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Hummels und Müller - Lautstarke Leitplanken fürs DFB-Team

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Thomas Müller und Mats Hummels nehmen schon im Trainingslager in Seefeld die ihnen zugedachten Rollen ein. Vorangehen wollen sie - erst recht, wenn's ernst wird bei der Fußball-EM.

Hummels und Müller beim Training
Mats Hummels (l.) und Thomas Müller sind bei der EM als Führungsfiguren gefordert.
Quelle: reuters

Es sind prächtige Ausblicke, die Thomas Müller und Mats Hummels seit ihrer Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft im Trainingslager in Seefeld genießen. Beharrlich hält sich das Hochdruckgebiet über Tirol, die Fernsicht bei stahlblauem Himmel auf die schneebedeckten Gipfel von Karwendel und Wettersteingebirge wirkt spektakulär.

Die in Ehren reaktivierten Routiniers Müller (31) und Hummels (32) sind auch diejenigen, die die düsteren Wolken über der DFB-Auswahl mit Blickrichtung auf die bevorstehende EM vertreiben wollen.

Mats Hummels spricht offen über die für ihn schmerzhafte Ausmusterung 2019 aus dem DFB-Team: "Das war schon ein Ziel von mir, mich wieder reinzuarbeiten", gesteht er.

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Keine Gedanke an Ausscheiden

Mit irgendwelchen Untergangsszenarien wie einem Vorrundenaus analog zur WM 2018 können beide gar nichts anfangen. Klar, sagt Müller, "die Weltrangliste lügt nicht: Wir haben als Deutschland underperformt." Aber Furcht vor einem vorzeitigen Scheitern gegen Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Außenseiter Ungarn?

Die Frage irritierte die Identifikationsfigur vom FC Bayern sogar. Ähnlich breit ist die Brust seines Kumpels Hummels von Borussia Dortmund.

Wenn wir unsere Qualität auf den Platz bringen, werden wir uns in der Gruppe durchsetzen - egal, auf welcher Position.
Mats Hummels

Notfalls eben als einer der vier besten Gruppendritten.

Zwangspause mit positivem Effekt?

Gestern aufs Abstellgleis geschoben, sind Müller und Hummels plötzlich wieder "die Heilsbringer" (Fachmagazin "Kicker"). Dass Bundestrainer Joachim Löw im März 2019 mit Müller, Hummels und Jérôme Boateng via Blitzbesuch an der Säbener Straße auf einen Schlag drei Weltmeister für verzichtbar erklärte, diese Wunde ist bei Hummels endgültig verheilt: "Es war ein Ziel von mir, mich wieder hier reinzuarbeiten. Aus Ehrgeiz - und weil es auch eine Ehre für mich ist, für Deutschland zu spielen." Plötzlich sei er sogar "ein bisschen nervös" gewesen, zur DFB-Auswahl zu reisen.

Müller sieht noch etwas anderes Gutes in der unfreiwilligen Schaffenspause: "Es ist für Körper, Geist, Seele und Familie nicht das Schlechteste, mal aus der Belastungsmühle rauszukommen."

Müller, unter Flick aufgeblüht

Ein Turnier haben weder der 100-fache Nationalspieler Müller noch der 70-fache Internationale Hummels verpasst. Müller blühte bei Bayern unter Trainer Hansi Flick auf und findet sich heute sogar besser als früher: "Mein Spiel ist weniger fehleranfällig, ich bin ein kompletterer Fußballer geworden."

Er erwarte bei der EM 2021, körperlich, technisch und taktisch an die Leistungsgrenze zu kommen, so Müller:

Ich will ein Katalysator sein, um den Turbo der Mannschaft zu zünden.
Thomas Müller

Der schon für das Testspiel gegen Dänemark (Mittwoch 21 Uhr) wieder als Abwehrorganisator eingeplante Hummels beschreibt seinen Auftrag ganz ähnlich: "Ich glaube, dass ich der Mannschaft für so ein Turnier viel geben kann."

An Tag zwei des Trainingslagers in Seefeld verteidigt Joachim Löw die Rückkehr von Thomas Müller und Mats Hummels. Dem Konkurrenzkampf müssen sich aber auch die Routiniers stellen.

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Hummels: Keine Experimente bitte

Er empfiehlt, sowohl das Spiel in Innsbruck als auch danach die Partie gegen Lettland in Düsseldorf (7. Juni) nicht für Experimente zu missbrauchen: "Wir müssen da ab der ersten Minute so spielen, wie wir bei der EM spielen wollen."

Die Erwartungshaltung ist nicht gering. Löw braucht Müller und Hummels, denn es hat sich seit dem Re-Start der Nationalmannschaft im September 2020 herauskristallisiert, dass verlässliche Leitplanken fehlen.

Bierhoff fordert Führungsrolle

Hummels soll nicht nur für einen ordentlichen Spielaufbau sorgen, und Müller nicht nur den ersten oder zweiten Pass ins letzte Angriffsdrittel beisteuern, sondern das Duo muss das Führungsvakuum beheben. Oder, wie es DFB-Manager Oliver Bierhoff formuliert:

Sie sollen als absolute Führungsfiguren voranmarschieren.
Bierhoff über Hummels und Müller

Und Bundestrainer Joachim Löw betont nicht umsonst, dass Hummels und Müller "ja auch in ihren Vereinen Leute sind, die den Ton angeben auf und neben dem Platz. Das ist, was wir von ihnen auch hier erwarten."

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