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Fußball | Spanien - Deutschland - Manuel Neuer - Libero mit Handschuhen

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Manuel Neuer hat das Torwartspiel entscheidend geprägt. Im Nations-League-Spiel am Dienstag gegen Spanien steigt der 34-Jährige zum alleinigen DFB-Rekordnationaltorhüter auf.

14.11.2020, Fußball-Nations-League, Deutschland - Ukraine: Manuel Neuer in Aktion.
Manuel Neuer im Nations-League-Spiel gegen Ukraine
Quelle: Robert Michael / dpa

Noch immer drückt Manuel Neuer bei jedem Gegentor sein Missfallen aus. Legendär ist sein "Reklamier-Arm", den er bei geringstem Anflug von Zweifel hebt. Die Geste hat es sogar einem eigenen Hashtag und Twitter-Account gebracht.

Daraus ist im Umkehrschluss auch ein Kompliment abzuleiten: Wenn der weltbeste Torwart bezwungen wird, kann es eigentlich nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Neuer-Debüt im Juni 2009

Was beim aktuellen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft am 2. Juni 2009 mit dem Debüt in Dubai mit einem Kantersieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (7:2) begann, wird elfeinhalb Jahre später in eine historische Wegmarke überführt. In der Nations-League-Begegnung in Sevilla gegen Spanien (Dienstag, 20.45 Uhr/ARD/zdfsport-Liveticker) steuert Neuer sein 96. Länderspiel an.

Der 34-Jährige überflügelt damit den bisherigen Rekordhalter Sepp Maier, der zwischen 1966 und 1997 auf 95 Einsätze kam. Wer weiß wie viele Länderspiele der "Maier Sepp" in seiner knielangen schwarzen Schlabberhose noch gemacht hätte, wenn er nicht einen schweren Autounfall gehabt hätte.

Neuer vor 96. Länderspiel
Mit seinem Einsatz im Spiel gegen Spanien wird Manuel Neuer Sepp Mainer überholt haben.

Das bayerische Unikum verneigt sich vor einem würdigen Nachfolger: "Das hat er verdient, wenn’s jetzt 40 Jahre gedauert hat, bis wieder einer kommt - ja, dann hat's eh lang genug gedauert."

Meisterstück im WM-Achtelfinale 2014 gegen Algerien

Neuer hat, das ist vielleicht sein größter Verdienst, das Torwartspiel auf ein neues Level gehoben. Seine offensive Interpretation hat weltweit Nachahmung gefunden.

Seine beste Leistung im Nationaltrikot lieferte Neuer im WM-Achtelfinale 2014 gegen Algerien (2:1 nach Verlängerung) ab. Mehrfach fegte der Keeper geistesgegenwärtig unter allerhöchstem Risiko bei Steilpässen dazwischen und grätschte die Bälle teils an der Mittellinie ab.

Neuer ein "Glücksfall"

Wäre damals im kühlen Porto Alegre nur eine Rettungsaktion schiefgegangen, hätte Neuer als Buhmann der Aktion gegolten.

"Manuel Neuer ist ein Glücksfall für den Fußball in Deutschland. Für die Entwicklung unseres Spiels und für die Erfolge in der vergangenen Dekade war er einer der größten Faktoren", sagt Bundestrainer Joachim Löw:

Rekord-Nationaltorhüter im Torhüterland Deutschland - das ist eine besondere Leistung.
Joachim Löw

Neuer für Fußball so wichtig, wie Gienger fürs Turnen

Löw erkannte recht früh, dass der 1,93 Meter große Schlussmann auch seine Feldspieler besser machen würde - weil er wie jeder Feldspieler angespielt werden konnte.

Keiner war seiner Zeit so voraus wie der DFB-Kapitän. So wie Eberhard Gienger dem Reck-Turnen einen Salto oder Werner Rittberger dem Eiskunstlaufen einen Sprung schenkte, gab dieser Tormann dem Fußball den Libero zurück - nur trug er eben Handschuhe.

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Neuer-Fan Guardiola

"Als Feldspieler könnte er in der 3. Liga locker mitspielen", sagte einmal Bundestorwarttrainer Andreas Köpke. Pep Guardiola hat sich in seiner Zeit beim FC Bayern angeblich nur mühsam davon abbringen lassen, seinen Torwart im Mittelfeld auszuprobieren.

Nach dem Champions-League-Finale 2020 zwischen Bayern und Paris St. Germain klagte PSG-Trainer Thomas Tuchel halb im Ernst, halb im Spaß darüber, dass Spiele gegen Neuer doch "ein bisschen Wettbewerbsverzerrung" seien.

In München steht die Ikone noch bis 2023 unter Vertrag. Die schlimme Phase wiederkehrender Probleme im linken Mittelfuß, die ihn fast die WM 2018 in Russland gekostet hätten, hat Neuer überwunden.

Sepp Maier traut seinem Nachfolger 120 Länderspiele zu

Von nachlassender Motivation ist nicht im Geringsten etwas zu spüren - eigentlich würde Neuer am liebsten jedes Spiel machen. Die Hunderter-Marke wird er wohl spätestens mit der EM 2021 bei einem Heimspiel in München erreichen, im Jahr darauf winkt die WM 2022 in Katar.

Auch danach muss nicht Schluss sein. "Er wird noch mit 39 Jahren hervorragende Leistungen bringen", glaubt der 76-jährige Maier, der dem "Manu" sogar locker 120 Länderspiele zutraut.

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