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Handball-WM in Ägypten - Johannes Bitter: "Träumen darf man ja"

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Während prominente Profis absagten, befürwortet Torhüter Bitter die umstrittene Handball-WM in Ägypten. Im "aktuellen sportstudio" äußerte sich der Routinier zu den Gründen.

Kritisch würden die DHB-Spieler die Handball-WM betrachten, so Johannes Bitter. Europas Spielergewerkschaft und der DHB hätten aber beim Hygienekonzept intensiv mitwirken können.

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Vier Handballstars haben die Handball-WM, die am 14. Januar 2021 in Ägypten beginnt, aus persönlichen Gründen abgesagt: Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold (alles THW Kiel) und Finn Lemke (MT Melsungen).

"Ich habe dafür absolutes Verständnis, dass man sich zu Hause kümmern muss", sagte der Nationaltorhüter Johannes Bitter im "aktuellen sportstudio". Er selbst habe vor rund zehn Jahren die Nationalmannschaft beiseite gelegt, als seine Kinder kleiner waren, so der 38-Jährige.

Gute Kommunikation des DHB

Der Weltmeister von 2007, der an der WM teilnehmen will, lobte im "aktuellen sportstudio" zugleich die Kommunikation des Deutschen Handballbundes (DHB). Der Keeper des TVB Stuttgart, der auch der Spielergewerkschaft GOAL vorsteht erklärt:

Der DHB hat das super gemacht, dass wir Spieler immer auf dem Laufenden gehalten wurden.
Johannes Bitter, Nationaltorhüter

Die Profis seien jederzeit in die Diskussionen eingebunden gewesen und hätten an den Prozessen mitgewirkt. "Ultimaten waren deshalb nicht notwendig."

Beispielsweise habe der DHB auf Wunsch der Spieler beim Veranstalter der WM, der Internationalen Handball-Föderation, durchgesetzt, dass ein Profi "bei einem positiven Corona-Test nicht in Ägypten bleiben muss". In einem solchen Fall würden Flüge bereitgestellt. Auch sei gewährleistet, dass bei einem möglichen Abbruch des Turniers die Mannschaft sofort nach Deutschland zurückfliegen dürfe.

Bitter: Verständnis für Kritiker

Bitter äußerte Verständnis für die Kritiker und Bedenkenträger, die eine WM unter den Pandemiebedingungen für falsch halten. "Natürlich sind wir Spieler skeptisch und kritisch", so Bitter, natürlich könne man fragen: "Muss das alles sein? Ist das alles richtig?"

Der Keeper war kurz nach der EM-Qualifikation im November mit dem Corona-Virus infiziert worden, wie drei weitere deutsche Profis. Er habe sich gut davon erholt, so Bitter. "Ich bin eigentlich total fit", sagte er. "Ich habe nur manchmal das Gefühl, dass mir das bisschen in den Knochen hängt."

Patrick Wiencek verzichtet wegen der Corona-Pandemie auf die Handball-WM im Januar in Ägypten. In Kiel versteht man ihn: Das gesamte Team befindet sich derzeit in Quarantäne.

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Trotz aller Bedenken für die Ägypten-WM

Trotz aller Bedenken befürwortet der Torwart das Turnier in Ägypten. "Es geht um so viel für den Handball", sagte Bitter. Die Sportart sei stark angewiesen auf die große TV-Präsenz, die eine solches Turnier in Deutschland produziere. (ARD und ZDF übertragen die deutschen Spiele)

Es gehe für den Verband auch um die Mitgliedergewinnung bei Kindern und Jugendlichen, da sei die WM unverzichtbar. Dem gebürtigen Oldenburger ist dabei bewusst, dass der Verzicht der vier Profis ein herber Verlust gerade in der Defensive bedeute:

Gislason: Einer der besten Trainer

Spieler wie Pekeler, Wiencek und Weinhold seien, da sie lange unter Bundestrainer Alfred Gislason in Kiel gespielt hätten, eng mit dem Spielsystemen des Trainers vertraut. Aber Gislason sei ja Bundestrainer geworden, "weil er einer der besten Trainer ist". Der Bundestrainer müsse nun improvisieren mit den jungen, nachrückenden Spielern. "Er wird auch dafür Lösungen finden."

Neben dem genannten Quartett hatte auch der Rückraum-Linkshänder Fabian Wiede (Füchse Berlin) abgesagt, weil er sich die hohen Belastungen nach einer Schulter-Operation noch nicht wieder zutraut. Franz Semper (Flensburg) und Tim Suton (Lemgo) stehen wegen schwerer Knieverletzungen nicht zu Verfügung.

Bitter: Sind natürlich kein Favorit

Mit einem vollständigen Kader hätte das deutsche Team den Anspruch auf eine Medaille angemeldet, so Bitter. Nun habe sich die sportliche Ausgangslage verändert: "Natürlich sind wir nicht Favorit."

Aber auch vor der EM 2016 sei das Team als krasser Außenseiter zum Turnier gefahren und habe sensationell den Titel gewonnen. Diese WM sei eine Möglichkeit für junge Profis, sich auf die Bühne des Handballs zu spielen. Alle könnten nun frei aufspielen. "Träumen darf man ja."

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