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Fußball | Transfermarkt - Kleines Geschäft am Deadline-Day

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Am letzten Tag des Transfermarktes wechselten noch zahlreiche Spieler den Verein. Neben zwei größeren Einkäufen und zwei geplatzen Deals dominierten weiterhin Leihgeschäfte.

Davy Klaassen, Milot Rashica
Davy Klaassen (links) verlässt Werder, Milot Rashica (rechts) bleibt bei Werder.
Quelle: imago

Ausgerechnet bei Deadline Day-Frank, wie Werder-Trainer Florian Kohfeldt seinen Sportchef Frank Baumann tituliert hatte, ging am letzten Tag des Sommertransfermarktes 2020 einiges schief. Zuerst platzte laut "Bild"-Zeitung die Ausleihe von Mittelfeldspieler Marko Grujic vom FC Liverpool, und dann nach eigenen Angaben auch noch der Transfer von Milot Rashica zu Bayer Leverkusen

Rashica bleibt bei Werder

Rashica soll schon in Leverkusen gewesen sein, um zu unterschreiben. "Die Gespräche sind erst am Mittag richtig losgegangen", sagte Frank Baumann am Abend: "Es gab verschiedene Modelle. Am Ende reichte die Zeit nicht aus, um eine Lösung zu finden."

Das Fußball-Transfer-Fenster ist dicht. Unterm Strich kann man sagen: Die richtig spektakulären Transfers blieben aus, das Geld sitzt in der Bundesliga nicht mehr so locker.

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Der geplatzte Transfer von Rashica ist das beste Beispiel dafür, was in diesem Transfersommer anders ist. Bis zum Ausbruch der Pandemie konnte man sich bei Werder relativ sicher sein, die im Vertrag fixierte Ablösesumme von 38 Millionen Euro bei einem vorzeitigen Wechsel zu bekommen.

Archiv: Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen) und Frank Baumann (Geschäftsführer Fußball Werder Bremen),
Werder-Trainer Florian Kohfeldt (l.) und Manager Frank Baumann.
Quelle: imago

Jetzt  bleiben nur die Einnahmen aus dem geglückten Transfer von Davy Klaassen, um das Corona-bedingte 30 Millionen-Loch in der Kasse etwas zu verkleinern. Klaassen wechselt zu Ajax Amsterdam. Die Niederländer bezahlen nach eigenen Angaben elf Millionen Euro. Durch Bonuszahlungen könnte die Summe noch auf 14 Millionen ansteigen, wodurch Werder 500.000 Euro mehr bekommen würde, als der Verein für ihn bezahlte.

Preiseinbruch durch Corona

In der Bundesliga nahm am letzten Tag nur Bayern München noch mal richtig Geld in die Hand und verpflichtete Bouno Sarr (für geschätzte zehn Millionen Euro von Olympique Marseille) und Marc Rocca (für neun Millionen von Espanyol Barcelona). Umsonst haben sich die Münchner den vertragslosen Maxim Choupo-Moting (vorher Paris St.-Germain) geangelt.

Ansonsten dominierten auch im Transfer-Finale zahlreiche Leihgeschäfte - wie zum Beispiel Sebastian Rudy von Schalke 04 zur TSG Hoffenheim, Mattéo Guendouzi von Arsenal London zu Hertha BSC, Justin Kluivert von AS Rom zu RB Leipzig oder Douglas Costa zu Bayern München.

Die Transfers der Fußball-Bundesliga

Davy Klaassen, Milot Rashica

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Kleines Geschäft am Deadline-Day
 

Am letzten Tag des Transfermarktes wechselten noch zahlreiche Spieler den Verein. Neben zwei größeren Einkäufen und zwei geplatzen Deals dominierten weiterhin Leihgeschäfte.

von Ralf Lorenzen

Die Zahl der Transfers, die über 20 Millionen Euro hinausgehen, ist im Vergleich zum Sommer 2019 deutlich zurückgegangen. Viele Klubs würden vorsichtiger agieren und arbeiteten mehr mit Leihen plus Kaufoptionen, meint Alexander Binder, Chefredakteur des Branchendienstes "transfermatkt.de": "Das sorgt dafür, dass weniger Geld im Umlauf ist", so Binder.

Branchenprimus bleibt Premier League

Besonders wirkte sich aus, dass selbst die Premier League, in der bislang noch jeder Durchschnittklub als Preistreiber gefürchtet war, sparen muss und dadurch Domino-Effekte ausfallen. Auch Chelsea London, das in diesem Sommer am meisten Geld für neue Spieler ausgab (unter anderen die Spitzensumme von 80 Millionen für Kai Havertz und 50 Millionen Euro für Timo Werner) taugt nicht als Gegenbeispiel. Ohne Corona hätte RB Leipzig für Werner nach Ansicht von Experten wesentlich mehr Geld einnehmen können.

Die überraschend niedrige Gebühr, für die Leroy Sane von Manchester City zu Bayern München wechselte, habe nach Ansicht des englischen Fußballmagazins "FourFourTwo" schon früh auf eine Abkehr von den überhöhten Transferwerten der letzten Jahre hingedeutet: "Für alle anderen wird es darauf ankommen, kreative Lösungen zu finden", schrieb das Magazin zu Beginn der Transferperiode.

Aber selbst der für solche Lösungen bekannte Last-Minute-Spezialist Frank Baumann konnte Trainer Florian Kohfeldt am Deadline-Day (Kohfeldts Geburtstag) keinen neuen Spieler als Geschenk vorbeibringen.

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