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Kommentar

DFB-Führungsbeben : Der Weg für einen Neuanfang ist frei

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Der Rückzug der vier Spitzenfunktionäre ist ein richtiges und wichtiges Signal vor der EM in diesem Sommer und der Heim-EM 2024. Der DFB braucht einen glaubwürdigen Neuanfang.

Kommentar: Boris Büchler zu Fritz Keller und dem DFB
ZDF-Fußballreporter Boris Büchler kommentiert Fritz Kellers Rücktritt und die DFB-Krise.
Quelle: ZDF/dpa

Fritz Kellers angekündigter Rücktritt hätte schon direkt nach dem skandalösen Nazi-Vergleich kommen müssen. Seine jüngste Verfehlung hat dem DFB massiv geschadet. So war er als erster Repräsentant des weltweit größten Sportfachverbandes mit 7,1 Millionen Mitglieder*innen einfach nicht mehr tragbar.

Keller wirkte während seiner gesamten Amtszeit wie ein Fremdkörper, konnte keinerlei Innovationen vorantreiben und vor allem keinen signifikanten Beitrag zur Bekämpfung der internen Intrigen und Machenschaften beitragen. Im Gegenteil: Statt Ruhe in den krisengeplagten Verband zu bringen, hat er neue Probleme geschaffen. Der seit langem geschwächte Präsident, seit September 2019 im Amt, war wie viele seiner Vorgänger eine Fehlbesetzung.

Führungsbeben im größten Fußballverband der Welt. Der DFB muss fast alle Spitzenämter kurz- und mittelfristig neu besetzen. Wird der Verband weiblicher?

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Keller nicht alleine Schuld an DFB-Misere

An der feindseligen Atmosphäre zwischen ihm und den anderen DFB-Bossen aber ist er nicht allein schuld. So gab es unzählige Aussprachen und Schlichtungsversuche mit seinem Intimfeind Friedrich Curtius. Ohne Erfolg. Die DFB-Basis und Landesfürsten haben dem umstrittenen Generalsekretär genauso wie Keller den Rückzug nahegelegt. Mehr Misstrauen geht nicht. Nun räumen die Widersacher beide das Feld. Genauso wie Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Vizepräsident Rainer Koch, die beim nächsten Bundestag nicht mehr antreten werden. Und das ist gut so!

Damit ist der Weg geebnet für einen glaubwürdigen Neuanfang, der beim gespaltenen und zerrissenen DFB nach unzähligen Intrigen, Machtkämpfen, Sommermärchen-Affäre, Steuer-Razzia und ominösen Beraterverträgen dringend notwendig ist.

Die verheerende Außendarstellung des Führungsquartetts Keller, Curtius, Koch und Osnabrügge stand konträr zu den Leitplanken Fair-Play und Teamgeist, die dieser einst so stolze Spitzenverband wieder in den Vordergrund rücken sollte. Denn der DFB hat auch eine wichtige soziale und gesellschaftliche Funktion und muss schleunigst wieder Loyalität und Seriosität vorleben.

Zwei Weltmeister statt vier "Kellermeister"?

Keller und seine drei härtesten Gegenspieler gehen. Doch die DFB-Krise ist deshalb noch lange nicht gelöst. Der Verband braucht strukturell und personell eine Neu-Positionierung und Reformen, und vor allem mehr Befugnisse für den Präsidenten. Dazu neue Gesichter, die für Vertrauen stehen.

Ein aussichtsreicher Kandidat für das frei gewordene Amt ist Philipp Lahm. Doch ob der Ex-Nationalspieler sich die Großbaustelle DFB antun möchte ist fraglich. Vielleicht braucht er noch einen starken Partner an seiner Seite. So wäre eine Doppelspitze mit Lahm als Macher und Rudi Völler (hört 2022 in Leverkusen auf) als Repräsentant sehr spannend und vor allem eines: glaubwürdig! Zwei Weltmeister statt vier gescheiterte "Kellermeister". So könnte die größte Krise des Verbandes gemeistert werden.

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