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Handball | EM - Ausgelaugte deutsche Frauen scheitern

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Der Traum vom EM-Halbfinale ist dahin: Die deutschen Handballerinnen sind nach dem 20:23 gegen Kroatien ausgeschieden. Eine Medaille scheint auch zukünftig in weiter Ferne.

Der Traum der ersten EM-Medaille seit über 25 Jahren ist ausgeträumt. Nach der gestrigen 20:23-Niederlage gegen Kroatien ist das DHB-Team beim Turnier in Dänemark ausgeschieden.

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Bundestrainer Henk Groener hatte die Gefahr kommen sehen. "Wir gehen in der Abwehr halbherzig ran", warnte er, als das Spiel gegen Kroatien zu entgleiten drohte. Auch fehle es an Druck und Tempo im Angriff. Auch seine Auszeit, 24 Minuten vor Schluss beim Stand von 12:16 genommen, verpuffte rasch.

Zwei-Tore-Sieg war nötig

Am Ende musste sich die DHB-Auswahl der Überraschungsmannschaft Kroatien mit 20:23 (12:12) geschlagen geben. Ein Resultat, das angesichts des kollektiven Blackouts in der zweiten Halbzeit - 17 Minuten lang nur ein Tor - noch sehr schmeichelhaft erschien. Mit einem Zwei-Tore-Sieg wäre das Team ins Halbfinale eingezogen, das erste Mal seit 2008. Nun war diese große Chance dahin.

Der niederländische Coach hatte gefordert, das Team müsse den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. "Ich bin sehr zuversichtlich", hatte Groener vor dem Turnier gesagt. Aber am Ende scheiterte das Team wieder an der letzten Hürde - so wie bei der WM 2019 in Japan, als es furios gestartet war und im letzten Spiel an den Nerven scheiterte.

Kroatien hängt die Deutschen ab

"Wir haben nicht das gezeigt, was wir in den letzten beiden Partien geleistet haben", sagte Nationalspielerin Kim Naidzinavicius, als Platz Sieben feststand. In der Tat hatte die Mannschaft bei der 27:28-Niederlage gegen Weltmeister Niederlande einen überraschend starken Auftritt hingelegt, genauso wie beim klaren 32:25-Sieg gegen Ungarn.

Doch das hohe Tempo konnten sie gegen die cleveren Kroatinnen nicht halten. Die Deutschen wirkten ausgelaugt im dritten Hauptrundenspiel in vier Tagen. Die Kroatinnen hingegen, die drei Tage Pause hatten, wirkten noch frisch. Groener hatte diesen Spielplan vor der Hauptrunde als schlechten Witz deklariert.

Stars ohne Matchpraxis

Man sollte dieses erneute Scheitern vielleicht nicht zu streng beurteilen. Schließlich hatten Rückraumstar Emily Bölk und Kreisläuferin Julia Behnke, die beide in Budapest spielen, vor dem Turnier kaum Matchpraxis - und beide enttäuschten. Behnke, die bei der EM 2018 fast hundertprozentig traf, verwarf diesmal viele freie Bälle. Bölk wirkte oft hektisch und nervös.

Die Wahrheit jedoch ist, dass der deutsche Rückraum im Positionsspiel nicht allerhöchstes Niveau darstellt. Es liegen, was Spielwitz, Tempo und Cleverness angeht, hier Welten zwischen den Deutschen und, ein besonders krasses Beispiel, den Norwegerinnen.

Heftige Pleite gegen Norwegen

Auch sind die deutschen Flügelspielerinnen weiterhin technisch limitiert und stellen keine Weltklasse dar. Die 23:42-Niederlage gegen Norwegen in der Vorrunde, die höchste Pleite einer deutschen Nationalmannschaft in der Geschichte, war kein Zufall.

Die einzige Spielerin, die das Format zur Weltklasse hat, heißt Dinah Eckerle. Auch die Torhüterin hatte vor der WM wenig Spielzeiten erhalten und war – aus Gründen der Quarantäne - erst spät von ihrem Klub Metz Handball zur Nationalmannschaft gestoßen.

Starke Torhüterin Dinah Eckerle

Aber in den beiden Hauptrundenspielen gegen Ungarn und noch mehr gegen die Niederlande deutete Eckerle mit spektakulären Paraden ihr großes Potenzial an. Dabei ist sie mit ihren 25 Jahren immer noch eine junge Torhüterin.

Vor diesem Hintergrund waren die Medaillenhoffnungen, wenn sie denn überhaupt ernsthaft formuliert worden waren, sehr mutig. Auch Bundestrainer Groener, der einst die Niederländerinnen aus dem Mittelmaß in die Weltspitze gecoacht hat, ist offensichtlich kein Zauberer. Auf ihn wartet noch sehr viel Arbeit.

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