Argentiniens WM-Helden: Heli statt Parade

    Buenos Aires im Ausnahmezustand:Berichte: Mindestens ein Toter bei WM-Party

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    Der begeisterte Empfang der WM-Helden in Argentinien ist im Chaos versunken. Bei Randalen in der Hauptstadt kam es nach übereinstimmenden Medienberichten zu mindestens einem Toten.

    Millionen Menschen haben in Argentinien die neuen Fußball-Weltmeister um Megastar Lionel Messi gefeiert. Doch die riesige Party in der Hauptstadt Buenos Aires versank im Chaos: Nach Medienberichten starb mindestens ein Mensch, in anderen Berichten ist von drei Toten die Rede. Etliche Menschen wurden verletzt.
    In einem offenen Bus mit der Aufschrift "Campeones Del Mundo" ließen sich die Weltmeister durch die Stadt fahren. Hunderttausende Fans säumten die Straßen, im Gedränge ging es nur im Schritttempo voran. Rundherum spielten sich teils chaotische Szenen ab: Einige Anhänger versuchten von Brücken auf den Bus zu springen, um ihren Idolen näher zu kommen. Ein Fan rutschte ab und stürzte in die Tiefe, wie auf Videos in Sozialen Netzwerken zu sehen ist.
    Argentinien, Buenos Aires: Fußball, WM: Nach der Ankunft von Weltmeister Argentinien in der Heimat: Lionel Messi (M.) und seine Kameraden der argentinischen Fußballmannschaft fahren auf einem offenen Bus während ihrer Heimkehrparade.
    Nach der Ankunft wird Weltmeister Argentinien in der Heimat in einem offenen Bus auf den Straßen von Buenos Aires von Millionen Fans gefeiert.
    Quelle: Rodrigo Abd/AP/dpa

    Sicherheit der Teilnehmer gefährdet

    Die Parade wurde unterbrochen. Regierungssprecherin Gabriela Cerruti gab via Twitter bekannt, dass die Spieler ihre Parade per Hubschrauber fortsetzen werden. "Lasst uns weiterhin in Frieden feiern und ihnen unsere Liebe und Bewunderung zeigen", schrieb Cerruti.
    Es kam zu Ausschreitungen, vereinzelt sollen Fans die Polizei angegriffen haben. Nach Medienberichten stürzten Menschen bei den Feierlichkeiten von Bäumen und Dächern und verletzten sich. Einige Fans stürmten auch in den eigentlich geschlossenen Obelisken, das rund 68 Meter hohe Wahrzeichen der Stadt. Auf Fotos in Sozialen Medien sieht man Menschen in schwindelerregender Höhe in den Fenstern sitzen.
    Fußball-Fans haben den Obelisken gestürmt
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    Einer, der für Geld alles macht?
    :Messi und sein Preis der Instrumentalisierung

    Lionel Messi verdient als Fußballer Millionen, wirbt obendrein für Saudi-Arabien. Biographisch erklärbar? Grenzenlose Gier? Ist es lukrativ, lässt sich auch er gerne vereinnahmen.
    von Florian Haupt
    Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, legt Argentiniens Lionel Messi vor Übergabe des WM-Pokals vor Fifa-Präsident Gianni Infantino ein Bischt, ein traditionelles arabische Kleidungsstück an.
    Die Lieblinge der Nation waren gegen 2:30 Uhr Ortszeit und damit fast zwei Tage nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft in ihrer Heimat gelandet. Messi stieg als erster Spieler aus dem Airbus A330 der Fluggesellschaft Aerolinas Argentinas und präsentierte den Fans den WM-Pokal, danach verließ Trainer Lionel Scaloni die Maschine.

    Erinnerungen an Maradona-Abschied

    Den Flieger zierte ein Messi-Porträt, dazu der Spruch "ein Team, ein Land, ein Traum". Über einen roten Teppich lief die Mannschaft zu einem offenen, weißen Doppeldecker-Bus. Zunächst ging es fünf Kilometer hinüber zum Verbandsgelände in Ezeiza. Der Auftakt für einen langen Feiertag, den die Regierung für den Dienstag landesweit ausgerufen hatte.
    Schon am Sonntag waren nach dem finalen Elfmeter beim 4:2-Triumph über Frankreich (3:3 n.V.) laut offiziellen Angaben gut eine Millionen Fans auf die Straßen im Großraum Buenos Aires gestürmt, hatten sich vor allem rund um den Obelisken und auf die dahinführende Prachtstraße 9 de Julio zu einem endlosen Menschenknäuel gestaut.
    Einer Ehrung im Präsidentenpalast Casa Rosada standen zunächst Sicherheitsbedenken entgegen. Bei der Aufbahrung des Leichnams von Idol Diego Maradona im November 2020 war es dort zu chaotischen Szenen gekommen. Deshalb wurde auch die Schutzstufe für den Empfang der Weltmeister erhöht.
    Quelle: sid, dpa, ZDF