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DHB-Team | EM-Quali - Gislasons Blocksystem

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Handball-Bundestrainer Alfred Gislason feiert gegen Bosnien-Herzegowina (Do, ZDF) sein Länderspiel-Debüt nach langer Corona-Verzögerung. Der Coach vertraut auf zwei große Blöcke.

DHB-Bundestrainer Alfred Gislason im Gespräch mit Hendrik Pekeler
DHB-Bundestrainer Alfred Gislason im Gespräch mit Hendrik Pekeler
Quelle: imago

Ein gutes halbes Jahr hatte sich Alfred Gislason zur Regeneration selbst verordnet, als er nach über 20 Jahren stressiger Trainertätigkeit in der Handball-Bundesliga beim THW Kiel demissionierte. Seit Februar im Amt des Bundestrainers ("ein Traumjob"), dehnte die Corona-Pandemie diese Pause nun ungeplant aus. Bekanntlich fiel sein für den März geplantes Debüt wegen Corona kurzfristig aus. Und auch die WM-Playoffs im Juni fielen der Pandemie zum Opfer.

Diese Untätigkeit sei ihm schwergefallen, bekannte der 61-jährige Isländer jüngst im "aktuellen sportstudio". Mit dem EM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina am Donnerstag (live im ZDF ab 16 Uhr, Anwurf 16.15 Uhr) ist es nun soweit mit Gislasons Debüt. Doch die sportliche Vorbereitung auf das Spiel reduzierte sich auf zwei Trainingseinheiten, da das Team die Corona-Tests der Profis abwarten musste. "Wir werden einmal Abwehr und einmal Angriff trainieren", kündigte Gislason an. Grünes Licht für das Spiel hatte die Europäische Handball Föderation erst am Dienstagabend gegeben, nachdem der bosnische Verband wegen zahlreicher Corona-Fälle im Team um eine Spielverschiebung beantragt hatte.

Das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Handballer gegen Bosnien und Herzegowina kann wie geplant stattfinden. - Von Lars Ruthemann

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Gislasons Block-System

Während der Gegner also mit vielen Ausfällen zu kämpfen hat, kann Gislason auf eingespielte Systeme aufbauen. Denn der Isländer vertraut im Wesentlichen auf zwei große Blöcke: Er nominierte gleich sechs Profis von der MT Melsungen. Neben dem routinierten Torwart Silvio Heinevetter, der bereits 192 Länderspiele auf dem Buckel hat, sind dies Rechtsaußen Timo Kastening und vier Europameister von 2016: Abwehrspezialist Finn Lemke, Rechtsaußen Tobias Reichmann, der Halbrechte Kai Häfner und der Halblinke Julius Kühn.

Das sei ein gutes Gefühl, mit so vielen Kollegen zur Nationalmannschaft zu fahren, sagte Kastening, der als größte Entdeckung der EM 2020 gefeiert wurde. Natürlich hätten die Profis untereinander über den Sinn einer solchen Nationalmannschaftswoche in dieser Phase der Pandemie diskutiert. "Aber das ist immer noch die Nationalmannschaft", so Kastening. Die beiden Kieler Kreisläufer Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek hatten zuvor öffentlich Bedenken geäußert.

Das Weltklasse-Duo am Kreis stellt im Prinzip den Kern des zweiten großen personellen Blocks. Gislason hat nämlich erklärt, die lange Zeit in Kiel erprobten Abwehrsysteme auch in der Nationalmannschaft zu nutzen: Neben dem traditionellen 6:0-Verbund praktizierte Gislason beim THW auch die "jugoslawische" 3:2:1-Verteidigung, in der ein weit vorgezogener Abwehrspieler den Aufbau des Gegners stören soll.

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Selbst der Torwart Andreas Wolff (Kielce), der auf die beiden EM-Qualifikationsspiele verzichtete, stellt ein wichtiges Teil in diesem Abwehrpuzzle dar. Denn mit seinen großen Stärken im Duell Eins gegen Eins passt Wolff, der ebenfalls unter Gislason in Kiel spielte, perfekt in das 3:2:1-Abwehrsystem. Auch der Kieler Halbspieler Steffen Weinhold, der wegen einer Gehirnerschütterung für den aktuellen Lehrgang ausfällt, agiert blind in diesem System.

Das Gleiche gilt auch für Christian Dissinger, den Gislason aus diesem Grund nominierte – der Halbrechte war zuletzt beim olympischen Turnier in Rio im Einsatz. Dissinger praktiziert die 3:2:1-Abwehr nicht nur in seinem Klub Vardar Skopje, mit dem er 2019 die Champions League gewann. Sondern er weiß aus seiner dreijährige Zeit beim THW Kiel auch genau, was Gislason von seinen Verteidigern erwartet. Für das Spiel am Donnerstag in Düsseldorf musste Dissinger wegen Coronafällen in seinem Klub absagen, stößt aber womöglich vor dem zweiten Spiel am Sonntag Estland (15.15 Uhr, live im ZDF) noch zum Team.

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