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Damit Frauen kicken können : Gemischte Teams im Amateurfußball erlaubt

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Seit Kurzem sind gemischt-geschlechtliche Teams im Amateurfußball offiziell erlaubt. Für Frauen geht es dabei vor allem um die Möglichkeit, überhaupt Fußball spielen zu können.

Gemischte Teams im Amateurfußball
Gemischte Teams im Amateurfußball: Jessica Eckl (links) vom FC OVI-Teunz in der Oberpfalz ist eine der zwei ersten Frauen, die in Deutschland ein offizielles Pflichtspiel in einem Männer-Team bestritten.
Quelle: Imago

Lena Oberdorf ist erst 20 Jahre alt, dennoch hat die Vize-Europameisterin bereits einen sehr speziellen Karriereweg hinter sich. Bis zu ihrem Wechsel in die Bundesliga zur SGS Essen spielte die damals 16-Jährige bei ihrem Heimatverein TSG Sprockhövel bei den Jungs, eine Mädchen- oder Frauenmannschaft gab es nicht. In Deutschland sind gemischte Mannschaften bis zur U17 erlaubt, ab dann wurde es für Frauen schwer - bis jetzt.

Frauen-Mannschaften selten

Seit Juni erlaubt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Rahmen eines Pilotprojektes gemischt-geschlechtliche Mannschaften auch im Amateurbereich - die Altersbeschränkung ist aufgehoben. Es geht dabei auch um Gleichberechtigung, viel mehr aber darum, Frauen überhaupt eine Möglichkeit zu bieten, Fußball zu spielen.

Auch wenn sie das Finale verloren haben: Die DFB-Frauen haben bei der EM Werbung gemacht. DFB und DFL müssen es jetzt besser machen als nach der Heim-WM 2011 und Olympiagold 2016.

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Denn Frauen-Mannschaften sind in Deutschland weiterhin selten. Von mehr als 24.000 Vereinen hat im Schnitt gerade einmal jeder fünfte überhaupt eine gemeldet. In Bayern wird der Unterschied noch deutlicher: Im Oktober 2021 waren dort mehr als 6.000 Herren- und nur knapp 800 Frauen-Teams gemeldet.

Bayerischer Fußball-Verband macht Anfang

Viele Spielerinnen seien nach der Jugend aufgrund fehlender Möglichkeiten "nicht in einer Frauen-Mannschaft Mitglied geworden, sondern die haben mit dem Fußballspielen aufgehört", sagte Sandra Hofmann, Vorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses im Bayerischen Fußball-Verband (BFV), Ende Juli im Deutschlandfunk.

Anfang Juli hatte der BFV als erster Landesverband seine Spielordnung angepasst, um gemischte Mannschaften auch im Amateurbereich zu ermöglichen.

Uns geht es vielmehr darum, dass wir keine einzige Frau verlieren wollen, nur weil ihr die Möglichkeit fehlt, bei einem Frauen-Team zu spielen.
Sandra Hofmann, Bayerischer Fußball-Verband (BFV)

In den Niederlanden sind gemischte Mannschaften bereits seit der Saison 2021/22 erlaubt. In Deutschland sind der BFV und der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen bislang die einzigen Landesverbände, die eine solche Möglichkeit bieten. Beim BFV seien seit der Regeländerung lediglich zehn entsprechende Anträge eingegangen, jedoch seien die "losen" Anfragen "um ein Vielfaches höher".

Premiere von gemischten Teams findet großen Anklang

Als Mitte Juli in der Oberpfalz das erste Spiel stattfand, in dem Frauen in einem Punktspiel der Herren auf dem Platz standen, fand dies bereits großen Anklang. "Es ist absolut bemerkenswert, dass der Bayerische Fußball-Verband diese Möglichkeit neu geschaffen hat", sagte Jessica Eckl, eine der zwei eingesetzten Spielerinnen vom FC OVI-Teunz II: "Das ist in der heutigen Zeit einfach nur passend."

Gleichzeitig gilt aber weiterhin: Oberstes Ziel beim BFV ist die Stärkung des Mädchen- und Frauenfußballs.

Erfolgreiche EM als Steilvorlage

Die erfolgreiche Europameisterschaft sei dafür die "perfekte Steilvorlage", äußerte BFV-Vizepräsidentin Silke Raml. In jedem Fall werde es "einen kurzfristigen Effekt mit signifikanten Zuwächsen bei den Mädchen geben", so Raml weiter: "Die Kunst aber wird es sein, diese neuen Spielerinnen auch auf lange Sicht zu begeistern, sie zu binden. Wir werden es uns auf Dauer schlicht nicht mehr leisten können, die Hälfte unserer Bevölkerung mehr oder minder außen vor zu lassen."

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