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Jochen Rindt: Erst der Tod, dann der Titel

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Formel 1 vor 50 Jahren - Jochen Rindt: Erst der Tod, dann der Titel

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Auch 50 Jahre nach seinem Tod gilt Jochen Rindt als Formel-1-Ikone und als erster Popstar der PS-Königsklasse. Nicht nur, weil er als einziger Fahrer posthum Weltmeister wurde.

"Bei Lotus kann ich Weltmeister werden, oder draufgehen", sagte Jochen Rindt einmal. 1970 tritt beides ein: Am 5.September verunglückt er tödlich und ist am Saisonende Weltmeister.

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Eine Zigarette im Mundwinkel, eine auffällige Nase, die Sonnenbrille, ein verschmitztes Lächeln, ein schlaksiger Gang: lässig, selbstbewusst, charismatisch kam Jochen Rindt daher. "Er ist mit seinem ganzen Auftreten herausgeragt aus der Masse", erinnert sich sein Schulfreund und heutiger Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko (77) Anfang Juli am Rande des Grand Prix von Österreich.

Gebrochene Bremswelle wird Rindt zum Verhängnis

Jochen Rindt verfolgte in seiner Karriere ein Ziel: Er wollte Formel-1-Weltmeister werden. Als Nina Rindt die von ihrem Mann ersehnte WM-Trophäe endlich entgegennimmt, ist er schon seit zwei Monaten tot. Der Unfall ereignet sich am 5. September 1970 in Monza, wo am Sonntag die Enkelgeneration mit dem sechsmaligen Weltmeister Lewis Hamilton und Sebastian Vettel wieder fährt. Im Training zum Großen Preis von Italien verunglückt er tödlich.

Anfang August 1970 feierte Jochen Rindt auf dem Hockenheimring seinen vierten Sieg in Serie. Es war sein letzter, denn einen Monat später verunglückte er tödlich.

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In der Parabolica kracht Rindt mit seinem Lotus 72 in die Leitplanken. Ursache: eine gebrochene Bremswelle vorne rechts. Rindt wird nur 28 Jahre alt - und ist der erste und bislang einzige Fahrer, der posthum Formel-1-Weltmeister wird. Die Bilder sind unvergesslich. Ehefrau Nina auf einem Barhocker in der Lotus-Box sitzend, mit bangem Blick, eine Stoppuhr in der Hand. Sie wartet auf ihren Mann, während alle anderen Fahrer zurück von der Strecke kommen. Jackie Stewart, Rindts Rivale und enger Kumpel, kommt zu ihr, sagt, was geschehen ist.

30.0000 Menschen auf der Beerdigung in Graz

Bernie Ecclestone, späterer Formel-1-Herrscher, trägt den blutverschmierten Helm seines Freundes. Die Erschütterung in und außerhalb der Motorsport-Welt über Rindts Tod ist groß, vergleichbar nur mit den Unfall-Tragödien des Briten Jim Clark 1968 in einem Formel-2-Rennen auf dem Hockenheimring und des Brasilianers Ayrton Senna 1994 in Imola. 30 000 Menschen geben Rindt in Graz sechs Tage nach seinem Tod das letzte Geleit.

Wir sind eine Skination, aber ich glaube, Jochen ist der populärste Sportler, den Österreich je hatte.
Schulfreund Helmut Marko

Auf dem Zentralfriedhof in Graz stehen an Rindts Grab noch heute immer wieder zahlreiche Kerzen. Die Stadt, in der er aufwuchs, erinnert in diesem Jahr an ihn. Am Mittwoch wurde eine ihm gewidmete Straßenbahn im Beisein seiner Tochter Natascha (52) präsentiert. Im Mai 2021 soll eine Ausstellung über Rindt folgen, ein Platz in Graz erhält seinen Namen. Im TV hob Schulfreund Marko zuletzt die Bedeutung Rindts für das Alpen-Land hervor. "Er war ein Mythos." Dabei war Rindt kein Österreicher. Geboren wurde er am 18. April 1942 in Mainz.

Das Schönste war zu erleben, wie der Weltmeistertitel dann doch noch an Jochen ging.
Damaliger Ferrari-Pilot Jacky Ickx

In der Formel 1 fehlt Rindt lange Zeit ein siegfähiges Auto. Mit dem Wechsel zu Lotus 1969 ändert sich das. Im Jahr darauf gewinnt Rindt in Monaco nach einer Aufholjagd durch die engen Straßen des Fürstentums. In Zandvoort startet er eine Siegesserie. Doch der Feuertod seines Freundes Piers Courage überschattet den Erfolg. Es folgen erste Plätze in Clermont-Ferrand, Brands Hatch und beim Formel-1-Debüt des Hockenheimrings. Auf dem Österreichring scheidet er zwar aus. Dennoch hat er mit 45 Punkten als Führender alle Chancen auf den Titel.

Dann kommt die Monza-Tragödie. Bis zum vorletzten Rennen kann Ferrari-Pilot Jacky Ickx (75) seinen toten Rivalen noch abfangen. Eine Panne und Platz vier in Watkins Glen verhindern das.

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat auch den Grand-Prix von Belgien gewonnen. Es ist sein fünfter Sieg im siebten Saisonrennen. Sebastian Vettel (Ferrari) kam nicht in die Top-Ten.

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