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Handball-EM | DHB-Team - Handballerinnen wollen Pandemie verdrängen

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Trotz turbulenter Vorbereitung gehen die deutschen Handballerinnen zuversichtlich in die EM in Dänemark. Schon zum Auftakt gegen Rumänien am Donnerstag wollen sie voll da sein.

Dinah Eckerle (DHB-Torfrau)
Dinah Eckerle (DHB-Torfrau) will die Pandemie ausblenden und sich bei der EM nur auf das Sportliche konzentrieren.
Quelle: dpa

Dinah Eckerle hatte einen festen Vorsatz gefasst, bevor sie in der vergangenen Woche in Frankfurt zu ihren Teamkolleginnen stieß, um sich auf die 14. Handball-EM der Frauen vorzubereiten. "Ich will mich nicht zu sehr auf Corona konzentrieren, auch wenn es sicherlich viel Aufmerksamkeit zieht", sagte die 25-jährige Torfrau, die seit einigen Wochen beim französischen Topklub Metz Handball ihr Geld verdient, im Gespräch mit zdfheute.de.

Pandemie aus Kopf verdrängen

Das wird vielleicht die entscheidende Kunst sein für das Kontinentalturnier, das für die deutschen Handballerinnen am frühen Donnerstagabend mit der Partie gegen Rumänien beginnt: sich von den Konsequenzen der Pandemie nicht ablenken zu lassen und den Fokus auf den Sport zu richten. "Bei einer EM zählt jedes Spiel", weiß Eckerle. Die weiteren deutschen Gegner in der Vorrundengruppe D heißen Rekordeuropameister Norwegen (Samstag) und Polen (Montag).

Wie kompliziert diese mentale Herausforderung ist, zeigte die turbulente Vorbereitung. Zunächst stand lange nicht fest, ob das Turnier überhaupt stattfinden würde, da Norwegen wegen der Pandemielage als Co-Gastgeber kurzfristig zurückzog. Nun spielen die deutschen Handballerinnen nicht in Trondheim, sondern im dänischen Ersatzort Kolding, wo sie auch bei einem Hauptrundeneinzug verbleiben würden. Die Finalspiele finden in Herning statt.

Schlechte Voraussetzungen

Jedenfalls fiel daher das geplante Vorbereitungsturnier in Bergen, das ein letzter Gradmesser sein sollte, ins Wasser. Und dann infizierte sich auch noch Bundestrainer Henk Groener, weshalb der Niederländer sich immer noch in häuslicher Quarantäne befindet. Es übernahmen Co-Trainer Alexander Koke und André Fuhr, der in Personalunion den BVB Dortmund und die U-20-Auswahl des DHB betreut.

Dennoch war die Stimmung prächtig. Als die Nachricht aus Dänemark kam, die Austragung des Turniers sei gesichert, jubelten das Team um die Rückraumstars Xenia Smits, Emily Bölk und Kim Naidzinavicius. Sie äußerten – anders als die deutschen Männer – keinerlei Bedenken, ein Großturnier unter solchen Umständen zu spielen. Sie vertraue den Vorsichtsmaßnahmen der dänischen Gastgeber, sagt Eckerle.

Wir sind auf ein abgeschirmtes Leben in der Bubble vorbereitet.
Dinah Eckerle, DHB-Torfrau

Noch ist offen, ob Bundestrainer Groener rechtzeitig zum Turnier in Dänemark eintrifft. Klar ist aber, dass das erste Spiel gegen Rumänien, das einige Corona-Ausfälle verkraften muss, den sportlichen Verlauf massiv beeinflussen wird.

Norwegen ist Favorit

Nur die ersten drei Teams qualifizieren sich für die Hauptrunde, und wenn die DHB-Auswahl das ambitionierte Ziel Halbfinale nicht aus den Augen verlieren will, muss es mindestens zwei der drei Vorrundenspiele gewinnen. Favorit ist Norwegen, das nach Platz 4 bei der WM 2019 wieder eine Medaille anstrebt.

Groener ist überzeugt davon, dass die Pandemie den sportlichen Verlauf des Turniers beeinflussen wird. Das zeige, sagt er, allein die Statistik, die für Spiele ohne Fans eine höhere Quote an Auswärtssiegen aufweise. Der wichtigste Schlüssel aber werde wohl in der mentalen Bereitschaft liegen, sich auf die völlig neuen Situationen einzustellen. "Wir wollen auf alles vorbereitet sein", sagte er vor seiner Corona-Infektion.

Bundestrainer bleibt zuversichtlich

Er glaubt jedenfalls an sein Team, auch wenn es bei der letzten WM in Japan im entscheidenden Moment Nerven zeigte und die Olympia-Qualifikation verpasste. "Das Team ist angesichts einer nicht so prickelnden Vorbereitung in einer guten Verfassung", sagt Groener. "Ich bin sehr zuversichtlich. Wir sind immer in der Lage, einen rauszuhauen."

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