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Paralympics - Team-D-Bilanz - Ergebniskosmetik im Endspurt

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Edina Müller und Lindy Ave haben bei den Paralympics in Tokio aus deutscher Sicht für ein Happy End gesorgt. Die Gesamtbilanz des Team D ist dennoch durchwachsen.

04.09.2021, Japan, Tokio: Paralympics: Leichtathletik, Frauen, Finale 400 Meter, T38, im Olympic Stadium. Lindy Ave (Deutschland) freut sich über die Goldmedaille.
Lindy Ave - eine der 14 Goldmedaillen geht auf ihr Konto
Quelle: dpa/marcus brandt

Erst die emotionale Triumphfahrt von Edina Müller vor den Augen des Sohnemanns, dann die Fabelrunde von Lindy Ave im Olympiastadion: Zum Abschluss hinterließ die deutsche Mannschaft in Tokio einen positiven Eindruck.

Doch in der Gesamtbilanz des Team D bei den 16. Paralympischen Sommerspielen waren diese Sternstunden nur noch Schönheitskorrekturen. Der Abwärtstrend setzt sich fort, die Top-Nationen ziehen davon - und mit Rang zwölf gab es im Medaillenspiegel das schlechteste Ergebnis überhaupt.

Beucher und Quade mit positivem Fazit

Dennoch zieht DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher vor der bunten Abschlussfeier, bei der Schützin Natascha Hiltrop die nur noch kleine deutsche Mannschaft als Fahnenträgerin anführte, ein positives Fazit:

Ich finde, wir gehen sehr erfolgreich von diesen Spielen weg
Friedhelm Julius Beucher, Chef des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS)

Auch Chef de Mission Karl Quade sieht das Team im Soll. "Wir stehen im Medaillenspiegel ungefähr da, wo wir uns gesehen haben", konstatierte der DBS-Vizepräsident Leistungssport.

Die querschnittgelähmte Edina Müller siegt vor der Ukrainerin Marina Maschula und gewinnt ihre zweite paralympische Medaille in ihrer neuen Sportart.

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14 Medaillen weniger als in Rio 2016

Und das ist mit 43 Medaillen mittlerweile weit entfernt von den Top-Nationen, 14 Medaillen weniger als noch in Rio sammelte die deutsche Mannschaft. Die 13 Gold-, zwölf  Silber- und 18 Bronzemedaillen reichten nicht für die Top 10 in der Nationenwertung, deutlich kleinere Länder wie die Niederlande oder Aserbaidschan sind vorbeigezogen. Zuvor war Rang elf in Peking 2008 die schlechteste deutsche Abschlussplatzierung im Medaillenspiegel gewesen.

"Die paralympische Leistungssportbewegung ist unwahrscheinlich explodiert, die Leistungsbreite ist größer geworden", begründet Beucher den anhaltenden Abwärtstrend:

Auf einmal steht ein Land wie Aserbaidschan vor Deutschland im Medaillenspiegel. Mich stört das nicht.
Friedhelm Julius Beucher

Beucher: Vielfalt statt Schwerpunktsportarten

Vielmehr zeige das, so der 75-Jährige weiter, "dass die Paralympics ihren Zweck erfüllen. Behindertensport wird auch in Länder getragen, wo früher Menschen mit Behinderung am Rande der Gesellschaft versteckt waren."

Am Konzept dieser Nationen wolle er sich aber nicht orientieren. "Weil viele Länder, die so aufgeholt haben, etwas gemacht haben, was ich vom Grundsatz her ablehne. Sie verzichten auf Vielfalt und konzentrieren sich auf einige wenige Sportarten", sagte Beucher.

Als "Problem Nummer eins" sieht er in Deutschland die Nachwuchsfindung, die -sichtung und die -förderung.

Paralympics: Tischtennisspieler Valentin Baus jubelt nach dem Sieg im Finale.

Paralympics - Baus und Schulz gewinnen Gold 

Jetzt glänzt das deutsche Paralympics-Team auch golden: Tischtennisspieler Valentin Baus und Triathlet Martin Schulz haben den Bann gebrochen.

Quade fordert mehr Professionalität

Generell gebe es "Nachholbedarf" in Sachen Professionalisierung, so Quade: "Es gibt bei uns nur wenige Sportler, die sich zu 100 Prozent auf den Sport konzentrieren können." Die Basis müsse sich "deutlich vergrößern". Derzeit bestehe eine "sehr starke" Abhängigkeit von der Leichtathletik und dem Radsport.

Zumindest betrieb die Mannschaft nach dem schwachen Start in der zweiten Woche Schadensbegrenzung. Einige der von Beucher angepriesenen "Goldraketen" wie Doppelsiegerin Jana Majunke, Markus Rehm, Martin Schulz, Hiltrop, Johannes Floors oder nun zum Abschluss eben Edina Müller zündeten.

Markus Rehm hat in Tokio sein drittes Paralympics-Gold in Serie gewonnen. Im Studio erklärt der Weitspringer, wie er die Inklusion weiter vorantreiben will.

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27 min
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Die Para-Kanutin paddelte am Samstag in die Geschichtsbücher. Nach dem Triumph im Rollstuhlbasketball 2012 krönte sie sich wie Annika Zeyen in der zweiten Sportart zur Paralympics-Siegerin - und das nach einer Bürokratie-Odyssee sogar vor den Augen ihres zweieinhalb Jahre alten Sohns Liam.

Spektakulär mit Weltrekord zu Gold lief Lindy Ave ("Hätte ich nie im Leben geglaubt") über die 400 Meter. Sie war wie Schwimm-Champion Taliso Engel oder Rennrollstuhlfahrerin Merle Menje einer der Lichtblicke der nachkommenden Generation.

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