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Hoeneß und Lemke: Da geht noch mehr

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Gehaltsverzicht im Profifußball - Hoeneß und Lemke: Da geht noch mehr

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Bei der Höhe des Gehaltsverzichtes im Profifußball gleicht die Bundesliga einem Flickenteppich. An die Zahlen der Traditionsklubs in Barcelona und Turin kommt niemand heran.

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Bayern Münchens Profis, hier Thomas Müller beim Elfmeter, verzichten derzeit auf 20 Prozent ihres Gehalts.
Quelle: DPA

In der Debatte um Gehaltsverzicht im Profifußball in Zeiten der Coronakrise üben sich aktuelle Verantwortungsträger in Zurückhaltung. "Es greift zu kurz, zu sagen, die Spieler müssen trotz laufender Verträge mal eben auf 50 oder 70 Prozent verzichten", sagt Klaus Filbry, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Werder Bremen laut deichstube.de. Schließlich seien die Spieler die wichtigsten Mitarbeiter im Verein.

Verzicht bis zum Normalbetrieb verlängern

Klarer äußern sich ehemalige Funktionäre. Und da kommt es zu einem seltenen Gleichklang alter Rivalen. "Ich sehe das nicht nur auf den April begrenzt, sondern für so lange, bis der Fußball wieder normal gespielt werden kann", sagte Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß dem "kicker" zum aktuell verabredeten Gehaltsverzicht der Bayern-Profis von 20 Prozent.

Und Werder Bremens Ex-Manager Willi Lemke kritisierte bei Radio Bremen Überlegungen, Zuschauer eventuell um den Verzicht auf Rückerstattung von Eintrittsgeldern zu bitten. Stattdessen solle man den Hebel stärker bei den Profis ansetzen: "Man hört in der Bundesliga, dass auf etwa zehn Prozent des Gehalts verzichtet wird", sagte Lemke:

Wenn man jetzt die zehn Prozent auf die drei Monate umrechnet, sind das 2,5 Prozent des Jahreseinkommens eines Bundesliga-Profis.
Willi Lemke

Vier Monate Totalverzicht bei Lazio und Juve

Befeuert worden ist die neuerliche Diskussion über einen angemessen Profi-Gehaltverzicht von Meldungen, dass die Spieler des FC Barcelona auf 70 Prozent, die Mannschaften von Juventus Turin und des AS Rom gar vier Monate lang komplett aufs Gehalt verzichten.

Der deutsche Profi-Fußball hat sich mit einem Konzept gewappnet für den Tag X, an dem der Ball wieder rollen darf. Doch der Plan für Spiele ohne Zuschauer ist umstritten und wird heftig diskutiert.

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An diese Zahlen kommt in der Bundesliga kein Spieler heran. Viele Vereine kommunizieren die genauen Zahlen nicht, doch laut Presseberichten liegen hierzulande die Spieler von Schalke 04 mit einem Verzicht von 30 Prozent an der Spitze. Eine Empfehlung hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) im Gegensatz zur Premier League nicht ausgesprochen.

Flickenteppich auch in der Premier League

In Großbritannien lehnt die Spielergewerkschaft PFA den empfohlenen Gehaltsaufschub von 30 Prozent strikt ab. In einzelnen Klubs wie FC Southampton und West Ham United haben die Spieler zumindest einem Gehaltaufschub zugestimmt.

Bei Arsenal London verzichten die Spieler laut Presseberichten auf 12,5 Prozent ihres Jahresgehalts - erhalten den Betrag allerdings beim Erreichen bestimmter Ziele zurück. Bei den Spielergehältern in der Bundesliga, die knapp 1,5 Milliarden Euro im Jahr betragen, ergäbe ein Verzicht von 12,5 Prozent eine Gesamtsumme von knapp 190 Millionen Euro.

Neue Situation bei Saisonabbruch

Wie sich die Diskussion um den Gehaltsverzicht weiterentwickelt, hängt entscheidend vom Beschluss der Ministerpräsidenten am Donnerstag ab, ob Geisterspiele möglich werden.

"Es gibt Szenarien, bei denen wir mit den Spielern sprechen müssten", sagt Klaus Filbry. "Wenn es wirklich einen Abbruch geben sollte, stellt sich die Situation nochmal dramatischer dar. Dann wird es sicherlich vertiefende Gespräche geben müssen."

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