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Leichtathletik: 100. ISTAF - Rennen um Anerkennung

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Bei den Paralympics ging es für Prothesen-Sprinter Johannes Floors um Gold. Nun darf er erstmals beim topbesetzten ISTAF in Berlin antreten – und diesmal geht's ums Gesehenwerden.

Leichtathlet Johannes Floors bei den Paralympics
Prothesensprinter Johannes Floors holte bei den Paralympics in Tokio einmal Gold und einmal Bronze. Nun tritt er beim Istaf in Berlin an.
Quelle: dpa

Sportlich hat Johannes Floors bereits alles erreicht. Über 400 Meter ist der 26 Jahre alte Prothesensprinter vom TSV Bayer 04 Leverkusen Paralympicssieger, Welt- und Europameister, zudem hält er in 45,78 Sekunden den Weltrekord. Floors ist Orthopädiemechaniker und Maschinenbau-Student - vor allem aber ist er ein professionell arbeitender Weltklasseathlet. Na klar, bei den Erfolgen. Und doch betont Floors das im Gespräch immer wieder, es scheint da noch Erklärungsbedarf zu bestehen.

100 Jahre Berliner Leichtathletik-Meeting: Beim ISTAF wird auch Speerwerfer Johannes Vetter antreten. Nach der Pleite in Tokio hat er sich für Berlin einiges vorgenommen.

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Prothesen-Premiere beim Istaf

Entsprechend froh ist Floors, sich am Sonntag beim ISTAF (live im ZDF/17:10 Uhr) präsentieren zu dürfen, dem traditionellen Schaulaufen der besten deutschen Leichtathleten am Ende einer Saison. Jeweils nach dem sportlichen Höhepunkt eines Jahres sind hier die heimischen Olympiasieger, Weltmeister oder Europameister am Start. Diesmal sind natürlich die Tokio-Siegerin Malaika Mihambo (Weitsprung) und Speerwurf-Star Johannes Vetter dabei. Ebenso die deutschen Spitzenläuferinnen Konstanze Klosterhalfen und Gesa Krause. Und als internationaler Superstar der norwegische Hürden-Weltrekordler Karsten Warholm.

Leichtathlet Johannes Floors hat über 400 Meter überlegen Gold gewonnen. In 45,85 Sekunden stellte er einen neuen paralympischen Rekord auf.

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Floors wurde zum ersten Mal eingeladen. Ein 100-Meter-Rennen von Sprintern mit Beinprothese, das gab es beim ISTAF noch nie - obwohl die Deutschen hier seit Jahren zu den Besten der Welt zählen. In Tokio ist es ihnen nun offenbar endlich gelungen, genug Aufmerksamkeit zu erregen. Über 400 Meter war Floors in 45,85 Sekunden allen davon und einsam zu Gold gerannt. Und über 100 Meter lieferte er sich mit dem Kollegen Felix Streng, dem Briten Jonnie Peacock, Sieger der Spiele 2012 und 2016, und dem Costa Ricaner Sherman Isidro ein packendes Gefecht. Gold ging am Ende an Streng, Isidro holte Silber, Floors teilte sich mit Peacock Bronze. Die Zeiten dazu: 10,76, 10,78 und 10,79 Sekunden.

Wenn das nicht für Leistungsklasse in unserem Sport spricht, dann weiß ich es auch nicht.
Johannes Floors

Einige Para-Stars mussten absagen

Floors freut sich sehr über die Gelegenheit, beim ISTAF zu laufen. Auch wenn es wohl kein umkämpftes Rennen wird wie in Tokio. Felix Streng musste wegen einer Muskelverletzung absagen. Und weder Peacock noch Sherman werden dabei sein. "So kurzfristig nach dem Saisonhöhepunkt und inmitten der Pandemie, die Reisen schwieriger macht, war es durchaus eine Herausforderung, ein Weltklasse-Feld zusammenzustellen", erklärt Meeting-Direktor Martin Seeber.

Die deutschen Sprinter dominieren das 100-Meter-Rennen: Felix Streng siegt, Johannes Floors gewinnt Bronze.

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Warum die Inklusion auf Spitzenebene in der Leichtathletik so schleppend voran geht, versteht Johannes Floors nicht. Sein Trainer Karlheinz Düe, der in Leverkusen seit Jahren Prothesensprinter betreut und nun in Rente geht, äußerte nach den Tokio-Spielen Verständnis dafür, dass es bei Meisterschaften keine Vermischung zwischen olympischem und Para-Sport geben soll. Allerdings sähe er es gern, wenn sich zumindest das eine oder andere Meeting öffnete.

Ich würde mir wünschen, dass man für die guten Behinderten Möglichkeiten schafft, sich dort zu zeigen und zu messen.
Karlheinz Düe

Damit Athleten wie Floors oder auch der Leverkusener Ausnahme-Weitspringer Markus Rehm eine Chance bekommen, über sich hinauszuwachsen.

Die Bühne allein wichtig für Para-Sportler

Für Floors ist wichtig, "dass wir eine Bühne bekommen, damit erkannt wird, dass das Leistungssport ist, was wir machen". Und über 400 Meter würde er sich auch Konkurrenz mit zwei gesunden Beinen wünschen. Denn in seiner Para-Startklasse rennt er regelmäßig allen davon. "Ich brauche Rennen mit Leuten, die schneller laufen können als ich", sagt Floors: "Ich fände es super, wenn ich mit einer 45,80 mal Siebter werden würde."

Der Paralympicssieger von 2016 tritt in Tokio im 100m- und 400m-Sprint an. In diesen Disziplinen ist Johannes Floors Weltmeister.

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Aber eins nach dem anderen. Nun steht erstmal das ISTAF an und er kann über 100 Meter noch mal zeigen, was in ihm steckt. Ebenso wie die kleinwüchsigen Kugelstoßer um Niko Kappel, die wie schon im vergangenen Jahr wieder einen Platz im Programm des Berliner Meetings bekommen haben. Floors sagt: "Das ist richtig gut für uns, wir wollen zeigen, dass wir richtig geile Leistungen abliefern können."

Sport | sportstudio live - Leichtathletik - ISTAF in Berlin 

Das ISTAF in Berlin. Reporter: Peter Leissl, Marc Windgassen. Moderation: Norbert König. Dazwischen: Bogenschießen-DM in Wiesbaden.

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