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Kritiker verreißen Ex-Radstar - Armstrong-Doku fällt glatt durch

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Es war still geworden um Lance Armstrong. Doch nun tauchte der Ex-Radstar wieder auf. ESPN zeigte eine zweiteilige Dokumentation. Die kam bei Kritikern nicht gut an.

Lance Armstrong am 30. Oktober 2018 auf dem Flughafen Juan Santamaria in Alajuela/Costa Rica.
Lance Armstrong am 30. Oktober 2018 auf dem Flughafen Juan Santamaria in Alajuela/Costa Rica
Quelle: imago images / ZUMA Press

Der Stoff hatte es zweifelsohne in sich: Dem einstigen Helden, der in den USA Radsport populär machte; der zunächst den Krebs besiegte und anschließend viele Jahre lang bei der Tour de France trotzdem allen davongefahren war; der sieben Mal nacheinander diese härteste Radrundfahrt gewann; dem 2012 sämtliche Siege aberkannt wurden, ehe er 2013 bei Oprah Winfrey endlich das zugab, was viele schon so lange vermutet hatten: "Ja, ich habe gedopt."

Armstrong: Keine Tabu-Themen

Filmemacherin Maria Zenovich hatte für "LANCE" nicht nur Armstrong ausgiebig begleitet und interviewt, sondern auch mit seiner Familie, Freunden, Mitstreitern und früheren Weggefährten gesprochen. Und Armstrong hatte zugesichert, dass es keine Tabu-Themen geben werde.

Das klang vielversprechend. Zumal in einer Zeit, in denen die US-Bürger aus Ermangelung an Live-Sport nach allen möglichen Sportinhalten lechzen.

Doch die Realität sah anders aus. "Für die meisten in Amerika ist Lance Armstrong nicht länger relevant. Er ist nicht mal mehr ein Ausgestoßener. Er ist nur noch Geschichte", schrieb die "Tampa Bay Times". "Die Leute sind einfach nicht an Lance Armstrong interessiert", hieß es bei "sports.Yahoo.com". Das Onlinemedium spielte damit auf die Einschaltquote an.

Schlechte Quote für Armstrong-Doku

Lediglich 857.000 Zuschauer hatten den ersten Teil gesehen. Zum Vergleich: die Premiere der Michael Jordan-Dokumentation "The Last Dance", die Wochen zuvor ebenfalls auf ESPN gezeigt wurde, verfolgten 6,1 Millionen Menschen.

"Genug ist genug. Lasst dies das Ende der Lance Armstrong-Story sein", hatte die "USA Today" schon nach der ersten Folge getitelt. Kolumnistin Christine Brennan bezeichnete Armstrong als "den verachtenswertesten Betrüger der Sportgeschichte" und als jemanden, der "sich nicht verändert" habe.

Kritiker: Keine Einsicht

Dies, so Brennan, sei schon in den Anfangssekunden deutlich geworden, als der 48-Jährige davon sprach, dass "mein Leben die Wendung nahm, die es genommen hat". Er mime den Unschuldigen, kritisiert Brennan.

Armstrong spreche nicht davon, dass das Doping, der Betrug gegenüber Tausenden Krebsüberlebenden und auch das Schikanieren von Teamkollegen seine Fehler gewesen seien. "Nein, es war diese verflixte Wendung in seinem Leben, die war an allem Schuld."

Dem Sohn Doping empfehlen?

Armstrong spricht zwar offen über Fehler und bezeichnet sich selbst mitunter als "Idiot". Aber er macht auch klar, dass er "vieles genauso wieder machen" würde.

Und als er gefragt wird, ob er seinen Sohn Luke, der derzeit an der Rice-Universität in Houston American Football spielt, Doping empfehlen würde, schüttelt Armstrong zwar mit dem Kopf. Allerdings ergänzt er umgehend, dass es "vielleicht eine andere Unterhaltung wäre, wenn er in der National Football League spielen würde".

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