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Kommentar zu Bundestrainer Löw - Ruhig Blut

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ZDFSport-Reporter Nils Kaben kommentiert die Situation der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw.

Kommentar: Nils Kaben zu Bundestrainer Joachim Löw
ZDFSport-Reporter Nils Kaben zur Bundestrainer Löw und dem DFB-Team.
Quelle: ZDF/dpa

Eine gewisse Aufgeregtheit gehört dazu, das war schon immer so und das darf auch ruhig so bleiben. Gleiches gilt für Übertreibungen.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat gegen die Schweiz ein Länderspiel abgeliefert, das ziemlich gut in diese turbulente Zeit passt. Es war das dritte innerhalb einer Woche. Wieder gab es drei Gegentore, immerhin konnte die DFB-Auswahl den guten alten Rat des niederländischen Liedermachers Herrmann van Veen befolgen: "Wenn Du nicht gewinnen kannst, musst Du zusehen, dass Du wenigstens nicht verlierst."

Zwischendurch bot die deutsche Mannschaft gegen die Eidgenossen sehr erfrischenden Offensivfußball, das lässt hoffen für die EM im kommenden Sommer. Erst Timo Werner, dann Kai Harvertz – die Chelsea-Combo glich den überraschenden 0:2 Rückstand aus, bevor schließlich Serge Gnabry mit der Hacke und "Tor-des-Jahres"-verdächtig zum 3:3 Endstand traf. Vorne hat Bundestrainer Joachim Löw also weniger Sorgen.

In der Nations League musste sich die deutsche Nationalmannschaft gegen die Schweiz mit einem 3:3 zufriedengeben. Eine große Schwäche bleibt die Defensivleistung des Teams.

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Defizite in der Defensive

Schwierig wird die Sache in der Defensive. Da offenbarte die Mannschaft wiederholt deutliche Defizite. Die Rückkehr zur Viererkette machte die Sache offenbar auch nicht einfacher. Löw möchte flexibel sein in seinem Spielsystem, deshalb, sagt er, spiele er immer wieder mit wechselnden Ketten, will einen dynamischen Spielaufbau aus der Abwehr heraus initiieren.

Das ist gestern gründlich schiefgegangen. Ruck zuck stand es 0:2. Diejenigen, die jetzt nach Hummels und Boateng rufen, waren oft dieselben, die vor zwei Jahren den einen für zu verletzungsanfällig und den anderen langsam für zu langsam hielten.

Noch kein Grund für Panik

Noch ist Zeit, eine defensive Stammformation festzulegen und sich finden zu lassen, bevor im kommenden Juni mit Frankreich und Portugal in der EM-Gruppenphase die Wochen der Wahrheit anbrechen.

Noch gibt es keinen Grund, panisch zu werden und den Bundestrainer als dünnhäutig und arrogant zu beschimpfen. Beides ist ebenso falsch wie es der Löw-Satz war, er stehe, was Kritik anginge, über den Dingen.

Vor dem Spiel gegen die Schweiz steht auch der Bundestrainer im Fokus: Der WM-Titel ist für die Ewigkeit, die Sympathien der Kritiker muss sich Joachim Löw wohl neu verdienen.

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Löw hat recht, wenn er sagt, er will zur EM eine hungrige, spielstarke und variabel agierende Mannschaft ins Turnier führen, die das Zeug hat, bis ins Halbfinale vorzudringen. Alles, was vorher passiert, ist Geplänkel, ist Probe, ist nicht so wichtig. Sein Problem allerdings bleibt, dass er genau das auch schon vor der verkorksten WM in Russland beteuert hat.

Erinnern wir uns? Im Vorfeld der WM hatte die deutsche Mannschaft von den letzten sieben Spielen auch nur gegen Aserbaidschan und mit Mühe gegen Saudi Arabien gewonnen.

Damals hieß es ebenfalls – ruhig bleiben, lasst uns mal gut reinkommen in das Turnier und dann wird das schon. Bekanntlich wurde es nichts.

Es kann wieder werden

Im Moment ist die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr der Deutschen liebstes Kind, der DFB war es nie und trägt mit der jüngsten Razzia beim Verband auch nicht gerade dazu bei, es zu werden.

Der Mannschaft fehlen dazu furiose Siege, ein begeisterndes Turnier, unvergessliche Stadionerlebnisse, packende Fernsehabende. Leider ist es gerade nicht die Zeit dafür.

Kann aber wieder werden. Ein bisschen jedenfalls. Ganz so wie früher sicher nicht noch einmal, aber wer weiß das schon so genau.

Joachim Löw wird daran gemessen werden, was seine Mannschaft nächsten Sommer drauf hat. Aller routinierten Aufgeregtheit und Übertreibung zum Trotz. So ist es verabredet.

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