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Handball - Nationaltrainer Gislason rassistisch bedroht

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Handball-Bundestrainer Alfred Gislason ist Opfer von rassistischen Beleidigungen und massiven Drohungen geworden. Der Verband kündigte rechtliche Schritte an.

Alfred Gislalon - Handball-Bundestrainer, aufgenommen am 25.01.2021 in Ägypten
Alfred Gislason führte die Handball-Nationalmannschaft in einer erfolgreichen Qualifikation zu Olympia 2021.
Quelle: AP

Alfred Gislason hat einen Drohbrief mit rassistischem Inhalt bekommen. Auf seinem Instagram-Account veröffentlichte er Ausschnitte eines an ihn adressierten Briefes und schrieb dazu, es sei das erste Mal, dass "ich in diesem großartigen Land bedroht wurde".

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DHB kündigt rechtliche Schritte an

Der Deutsche Handballbund (DHB) verurteilte die Beleidigungen und Drohungen "aufs Schärfste. Wer ihn angreift, greift den gesamten deutschen Handball an", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem Sport-Informationsdienst (SID) und kündigte an, mit aller Vehemenz gegen den Täter oder die Täterin vorzugehen.

Wir werden auf jeden Fall rechtliche Schritte einleiten.
DHB-Vizepräsident Bob Hanning

Sollte Gislason, so steht es in dem Brief mit vielen Rechtschreibfehlern, sein Amt nicht niederlegen, werde man ihn auf seinem Grundstück aufsuchen. "Mal sehen was aus ihren Anwesen dann wird. Wir warten ab", heißt es. Man wünsche sich "einen deutschen Trainer für die Handballmannschaft".

Gislason: "Ein Einzelfall"

Gislason, der die deutsche Männer-Nationalmannschaft am vergangenen Wochenende in der Qualifikation zu den Olympischen Spielen nach Tokio geführt hatte, war um Deeskalation bemüht. "Für mich ist klar, dass es ein Einzelfall ist", sagte der 61-Jährige. Es sei "sehr eigenartig", so Gislason, "dass jemand dieses Bedürfnis hat, dem Handball und auch mir persönlich zu schaden. Ich habe nie jemandem etwas getan".

Unterstützung erhielt Gislason aus der Handballwelt, unter anderem von seinem Ex-Klub THW Kiel. "Leider nehmen diese Subjekte immer mehr Raum ein - lass Dich nicht unterkriegen, Alfred!", schrieb der THW. Der DHB nannte Gislason das "Herz unseres Teams, mit Leidenschaft und absoluter Identifikation für unsere deutsche Nationalmannschaft. Wir stehen hinter dir, Alfred!"

Gislason in Absprache mit Verband

Gislason, langjähriger Bundesliga-Spieler und -Trainer betonte, er habe sich "immer gut gefühlt in Deutschland, und das wird sich nicht ändern. Man kann es ganz offensichtlich nicht allen Leuten recht machen." Alle weiteren Schritte werde er mit dem Verband besprechen.

Im Laufe des Tages veröffentlichte Gislason noch ein Foto vom Briefumschlag. "Vielleicht erkennt jemand die Handschrift meines "Fans" ...?", schrieb der DHB-Coach dazu.

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