Sie sind hier:

Nach Krisentreffen - Löw darf weitermachen

Datum:

Joachim Löw darf bleiben - trotz Rekordpleite und immer schärferer Kritik. Das ist das Ergebnis eines Krisengesprächs mit DFB-Präsident Keller und Verbandsdirektor Bierhoff.

Nach dem 0:6-Debakel in der Nations League gerät Bundestrainer Löw zunehmend unter Druck - trotz Rückendeckung durch den DFB.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Joachim Löw bleibt auch nach dem 0:6-Debakel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Spanien Bundestrainer. Dies wurde bei einem Krisengespräch zwischen DFB-Präsident Fritz Keller, DFB-Direktor Oliver Bierhoff, Löw selbst und Assistenztrainer Marcus Sorg nach der Rückkehr aus Sevilla am Münchner Flughafen vereinbart, meldeten Nachrichtenagenturen übereinstimmend.

Das Quartett scheint also vom eingeschlagenen Weg trotz der höchsten Länderspielniederlage seit 1931 weiterhin überzeugt. Auch die 0:6-Klatsche wurde demnach übereinstimmend als "einmaliger Blackout" eingeschätzt.

Keller: Bewusst für Umbruch entschieden

DFB-Präsident Fritz Keller äußerte sich in einer Mitteilung des DFB - nicht zu Löw, aber zur Situation für das Team: "Unsere junge Mannschaft kann an diesem herben Rückschlag wachsen, wenn dieses Spiel, in dem nicht nur Herz und Leidenschaft gefehlt haben, gründlich analysiert und die nötigen Folgerungen daraus gezogen werden." Welche diese sind, lies Keller offen.

Man habe sich beim DFB "bewusst entschieden, den Umbruch mit vielen neuen und jungen Spielern mit Perspektive zu vollziehen. Dieser Weg kann, wie man gesehen hat, der steinigere sein und auch zu schmerzhaften Niederlagen führen", so Keller. Die Herausforderung bestehe weiterhin darin, "eine starke Mannschaft zu formen für die nächsten drei großen Turniere: die Europameisterschaft im kommenden Jahr, die WM 2022 und die EM im eigenen Land 2024".

Spätestens mit der 0:6-Pleite steckt der DFB "in einer veritablen Krise", sagt ZDF-Reporter Markus Harm. Es scheint, als habe man das "Kerngeschäft Fußball aus den Augen verloren".

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Viele offenen Fragen: Wie weiter mit Müller und Co.?

Nach dem Krisentreffen am Mittwoch fuhren Keller und Löw plangemäß gemeinsam nach Freiburg zurück. Der Verbandsboss dürfte auf den gut 400 Kilometern reichlich Gesprächsbedarf gehabt haben. Die Klärung vieler Fragen erwarten nach der spanischen Lehrstunde auch die Fans.

Wie weiter Richtung Europameisterschaft? Wirklich weiter ohne Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels? Dass Löw das Dauerthema um eine Rückkehr des Trios in seinen Analysekatalog aufnimmt, ist unwahrscheinlich. Seine Haltung hatte sich auch nach den sechs spanischen Nackenschlägen nicht verändert.

Kein Länderspiel in den kommenden vier Monaten

Die gravierenden Probleme nimmt der 60-Jährige mit in eine viermonatige Winterpause. Sein Krisenmanagement wird schon zur Routine. Wie nach der WM 2018 wird sich Löw wohl als Fußball-Emerit zurückziehen. Fußball-Deutschland braucht mit ihm als Bundestrainer viel Geduld.

Vorgänger Jürgen Klinsmann stärkte derweil Löw den Rücken. "Es gibt keinen Bedarf für einen neuen Trainer, denn dann überdreht man total. Was für eine Botschaft würde man damit nach außen senden?", sagte Klinsmann im Interview mit dem US-Sender ESPN.

Ich sehe keinen Grund, in Panik zu geraten und sich nach einem neuen Trainer umzuschauen.
Jürgen Klinsmann

Klinsmanns Ratschlag an Löw

Es gebe allerdings "ganz viele Punkte, die man ansprechen muss", ergänzte Klinsmann. Sein Ratschlag an Löw: "Man muss durch die Gegend fliegen und alle Spieler individuell oder in kleinen Gruppen treffen und viel kommunizieren." Für Löw sei es jetzt "ganz, ganz wichtig", den absoluten Führungsspieler im Team auf seine Seite zu ziehen, um damit "alle ins selbe Boot zu holen".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.