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Mittelstand vs. Bundesliga

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Wie wichtig ist Profifußball? - Mittelstand vs. Bundesliga

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Mehr als zwei Millionen Mittelständlern werden in der Corona-Krise kaum Perspektiven geboten. Dagegen diskutiert die Politik über Lockerungen für die Fußball-Bundesliga. Zurecht?

Heute entscheidet die Politik über die Saison-Fortsetzung der Bundesligen. Noch gibt es Bedenken, vor allem nach dem Facebook-Video von Hertha-Profi Salomon Kalou.

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Oliver Roth, Ex-Profifußballer und Chefhändler eines Frankfurter Finanzdienstleisters, sieht Diskussionen um Staatshilfen für die Bundesliga kritisch. Gerade die Argumentation, der Fußball sei ein bedeutender Arbeitgeber und treibende Wirtschaftskraft laufe im Vergleich mit der derzeitigen Misere des Mittelstands ins Leere.

Zudem hätten die Fußball-Bundesligisten in der Vergangenheit mehr Rücklagen bilden sollen, anstatt 75 bis 80 Prozent in Spielergehälter zu investieren, sagt Roth dem ZDF.

Auf der anderen Seite trifft Corona die deutschen Profi-Klubs hart. Wird die laufende Saison abgesagt, droht ein Schaden von rund einer dreiviertel Milliarde Euro. Allein durch den Wegfall der TV-Gelder für die letzten Spieltage würden 370 Millionen Euro ausfallen, so die Deutsche Fußball-Liga (DFL).

Die andere Hälfte des finanziellen Schadens entstünde durch entgangene Sponsorengelder und fehlende Eintrittsgelder. Einige Vereine könnten in eine "existenzbedrohende Situation" geraten, so die DFL.

Bundesliga: 15 Mal in Folge Rekordumsatz

Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie war das Unternehmen Bundesliga eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Die Klubs der ersten Liga haben in der Saison 2018/19 zum 15. Mal in Folge einen Umsatzrekord erzielt und übertrafen erstmals die Marke von vier Milliarden Euro.

Da scheint der für die Bundesliga befürchtete Umsatzrückgang in Höhe von knapp einer Milliarde verkraftbar.

Mittelstand auf der Intensivstation

Den Mittelstand kostet Corona alleine im März mehr als die Hälfte der Umsätze. Dort ruhen Maschinen und Lieferketten, die Kurzarbeit liegt auf einem Rekordhoch. Die Folge: Laut KfW Research verlor der Mittelstand im März rund 80 Milliarden Euro Umsatz. Die Geldreserven der Hälfte der Firmen reichten nur noch bis Ende Mai. Danach drohe die Insolvenz.

Umsatzeinbrüche von fast 80 Prozent, das ist die Situation im Monat April in Teilbereichen des Mittelstands. Auf das Jahr gesehen erwarten Unternehmer eine anhaltende Wirtschaftskrise, weiterhin Kurzarbeit und einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen.

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Mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Mittelstands könne der deutsche Profi-Fußball nicht mithalten, so Oliver Roth. Während in deutschen Spitzenklubs 56.000 Menschen arbeiten, beschäftigt der Mittelstand 30 Millionen Arbeitnehmer.

Gerade bei den kleineren mittleren Unternehmen drohten Massen-Insolvenzen - und ganz Deutschland eine Rezession.

Fußball in Kurzarbeit

Wie die Betriebe nutzen die Vereine, GmbHs und Kapitalgesellschaften der Bundesliga schon jetzt die staatlichen Hilfsprogramme: Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf, Mainz 05 aber auch Vereine der 2. Bundesliga schicken Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Große Player wie Borussia Dortmund und FC Bayern München hingegen zahlen ihren Profis derzeit nur Teile des Gehalts und verzichten auf Staatshilfe.

Doch laut Roth ist die Finanzkraft in der Bundesliga ungleich verteilt. Kleinere Zweitligisten, aber auch große Traditionsklubs, die hoch verschuldet sind, drohe die Insolvenz. Denn die Hilfsprogramme der Bundesregierung greifen nur bei einer soliden Finanzierung der Vereine.

Noch rollt der Ball in der Fußball-Bundesliga nicht. Dennoch wird bereits darüber diskutiert, inwiefern die Corona-Krise die Zukunft des Fußballs langfristig prägt.

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Zweitligisten droht Insolvenz wegen Corona

Die DFL warnt: Schon Ende Mai müssten Zweitliga-Klubs Insolvenz anmelden, wenn bis dahin kein Geld fließt. Und auch in der ersten Liga ruft man vorsichtig um Hilfe: "Um zu überleben, könnten am Ende auch Fußballklubs gezwungen sein, Staatshilfe zu beantragen", sagt Martin Kind, Geschäftsführer von Hannover 96, dem Wirtschaftsmagazin "Capital".

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