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Neue Bestechungsvorwürfe um WM-Vergaben

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Fußball-WM - Korruption - Neue Bestechungsvorwürfe um WM-Vergaben

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So klar haben es die US-Ankläger noch nie formuliert: Rund um die WM-Vergaben an Russland und Katar sollen Bestechungsgelder geflossen sein.

So klar haben es die US-Ankläger noch nie formuliert: Rund um die WM-Vergaben an Russland und Katar sollen Bestechungsgelder geflossen sein. Dazu ZDF-Korrespondent Nils Kaben.

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Durch die weitere Episode im FIFA-Skandal um Millionenzahlungen und verschwörerische Mails gerät der WM-Gastgeber 2022 in Erklärungsnot. Zweieinhalb Jahre vor der Winter-WM in Katar werden der umstrittene Gastgeber und der Fußball-Weltverband FIFA von brisanten Details im US-Prozesskrimi erschüttert. Bestechung von insgesamt vier Ex-Funktionären, verschwörerische Mails, Zahlungen über Strohfirmen in der Karibik: So deutlich wie nie zuvor skizziert die Staatsanwaltschaft auf 70 Seiten in einer offiziellen Anklageschrift auch den angeblichen Betrug bei den WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022.

Neuvergabe unrealistisch

Nach jahrelangen Ermittlungen und mehr als 40 Anklagen im FIFA-Korruptionsskandal setzen die Anschuldigungen der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden die katarischen WM-Ausrichter unter Druck - und könnten Rufe nach Konsequenzen wieder aufleben lassen.

Eine Neuvergabe ist aus Expertensicht aber unrealistisch. Auf Anfrage äußerten sich zunächst weder die FIFA noch die Organisatoren im Wüstenstaat. In der Vergangenheit hatten Katar und Russland derartige Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Schon bei der Vergabe der WM-Turniere nach Russland und Katar hat es Korruptionsvorwürfe gegeben. Nun sind neue Beweise aufgetaucht. Die US-Justiz ermittelt.

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In der Anklage vor einem Bundesgericht in Brooklyn, die am Montag veröffentlicht wurde, wird drei Medienrechtehändlern und einem Unternehmen aus Uruguay Überweisungsbetrug und Geldwäsche vorgeworfen. Zündstoff findet sich aber auch in den weiteren Unterpunkten zu den Ermittlungen.

Demnach sollen drei südamerikanische Funktionäre Gelder für ihre Stimme an Katar erhalten haben: Der inzwischen gestorbene Nicolás Leoz, damaliger Chef des südamerikanischen Kontinentalverbands; Ricardo Teixeira, Ex-Fußballchef Brasiliens, der wegen anderer Delikte lebenslang von der FIFA gesperrt wurde; und ein namentlich nicht genannter Mitverschwörer, der hohe Positionen in der FIFA und dem argentinischen Fußball innehatte.

Vorwürfe um Vergabe der WM 2018

Bereits vor knapp zweieinhalb Jahren hatte Kronzeuge Alejandro Burzaco, Ex-Chef einer argentinischen Sportmarketingfirma, ausgesagt, dass der frühere FIFA-Vize Julio Grondona bei der WM-Vergabe an Katar mehr als 800.000 Euro erhalten haben soll. Schon darin hatte Gianni Infantino keinen Anlass für neue Schritte gegen Katar gesehen: "Unglücklicherweise gibt es eine schlechte Vergangenheit. Wir müssen lernen und nach vorne schauen", sagte der Weltverbandschef im Dezember 2017.

Unglücklicherweise gibt es eine schlechte Vergangenheit. Wir müssen lernen und nach vorne schauen
FIFA-Präsident Gianni Infantino

Auch rund um die Vergabe der WM 2018 an Russland gibt es erneut schwere Vorwürfe. Laut Anklage soll der mittlerweile lebenslang gesperrte Jack Warner für seine Stimme fünf Millionen US-Dollar an Schmiergeld erhalten haben - gezahlt über zehn Offshore-Strohfirmen in mehr als zwei Dutzend Überweisungen. Der Name des nachweislich korrupten Ex-FIFA-Vizes aus Trinidad und Tobago tauchte auch im Skandal um die WM 2006 in Zusammenhang mit einem Vertragsentwurf auf.

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