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Ersatz-Olympia in Braunschweig

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Leichtathletik-DM - Ersatz-Olympia in Braunschweig

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Zweites Augustwochenende 2020: Normalerweise krönender Abschluss der olympischen Leichtathletikwettbewerbe. Stattdessen nun: Braunschweig, Deutsche Meisterschaften.

Gesa Felicitas KRAUSE (GER) bei ISTAF Berlin am 01.09.2019 im Olympiastadion in Berlin
In Braunschweig dabei: Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause, hier beim ISTAF in Berlin.
Quelle: Imago

Für die allermeisten als Zwischenschritt in Richtung Tokio geplant, mutieren die Titelkämpfe in Braunschweig am 8. (ARD) und 9. August (ZDF live ab 16.30 Uhr) nun zum neuen Saisonhöhepunkt. Der Gipfel eines auf wenige Wettkämpfe geschrumpften Programms. Für die meisten wenigstens, nicht für alle.

Leichtathletik in Erholungsphase

Die Leichtathletik hat sich in kleinen Schritten vom Corona-Schock erholt. Als wir Ende Mai das Eintracht-Stadion im Norden Braunschweigs besuchten, für einen Dreh über den Zustand dieser olympischen Kerndisziplin in Pandemie-Zeiten, da stand noch nicht fest, ob es überhaupt Wettkämpfe geben würde in diesem Sommer.

Die Verantwortlichen hatten gerade den Behörden ein mehr als 40 Seiten starkes Hygienekonzept eingereicht, das sich in Prüfung befand. Die neue blaue Laufbahn lag noch jungfräulich da, ohne jegliche Linien.

Die USA hätten es für Gina Lückenkemper, Tatjana Pinto und Malaika Mihambo zur Olympiavorbereitung sein sollen, die Ausbreitung des Coronavirus' dort hatte etwas dagegen.

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Notprogramm im Autokino

Virtuelle Fernwettkämpfe waren damals die ersten zaghaften Veranstaltungen. Stabhochspringer konkurrierten über Ozeane hinweg, synchronisiert durch moderne Kommunikationstechnik. In Oslo gab es Rekordversuche über selten gelaufene Distanzen - natürlich ohne Zuschauer im Stadion. Stabhochspringer ließen Zuschauer an sich ran - hinter Glasscheiben im Autokino.

Seit Anfang Juli bewegt sich etwas. Die Deutsche Meisterschaft ist durchgewinkt worden, es dürfen sogar wieder größere Felder zusammengestellt werden. Eine Hindernisläuferin wie Gesa Felicitas Krause darf also zeigen, wie gut sie sich hätte präsentieren können im fernen Japan.

Kleinere Wettkämpfe in Leichtathletik-Hochburgen haben erste Gelegenheit geboten, die Leistungen zu überprüfen. Zuletzt waren hier und dort sogar Zuschauer zugelassen, kontrollierbar in Menge und Abstand zueinander.

Drei WM-Medaillengewinner in Braunschweig

Die deutschen Stars setzen unterschiedliche Prioritäten: Bei der DM in Braunschweig sind von den sechs Medaillengewinnern der WM 2019 in Doha lediglich drei dabei: Krause, Speerwerfer Johannes Vetter und Weitspringerin Malaika Mihambo.

Diese hatte in der wettkampflosen Zeit für das größte Medienecho gesorgt, als sie ankündigte, künftig in den USA unter Olympiasieger Carl Lewis trainieren zu wollen. Die Entwicklung der Pandemie dort hat das vorerst verhindert, und Mihambo trainiert noch in Deutschland bei Bundestrainer Uli Knapp.

Sie wird in Braunschweig unter erschwerten Bedingungen versuchen, ihren Titel zu verteidigen - aus verkürztem Anlauf. 7,14 Meter wie bei den letzten Titelkämpfen in Berlin scheinen da ausgeschlossen.

Klosterhalfen vorerst lieber in USA

Mittelstrecklerin Konstanze Klosterhalfen trainiert schon länger in den Staaten und hätte für die DM strikte Quarantänerichtlinien zu befolgen, die sie - so ihr Management - aus dem Tritt bringen könnten für das Vorhaben, sich  in Monaco beim Diamond League-Sportfest kurz danach mit der Weltelite zu messen.

Andere sind verletzt (Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul unterzog sich einer notwendigen OP am Ellenbogen), oder setzen andere Prioritäten privater Natur (Kugelstoßerin Christina Schwanitz).

Neue Talente

Dennoch darf man gespannt sein auf diese ganz besonderen nationalen Titelkämpfe: Neue, junge Talente wie der Sprinter Deniz Almas (10,08 Sekunden über 100 Meter) oder die 400-Meter-Läuferin Corinna Schwab (schon unter 52 Sekunden schnell) drängen nach oben. Für sie wäre Tokio 2020 wahrscheinlich noch zu früh gekommen. Sollte es Olympische Spiele 2021 geben, wären sie wahrscheinlich dabei.

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