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Leise Hoffnung auf Geisterspiele

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Bundesliga | Coronakrise - Leise Hoffnung auf Geisterspiele

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Markus Söder hat den Fußball-Bundesligisten Hoffnung hinsichtlich Geisterspielen gegeben. Bei der Ministerpräsidenten-Konferenz waren Spiele ohne Fans noch kein Thema gewesen.

Fußball Bundesliga Spiel ohne Zuschauer
Fußball-Bundesliga am 11. März 2020: Das Spiel Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln (2:1) fand ohne Zuschauer statt.
Quelle: dpa

Die Enttäuschung wich rasch neuer Zuversicht. Der Profifußball musste der vertagten Geisterspiel-Entscheidung der Politik nicht lange nachtrauern. Schon am Donnerstag gab es eindeutige Signale aus München, die den Beschluss für einen Saison-Neustart trotz der Corona-Pandemie nur als eine Frage der Zeit erscheinen lassen.

"Wir werden in den nächsten Wochen gemeinschaftlich diskutieren, ob Geisterspiele möglich sind. Ich halte das aber für denkbar", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

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Bundesligisten hoffen auf TV-Geld

Auch eine andere Entwicklung deutet darauf hin, dass die Rettung in greifbarer Nähe ist. Die Klubs dürfen darauf hoffen, dass die Inhaber der Medienrechte die ausstehende letzte Rate für die laufende Saison trotz der Unterbrechung bald überweisen.

"Wir sind in ständigem Austausch mit unserem langjährigen Partner DFL, insbesondere angesichts der aktuellen Situation der Bundesliga und 2. Bundesliga", erklärte der größte Rechte-Inhaber "Sky" auf Anfrage des Sport-Informationsdienstes (SID). Man wolle "konstruktive Lösungen finden". Damit könnte die Gefahr von Insolvenzen, von denen laut "kicker" angeblich 13 der 36 Vereine - darunter auch Schalke 04 - bedroht sind, fürs Erste gebannt.

Wenn es perfekt für den Fußball läuft, machen Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs bei ihrer Konferenz am 30. April den Weg für die Geisterspiele frei - und Mitte Mai geht es wieder los. Ein ähnliches Szenario hält ZDF-Reporter Thomas Wark für realistisch. Der 23. Mai sei ein "prima Tag" für den Neustart.

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Das Pokalfinale am 23. Mai verschieben und stattdessen die Fußball-Bundesliga neu starten - dieses Szenario hält ZDF-Reporter Thomas Wark nach dem aktuellen Stand für sinnvoll.

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Söder: "Sehr gutes Hygienekonzept"

Söders Einschätzung legt einen Ablauf dieser Art nahe. Die DFL erstelle ein "wie ich sehe und höre intensives und sehr gutes Hygienekonzept. Es ist ja eine Berufsausübung", sagte der CSU-Politiker.

Tatsächlich arbeitet die DFL seit Wochen an der Logistik für Geisterspiele. Zudem wird bei den Klubs in Kleingruppen trainiert, um sich auf den "Tag X" vorzubereiten.

20.000 Corona-Tests nötig

Entscheidend dürfte sein, wie der Fußball garantieren kann, dass durch die Ausführung der Spiele keine Gefahren einer Ansteckung bestehen und dass es keinen negativen Effekt für die Allgemeinheit geben wird.

Das Szenario für einen Wiederbeginn wird von der DFL-Taskforce unter der Leitung von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer erarbeitet. Der Profifußball benötigt etwa 20.000 Corona-Tests für die ausstehenden Begegnungen. Hier hat ZDF-Reporter Thomas Wark Bedenken: "Kann man es ethisch-moralisch verantworten, wenn ein Teil unserer Bevölkerung keinen Zugriff auf diese Tests hat"?

Die DFL geht in diesem Zusammenhang von einer deutschlandweiten Testkapazität von mindestens 550.000 pro Woche aus. Die Argumentation ist klar: Angesichts einer Kapazität von mehreren Millionen über mehrere Wochen hinweg sind 20.000 Tests für die neun ausstehenden Spieltage in diesem Zeitraum vertretbar.

GdP von NRW gegen Geisterspiele

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen sprach sich dagegen deutlich gegen Partien ohne Fans aus. "Für die Dauer der Kontaktsperre dürfen keine Geisterspiele stattfinden. Das Ansteckungsrisiko muss auch für Spieler und Schiedsrichter, aber auch für Mannschaftsbetreuer und Mitarbeiter der Stadien und Rundfunk- und Fernsehanstalten minimiert werden", sagte Michael Maatz.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht zurückhaltend zu den geforderten Lockerungen, bei Schulen dürfe es keinen politischen Überbietungswettbewerb geben. Sollten Lockerungen kommen, dann nur „verantwortungsvoll“ und „mit klaren Auflagen“.

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