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Handball | Olympia-Qualifikation : Schicksalstage für den deutschen Handball

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Bei der Olympia-Qualifikation geht es für den deutschen Handball nicht nur um das Ticket für Tokio, sondern auch um ein Signal. Bundestrainer Alfred Gislason verbreitet Zuversicht.

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason bei der WM in Kairo, Ägypten. Archivbild
Ein wegweisendes Wochenende liegt vor Handball-Bundestrainer Alfred Gislason und seinem Team.
Quelle: epa

Schicksalsschwere Tage liegen vor dem deutschen Handball. Dessen ist sich der Bundestrainer wohl bewusst. "In diesen Zeiten ist es unglaublich wichtig für den deutschen Handball, diese Qualifikation zu schaffen", sagte Alfred Gislason, bevor er die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Berlin zusammenzog, um sie auf das bevorstehende Olympia-Qualifikationsturnier vorzubereiten.

Trainer und Profis mahnen zur Zurückhaltung

Es geht nicht nur um Wiedergutmachung für den enttäuschenden zwölften Platz bei der WM in Ägypten. Es geht auch um eine Signalwirkung für eine Sportart, die besonders betroffen ist von der Corona-Pandemie. Eine Medaille oder gar der Triumph bei dem olympischen Turnier von Tokio könnte für eine Initialzündung sorgen, hoffen die Verantwortlichen.

Während DHB-Vizepräsident Bob Hanning noch in Ägypten den Olympiasieg als Ziel ausgab, mahnen Trainer und Profis freilich zur Zurückhaltung. "Wir wissen, dass wir am Wochenende richtig gut spielen müssen", sagt Gislason. Bevor man nicht qualifiziert sei, sei es zu früh über solche Dinge zu reden, mahnte Kreisläufer Hendrik Pekeler in der "FAZ", überhaupt seien Nationen wie Dänemark oder Norwegen den Deutschen derzeit personell voraus.

Gislason geht optimistisch ins Wochenende

Die Demut ist angebracht. Schließlich muss das Team beim Vierer-Turnier in Berlin zwei Mannschaften hinter sich lassen. Gleich zum Auftakt am Freitag (16 Uhr, live in der ARD) wartet mit Vize-Weltmeister Schweden der stärkste Gegner auf den Gastgeber. Am Samstag trifft das Gislason-Team auf die spielerisch starken Slowenen, die im Januar nur um ein Tor am WM-Viertelfinale scheiterten, bevor es Sonntag gegen den krassen Außenseiter Algerien geht.

Das Ticket für Tokio ist also alles andere als ein Selbstläufer. Und dennoch geht Gislason mit großer Zuversicht in das bisher bedeutungsvollste Wochenende seiner gut einjährigen Amtszeit. Schließlich steht ihm das Quintett, das aus diversen Gründen auf die WM verzichtet hatte, wieder zur Verfügung.

Ich freue mich sehr, dass die Leute, die in Ägypten nicht dabei waren, alle zugesagt haben.
Alfred Gislason, Handball-Bundestrainer

Die Defensive geht gestärkt ins Turnier

Speziell für die Abwehr bedeutet das einen enormen Qualitätssprung. Denn die Kieler Mittelblocker Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler zählen zu den besten Defensivkräften der Welt - Pekeler wurde nach dem Champions-League-Finale nicht zufällig zum MVP gewählt. Und auch die Rückkehr des Linkshänders Steffen Weinhold ist nicht zu unterschätzen. Denn die drei Kieler Profis haben sowohl die 6:0- als auch die 3:2:1-Deckung, die Gislason in seiner Zeit als Kieler Klubtrainer spielen ließ, total verinnerlicht.

Eine Dienstreise zum Vergessen: Nach einer Serie von enttäuschenden Auftritten kehrt das DHB-Team zurück von der Handball-WM.

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Die Last im Abwehrzentrum liegt also nicht mehr allein auf dem jungen Flensburger Kreisläufer Johannes Golla, der ebenfalls dabei ist. Aber auch die beiden anderen Rückkehrer Fabian Wiede (Berlin) und Sebastian Heymann (Göppingen) sind ausgewiesen gute Verteidiger. In den Trainingstagen müsse das Team die Abwehr wieder zusammenkriegen, sagt Gislason. Und im Angriff müsse man das, was man in Ägypten aufgebaut habe, weiter ausbauen.

Wolffs Kritik ist kein Thema mehr

Auch in der Offensive hat der isländische Coach freilich nun deutlich mehr Möglichkeiten. Zumal mit dem zuletzt formstarken Heymann ein weiterer Shooter auf der halblinken Königsposition zur Verfügung steht. Aber auch Weinhold ist mit seiner großen Erfahrung ein Mann für die Crunchtime.

Die Kritik, die Torwart Andreas Wolff vor der WM an dem Kieler Trio geäußert hatte, ist laut Wiencek kein Thema mehr. Das sei geklärt, sagte der Kreisläufer, der den Keeper aus dessen Zeit beim THW Kiel in- und auswendig kennt. "Das wurde alles ein bisschen hochgepusht", sagte Wiencek: "Wir kennen alle Andi, er redet manchmal ein bisschen viel." Nun sollen in Berlin Taten folgen.

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