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Entscheidet die Pandemie über den Titel?

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Restart Handball-Bundesliga - Entscheidet die Pandemie über den Titel?

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Die Handball-Bundesliga startet in die neue Saison. Die Topklubs befürchten, dass Corona die Tabelle nachhaltig beeinflusst. Zumal die Leistungsträger eine Mammutsaison erwartet.

Getec-Arena unter Corona-Bedingungen beim ersten Testspiel der 1. Handball Bundesliga
Am 1. Oktober startet die HBL in die Saison. Bei Einhaltung von Hygienevorschriften können Stadien und Hallen wieder flächendeckend bis zu 20 Prozent der Zuschauerkapazität gefüllt werden.
Quelle: imago images / Hartmut Bösener

Über sechs Monate ruhte der Spielbetrieb im Handball, die längste Pause seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Aber an der Favoritenstellung des Rekordmeisters aus Kiel hat sich nach Ansicht von Uwe Gensheimer wenig geändert, wenn am Donnerstabend die 55. Bundesliga-Saison mit fünf Partien startet. Gefragt, wer die "Zebras" überhaupt stoppen könne, antwortete der Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen knapp: "Verletzungen."

Das lässt sich nachvollziehen, schließlich verpflichtete der Titelverteidiger den derzeit begehrtesten Handballprofi des Planeten: Der 25-jährige norwegische Rückraumstar Sander Sagosen kam aus Paris an die Kieler Förde. Der Halblinke demonstrierte schon beim klaren 28:24-Sieg im Supercup gegen die SG Flensburg-Handewitt sein sagenhaftes Können.

Kiel verändert Zimmerbelegung

Und doch regiert die Ungewissheit. Bei den Spitzenklubs ist die Sorge groß, dass die Corona-Pandemie die Tabelle nachhaltig beeinflusst. Man versuche, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten, betonte der Geschäftsführer des THW Kiel, Viktor Szilagyi: "Wir haben unsere Zimmerbelegung innerhalb der Mannschaft verändert, das heißt, die Spieler-Duos, die normalerweise positionsgebunden das Zimmer teilen, haben wir aufgelöst."

Damit will der Rekordmeister der Gefahr vorbeugen, dass sich beide Torleute gleichzeitig infizieren oder durch Quarantäne-Maßnahmen ausfallen. Nach den Durchführungsbestimmungen muss ein Klub auflaufen, solange mehr als 50 Prozent der Kaderspieler spielfähig sind – notfalls muss dann mit Junioren aufgefüllt werden. Erst wenn die Hälfte des Kaders ausfällt, wird ein Spiel verschoben.

Wie der Rest der Handball-Bundesliga bereitet sich auch der SC Magdeburg auf den Beginn der neuen Saison vor. Wegen der Corona-Pandemie wird es eine Spielzeit wie keine zuvor.

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Mammutprogramm für Leistungsträger

Man werde nicht verhindern können, so Szilagyi, "dass wir sehr kuriose Situation erleben werden, entweder Spiele zwischen zwei Juniorenmannschaften in der Bundesliga oder tatsächlich Spielausfälle, wo man sich wieder auf dem Grünen Tisch irgendwie finden muss. Das können wir nicht ausschließen."

Doch selbst die Verlegung einiger Partien ist aufgrund des Mammutprogramms kaum möglich. Nationalspieler wie der Kieler Kreisläufer Hendrik Pekeler haben nicht nur 38 Ligaspiele vor sich, sondern auch 14 Vorrundenbegegnungen in der Champions League und folgende K.o-Spiele, dazu das nationale Final4, das nachzuholende Champions League-Final4 von 2020 im Dezember in Köln, die EM-Qualifikation, die WM im Januar in Ägypten und die Olympiaqualifikation für Tokio 2021.

Überraschende Resultate, hohe Verletzungsquote

Rund 80 Pflichtspiele können für die Leistungsträger zusammenkommen, weshalb die Spitzenklubs kaum die Möglichkeit besitzen, Spiele nachzuholen. Daher sagt auch Kiels Trainer Filip Jicha überraschende Resultate voraus.

Andere Coaches befürchten höhere Verletzungsquoten, weil die Profis in der Corona-Zwangpause lange Zeit nicht handballspezifisch trainieren konnten. Jedenfalls haben deshalb auch Profis aus anderen Klubs Ambitionen auf die Meisterschaft angemeldet, etwa der Magdeburger Linksaußen Matthias Musche: "Niemand von uns tritt an, um Dritter zu werden." Und die Rhein-Neckar Löwen um ihren Regisseur Andy Schmid wollen die durchwachsene letzte Saison vergessen machen.

Corona auch im Abstiegskampf als Faktor

Und dann wird es, da die Liga infolge des Abbruchs der Vorsaison vier Absteiger ermitteln muss, einen großen Kampf gegen den Abstieg geben. Für die Aufsteiger TuSEM Essen und HSC 2000 Coburg zählt wie für die Eulen Ludwigshafen, Nordhorn-Lingen und Balingen jeder Punkt. Auch in diesem Kampf könnte die Pandemie freilich eine zentrale Rolle einnehmen.

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