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Nach Spielerstreik: Mainzer trainieren wieder

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Fußball-Bundesliga - Nach Spielerstreik: Mainzer trainieren wieder

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Bei Mainz 05 scheinen die Wogen geglättet, zumindest wurde am Donnerstagnachmittag wieder trainiert. Am Mittwoch hatten die Spieler gestreikt.

Beim FSV Mainz 05 liegt vieles im Argen, erst der Rauswurf von Stürmer Ádám Szalai, dann folgte der Trainingsstreik der kompletten Mannschaft. Die Verantwortlichen bemühen sich nun um eine Begrenzung des Imageschadens.

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Das Team hatte geschlossen die Rücknahme des Rauswurfs von Szalai gefordert. Der 32 Jahre alte Ungar war am Montag mit sofortiger Wirkung vom Training freigestellt worden. Dennoch war Szalai am Mittwochmorgen zur Athletikeinheit erschienen, die er jedoch nicht mit der Mannschaft absolvieren durfte. Daraufhin blieben die 05-Profis am Nachmittag dem Training fern.

Vorbereitung aufs Bundesligaspiel gegen Stuttgart

Nach dem Trainingsstreik werden die 05er die planmäßige Vorbereitung auf das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart aufnehmen. "Wir werden selbstverständlich trainieren, uns auf den VfB vorbereiten und am Samstag alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen", sagte FSV-Sportvorstand Rouven Schröder am Donnerstagmittag

Im persönlichen Gespräch mit dem Mannschaftsrat seien die Geschehnisse vom Mittwoch aufgearbeitet und die Konsequenzen aufgezeigt worden. Schröder sprach von einer "Eskalationsstufe", mit der man nun umgehen müsse.

Beierlorzer: Nicht gegen mich gerichtet

Trainer Achim Beierlorzer sieht trotz der Aktion kein Zerwürfnis zwischen ihm und dem Team. "Die Mannschaft hat ein Statement gesetzt, das aber nicht persönlich gegen mich gerichtet war", sagte der 52-Jährige.

Er könne den Zusammenhalt der Profis und die Solidarität mit Szalai nachvollziehen. "Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass dies in den Trainingsbereich reinspielte", sagte Beierlorzer.

Szalai wehrt sich gegen Suspendierung

Indessen will sich Adam Szalai gegen seine Suspendierung wehren."Wir werden standhaft bleiben und durchsetzen, dass Adam nächste Woche wieder am Mannschaftstraining teilnehmen darf», sagte Szalais Berater Oliver Fischer den Zeitungen der VRM-Gruppe: "Adam wird sich keinen neuen Verein suchen. Er will und wird in Mainz bleiben."

Spielerstreiks in der Vergangenheit

  • 1979 - Bayern München

Max Merkel soll auf Wunsch von Präsident Wilhelm Neudecker Nachfolger des zweieinhalb Wochen zuvor entlassenen Trainers Gyula Lorant werden. Sepp Maier und Paul Breitner ergreifen die Initiative, lassen die Mannschaft abstimmen. Das Ergebnis: 16:0 gegen Merkel. Neudecker tritt aus Protest zurück. Breitner übernimmt das Kommando und setzt durch, dass Interimstrainer Pal Csernai bleiben darf.

  • 1984 - 1. FC Nürnberg

Trainer Heinz Höher setzt im Oktober ein Straftraining an, um sechs Uhr morgens. Im Anschluss daran kritisiert die komplette Mannschaft in einem offenen Brief unter anderem die Trainingsmethoden von Höher und dessen angeblich gestörtes Verhältnis zu den Spielern.

Wieder einen Tag später nehmen nur fünf Spieler am Training teil, die anderen streiken. "Club"-Präsident Gerd Schmelzer greift durch und entlässt die Rädelsführer Udo Horsmann, Rudi Kargus, Stefan Lottermann und Horst Weyerich, zudem Manfred Walz und Detlef Krella. Thomas Brunner, ebenfalls einer der Anstifter, wird begnadigt, weil er Abbitte leistet.

Mit einer jungen Mannschaft um Stefan Reuter, Hansi Dorfner und Dieter Eckstein macht Höher weiter - und steigt am letzten Spieltag in die Bundesliga auf.

  • Französische Nationalmannschaft - WM 2010

Auslöser des Skandals ist ein Disput zwischen Trainer Raymond Domenech und Stürmer Nicolas Anelka in der Pause des Spiels gegen Mexiko. Anelka beleidigt daraufhin Domenech, dieser wechselt den Spieler aus, das Spiel endet mit 0:2. Zwei Tage später berichtet die "L'Equipe" über den Vorfall. Verbandspräsident Jean-Pierre Escalettes fordert von Anelka eine Entschuldigung. Als dieser sich weigert, wird er aus dem Quartier in Knysna nach Hause geschickt.

Aus Solidarität mit Anelka bestreiken seine Kollegen ein Training, Domenech verliest die dazu verfasste Erklärung der Spieler. Zu den sechs ausgemachten Rädelsführern gehört auch Franck Ribery. Am 22. Juni scheiden die Franzosen in der Vorrunde aus.

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