Durchschnittsklub als Preistreiber gefürchtet, nun sagt selbst der große Mourinho: "Ich erwarte von uns, dass wir einige kleine wichtige Dinge tun." Aber "Business as usual" gilt aufgrund der Einnahme-Ausfälle durch die Pandemie nirgendwo mehr. "Wir werden im Transfersommer wie alle Klubs versuchen, Geld zu sparen", hat auch Bayern-Boss Karl-Heinz-Rummenigge im Interview mit "France Football" angekündigt.

Ein Indiz für tatsächliche Veränderungen sieht das englische Fußballmagazin "FourFourTwo" ausgerechnet im meistdiskutierten Transfer der Bundesliga: "Die überraschend niedrige Gebühr, für die Leroy Sane von Manchester City zu Bayern München wechselt, deutet auf eine Abkehr von den überhöhten Transferwerten der letzten Jahre hin."

Corona-Krise als Chance für junge Spieler

Die Gerüchteküche kocht zwar auch jetzt wieder, aber in den zurückliegenden Boom-Jahren hätte es beispielsweise die Festverpflichtung des bislang für die Drittliga-Mannschaft des FC Bayern spielenden Nicolas Kühn (20) nicht zur Topmeldung im "Kicker" gebracht.

Die wachsende Bedeutung junger Spieler ist eine Konsequenz des Sparzwangs. "Die Situation ist für talentierte Spieler sehr gut", sagt der Spielerberater Jörg Neblung. Andere Taktiken, um mit weniger Geld auszukommen sind die Verkleinerung des Kaders, die Verpflichtung ablösefreier Spieler, wie es Borussia Dortmund bei Thomas Meunier getan hat, oder Tauschgeschäfte und Ausleihen.

Vereine mit zahlungskräftigen Investoren weiter im Vorteil

Mega-Deals über 100 Millionen Euro werden zwar nicht erwartet, aber Klubs mit zahlungskräftigen Geldgebern sind natürlich auch jetzt im Vorteil. Paris Saint-Germain hat Mauro Icardi für 55 Millionen Euro gekauft, der FC Chelsea verpflichtete für etwa die gleiche Summe Timo Werner und soll zudem Kai Havertz von Bayer Leverkusen auf dem Zettel haben. In der Bundesliga hat Hertha BSC-Investor Lars Windhorst den Berlinern Medienberichten zufolge 50 Millionen Euro für Neuverpflichtungen zur Verfügung gestellt.

"Für alle anderen wird es darauf ankommen, kreative Lösungen zu finden", schreibt "FouFourTwo". "Wenn es plötzlich eine große Sache ist, zusätzliche fünf Millionen Pfund für einen Spieler auszugeben, gibt es einige Vereine, die ihre Prozesse verfeinern müssen." Auch in der reichsten Liga der Welt.

Die Top-Transfers 2019- was wurde aus ihnen?

Egal wie groß der Sparzwang ist - die Situation ist so neu und ungewöhnlich, dass ein Pokern bis kurz vor der Deadline am 5. Oktober zu erwarten ist.

Die bisherigen Top-Transfers des Sommers

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