Kleiner Dämpfer für Spitzenreiter Magdeburg, wichtiger Erfolg für Kiel: Das 30:25 im Spitzenspiel ist vor allem für die Champions-League-Ambitionen des THW von Bedeutung.
Mit einem meisterlichen Auftritt hat Titelverteidiger THW Kiel die bevorstehende Wachablösung in der Handball-Bundesliga noch einmal hinausgezögert.
Der Rekordmeister gewann das Topspiel beim SC Magdeburg mit 30:25 (17:15) und fügte dem souveränen Tabellenführer vor 5.558 Zuschauern die zweite Saison-Niederlage zu. Mit 44:4 Punkten bleibt Magdeburg im Titelrennen dennoch weiter in der Pole Position vor dem THW (40:10) und den Füchsen Berlin (37:9).
Zweiter Platz für Champions League wichtig
Dank des Erfolges wahrte der THW die Mini-Chance auf die Titelverteidigung und vor allem die Aussicht auf die Teilnahme an der Champions League, für die am Saisonende der zweite Platz erreicht werden muss.
Trotz der Heimpleite kann Magdeburg den ersten Meistertitel seit 21 Jahren weiter aus eigener Kraft perfekt machen. Dennoch war die Enttäuschung zunächst groß. "Wir haben uns natürlich alle mehr vorgestellt, aber wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht. Es war viel Krampf", sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert.
Gleich Feuer im Spitzenspiel
Im Duell Erster gegen Zweiter war von Beginn an Feuer drin. Für den ersten Aufreger sorgte Magdeburgs Nationalspieler Philipp Weber mit einer harten Attacke gegen THW-Kreisläufer Patrick Wiencek, nachdem die Partie unterbrochen war. Dafür gab es eine Zwei-Minuten-Strafe. Doch auch die Gäste langten in der Abwehr ordentlich hin.
In dem intensiven Schlagabtausch lag der SCM zunächst zwar stets vorn, konnte sich aber nicht absetzen. Der Vorsprung betrug zu keiner Zeit mehr als zwei Tore. Kiel blieb stets wie eine Klette dran und ging drei Minuten vor der Pause beim 15:14 durch Rückraum-Ass Sagosen erstmals in Führung.
Keeper Landin bringt Kiel auf Siegerstraße
Auch nach dem Wechsel blieb es ein Duell auf Augenhöhe, in dem sich beide Teams nichts schenkten. Bei Kiel wurde Torwart Niklas Landin nun stärker. Mit etlichen Paraden sorgte der dänische Weltmeister in der heißen Phase des Spiels dafür, dass Magdeburg acht Minuten lang ohne Treffer blieb.
Das nutzte der THW zur erstmaligen und vorentscheidenden Drei-Tore-Führung (25:22/51.), die in der Schlussphase sogar noch ausgebaut wurde.