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Task Force Profifußball - Reformen: Die DFL ist am Zug

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Die Task Force Profifußball hat ihre Arbeit beendet, ein Abschlusspapier steht aus. Fan-Vertreterinnen und Vertreter erwarten deutliche Reformen.

Das Logo der deutschen Fußball Liga (DFL) prangt im Frankfurter Westend vor einem Bürohaus, Sitz der DFL-Zentrale.
Der deutsche Fußball soll reformiert werden. Die DFL hat dazu eine Task Force zusammengerufen.
Quelle: DPA

Kurz vor Weihnachten diskutierten 36 Menschen drei Stunden über die Zukunft des deutschen Profifußballs: Fans mit Funktionären, Politiker*innen mit Wissenschaftler*innen, Leute aus Arbeitswelt mit Kulturschaffenden. Die Corona-Pandemie hatte im Frühjahr die Schieflagen im System Profifußball schlagartig verschärft und die Kritik daran wanderte von den Fan-Kurven in die Mitte der Gesellschaft.

DFL will Reformen

"Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“, hatte die DFL im April mitgeteilt und eine "Task Force Zukunft Profifußball“ gegründet, die ihre Arbeit mit der dritten Gesprächsrunde im Dezember vorläufig abgeschlossen hat. In den kommenden Wochen sollen die Empfehlungen der Task Force von der DFL in einem Papier zusammengefasst werden, über das in einer vierten Gesprächsrunde Runde beraten wird.

Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen.
DFL-Mitteilung

Bis dahin wurde über die Ergebnisse Stillschweigen vereinbart. Einen kleinen Spalt öffnete ein Podcast der beteiligten Fanitiativen, die ihre Basis auf dem Lauf hielten, ohne zu viel zu verraten: "Wir haben die Wut, die wir lange in uns hatten und durch die Stadien skandiert haben, in klugen Zorn umgewandelt und in den Diskurs getragen", sagt Dario Minden in dem Podcast.

Offene Ohren für die Task Force?

Und weiter: "Dass wir die Missstände ins Zentrum der Fußballbranche transportieren konnten und da auf sehr offene Ohren gestoßen sind, ist ein Zwischenerfolg. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir zumindest ein starkes Empfehlungspapier sehen werden."

Die DFL hat beschlossen, die Einnahmen aus den Fernsehgeldern neu zu verteilen. Es sei aber gerade nicht die Zeit für radikale Lösungen, so DFL-Chef Christian Seifert.

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Die eigentliche Nagelprobe auf die Reformfähigkeit des Profifußballs kommt erst noch. So wird sich zeigen müssen, wie sich die einzelnen Positionen im Abschlusspapier wiederfinden und wie die Verbände und Vereine mit den Empfehlungen der Task Force umgehen. "Ich gehe davon aus, dass in dem Papier alles vorkommt, was in den Gesprächsrunden vorgetragen wurde. Ich bin gespannt, ob die Empfehlungen, über die es einen breiten Konsens gab, entsprechend gewichtet und hervorgehoben werden“, sagt Helen Breit, die Vorsitzende der Fanorganisation "Unsere Kurve" im Gespräch mit ZDFsport.

Ein Basis-Thema: Die 50+1-Regel

Konkrete Punkte nennt Breit den Vereinbarungen entsprechend nicht. Den fundierten Konzepten, die zahlreiche Fans im letzten Jahr erarbeitet haben, lässt ich jedoch entnehmen, welche Positionen den Fans besonders wichtig sind: Erhalt und Ausbau der 50+1-Regel, Financial Fair Play in den deutschen Ligen sowie die Chancengleichheit im Wettbewerb.

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von dpa, sid

"Bei den Basisthemen habe ich keinen Dissens wahrgenommen, ein paar Grundüberzeugungen zum Fußball scheinen über die unterschiedlichen Rollen hinaus ähnlich zu sein", sagt Breit. "Ich hoffe, dass das in dem Empfehlungspapier deutlich wird und es zu Reformen führt, die vor allem Maßnahmen zur Integrität des Wettbewerbs beinhalten."

Deutscher Fußball vor Veränderung

Die Verteilung der TV-Gelder als ein wesentlicher Schüssel für die Chancengleichheit war kein Thema der Task Force. Den neuen Schlüssel haben die Fanorganisationen scharf kritisiert, da das Leistungs- und Vermarktungsprinzip vorherrschend bleibe. Umso genauer achten die Fans darauf, wie die DFL und ihre Mitgliedsvereine mit den Vorschlägen der Task Force umgehen.

Die zwangsweise Ruhe in den Stadien führt dazu, dass die tatsächliche Stimmungslage unter den Fans nicht wahrgenommen wird.
Helen Breit, Vorsitzende der Fanorganisation "Unsere Kurve"

"Die organisierten Fans erwarten, dass es zu substanziellen Veränderungen kommt", sagt Breit. Diese Einschätzung wird durch eine Umfrage-App gestützt, die im Auftrag des SID eine Studie zu Kommerzialisierung, Spannung und Fannähe im deutschen Profifußball durchgeführt hat. Demnach sehen 75,2 Prozent eine Fehlentwicklung des Profifußballs, 64,8 Prozent fordern eine einschneidende Reformierung.

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