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Gladbach-Kapitän zu WM in Katar - Eindringlicher Appell an die Fußball-Elite

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Gladbachs Kapitän Lars Stindl spricht sich für einen kritischen Blick auf die Menschenrechtsverletzungen und Arbeitsbedingungen in Katar aus - und das nicht erst bei der WM.

Borussia Mönchengladbach-Kapitän Lars Stindl allein auf dem Spielfeld im Spiel gegen den VfB Stuttgart am 05. Mai, 2021.
Borussia Mönchengladbachs Kapitän Lars Stindl.
Quelle: dpa

Vor sechs Jahren haben die Gladbacher Lars Stindl aus Hannover an den Niederrhein geholt, seit fünf Jahren trägt der offensive Mittelfeldakteur dort mittlerweile die Kapitänsbinde. Und zwar in einer Art, die Borussias Sportdirektor Max Eberl so beschreibt: "Lars ist ein Spieler, der nicht so im Fokus steht, weil er nicht so laut zu sein scheint, der aber trotzdem sehr meinungsstark ist."

Unterstützung für Tim Sparv

Genau in diesem für ihn typischen Stil brach Stindl nun gerade eine Lanze für Tim Sparv. Der Kapitän der finnischen Nationalmannschaft forderte Anfang September in einem bemerkenswerten Gastbeitrag in "The Players Tribune" Spieler, Verbände, Fans und Journalisten dazu auf, die Diskussion über die Menschenrechtsverletzungen und die Arbeitsbedingungen in Katar, im Spätherbst 2022 Austragungsort der Fußball-WM, in Gang zu halten.

Beim 33-jährigen Stindl stößt der 16 Monate ältere Sparv mit seinem Aufruf auf offene Ohren. "Ich finde es sehr, sehr positiv, dass sich ein aktiver Spieler zu dem Thema äußert. Dass er auf die ganzen Missstände und die Umstände dort hinweist", betonte Stindl bei seinem Besuch im "aktuellen sportstudio" – und äußerte dazu seine Hoffnung:

Vielleicht bekommt das ein Stück weit mehr Gehör, als wenn es nur, was ja auch schon häufig geschehen ist, Politiker oder Funktionäre machen.
Lars Stindl

Mit Gladbachs Kapitän Lars Stindl zu Gast. Und ab Montag 0 Uhr mit der Fußball-Bundesliga inklusive einem ausführlichen Bericht zum Abenspiel Köln - Leipzig.

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81 min
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T-Shirt-Aktion der DFB-Auswahl

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hatte Ende März, zu Beginn ihrer WM-Qualifikationskampagne, vor der Partie gegen Island die T-Shirt-Aktion "Human Rights" öffentlichkeitswirksam platziert. Weil die Aktion anschließend auf den Social-Media-Kanälen des DFB verwertet wurde, setzte es umgehend Kritik, die Sache werde zu Imagezwecken genutzt.

Wer meine, dass sich Spieler wie Manuel Neuer oder Ilkay Gündogan aus Marketinggründen vor solch einen Karren spannen ließen, der irre gewaltig, erklärte der damalige Bundestrainer Joachim Löw daraufhin energisch. Eine Einschätzung, die Stindl jetzt bestätigte.

Stindl: Spieler machen sich Gedanken

"Ich weiß, dass das Anliegen aus der Mannschaft, von den Jungs kam, die da wirklich aktiv Stellung beziehen wollten", so Stindl, der selbst elf Mal in der Nationalmannschaft spielte und dabei 2017 den Confederations Cup gewann. "Und", so Stindls Einschätzung, "das haben sie mit der Aktion getan. Weil sie sich auch Gedanken machen, wo diese WM stattfindet."

Nach den ersten Qualifikationsspielen zur Fußball-WM 2022 wird die Kritik an dem WM-Gastgeber Katar wegen Menschenrechtsverletzungen immer lauter. ZDFheute live ordnet ein.

Beitragslänge:
32 min
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Laut der britischen Zeitung "Guardian" sollen seit der WM-Vergabe an Katar mindestens 6.500 Arbeitsmigranten im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf das Turnier gestorben sein. Für einen Boykott der WM sei man "zehn Jahre zu spät" dran, kommentierte der Münchner Nationalspieler Joshua Kimmich bereits im Frühjahr. Die WM findet statt – und sie soll nicht nur die Bühne für Hochglanzbilder liefern.

Die Reichweite des Fußballs nutzen

Das wünscht sich auch Lars Stindl. "Im nächsten Jahr wird die ganze Welt auf Katar schauen - und man kann, unabhängig von den Blicken, die wir dann auf die Stadien haben, von der Aufmachung, von all den positiven Eindrücken, trotzdem darauf hinweisen, welche Missstände dort vor Ort herrschen", fordert der Gladbacher - und nimmt dabei die versammelte Fußball-Elite mit in die Verantwortung.

"Diese Chance, während der WM den Scheinwerfer auf Katar zu richten, sollten wir auf jeden Fall nutzen", betont der langjährige Kapitän der Fohlenelf. "Aber nicht nur die deutsche Nationalmannschaft - sondern auch alle anderen Mannschaften, die eine gewisse Reichweite haben."

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