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Handball | WM - Nebengeräusche stören DHB-Vorbereitung

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Wenige Tage vor Beginn der Handball-WM wird rund um das DHB-Team über Absagen und Zuschauer diskutiert. Das gefällt Bundestrainer Alfred Gislason gar nicht.

Alfred Gislason
Bundestrainer Alfred Gislason
Quelle: dpa

Vor der WM-Generalprobe der deutschen Handballer in der EM-Qualifikation am Sonntag gegen Österreich ist Alfred Gislason mehr als Krisenmanager denn als Bundestrainer gefordert.

Wolff-Kritik an Teamkollegen missfällt dem Bundestrainer

Die Debatten um die scharfe Kritik von Torwart Andreas Wolff an den WM-Absagen einiger Teamkollegen und die Sorgen der Spieler wegen der geplanten Zulassung von Zuschauern bei der Endrunde in Ägypten (13. bis 31. Januar) erschweren die Arbeit des Isländers erheblich.

Vor allem die verbale Attacke von Wolff gegen das Kieler Trio Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold, das wegen der Corona-Krise aus familiären Gründen freiwillig auf die WM-Teilnahme verzichtete, hat Gislason missfallen.

Ich bin nicht zufrieden damit, dass es diese Diskussion gibt. Andi ist bekannt dafür, dass er seine Meinung raushaut. Aber das stört die Vorbereitung.
Bundestrainer Alfred Gislason

Keine Aussprache zwischen Wolff und Gislason

Wolff hatte in einem Podcast der Rhein-Neckar Löwen überraschend deutlich gesagt, dass er die Absagen "sehr, sehr kritisch" sehe. Zwar sei es gerade für Familienväter etwas Schweres, die eigenen Kinder für einen Monat zurückzulassen. Aber: "Dass sie dieses Jahr das Turnier fahren lassen, nachdem sie selbst permanent in der Champions League aktiv waren, stört mich", sagte Wolff.

Eine Aussprache mit Wolff habe es laut Gislason nicht gegeben. "Ich habe viele andere Aufgaben zu erledigen", betonte er mit Blick auf das Österreich-Spiel in Köln. Dort kann die DHB-Auswahl bereits das Ticket für die EM 2022 lösen und sich weiteren Rückenwind für die WM holen.

Wer springt für die daheimgebliebenen Stammspieler in die Bresche? Klappt das Hygienekonzept des Mammutturniers? Die Handball-WM in Ägypten ist vollgepackt mit Unwägbarkeiten.

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Gislason: Kein Zwiespalt im Team

Auch auf den Zusammenhalt des DHB-Teams hätten die Wolff-Aussagen keine Auswirkung, versicherte Gislason: "Es gibt keinen Zwiespalt. Andi hat seine Meinung gesagt. Er ist dafür bekannt, dass er geradeaus seine Meinung raushaut. Innerhalb der Mannschaft ist es überhaupt kein Thema."

Überlagert wird die WM-Vorbereitung allerdings von der Diskussion um die vom Ausrichter geplante Zuschauerauslastung der vier Hallen von 20 Prozent. Die Vorrundenspiele der DHB-Auswahl gegen Uruguay, Kap Verde und Ungarn in Gizeh könnten somit bis zu 1.040 Fans live verfolgen.

Offener Brief der Nationalmannschaftskapitäne

In Spielerkreisen formiert sich gegen diese Pläne bereits heftiger Widerstand. So verfasste unter anderem die europäischen Spielergewerkschaft E.H.P.U. ein Protestschreiben von 14 Kapitänen aus europäischen Top-Nationen an den Weltverbandspräsidenten Hassan Moustafa.

"Wir sind äußerst besorgt über die Corona-Situation und die Entscheidung, dass die Zuschauer an den Spielen teilnehmen dürfen", zitierte der "Mannheimer Morgen" aus dem Schreiben. "Unsere Besorgnis hat aufgrund der jüngsten Eskalation in den europäischen Ländern zugenommen. Für uns hat dies Bedenken hinsichtlich des Turniers ausgelöst."

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