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Staatsanwaltschaft Frankfurt - Neues Ermittlungsverfahren gegen den DFB

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Ein interner Machtkampf und Steuerermittlungen der Staatsanwaltschaft erschüttern den weltgrößten Fußballverband. Im Zentrum aller Querelen DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat ein neues Ermittlungsverfahren gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen möglicherweise falscher Angaben in Steuererklärungen eröffnet. Dem Verein könnte der Verlust der Gemeinnützigkeit drohen.

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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat ein neues Ermittlungsverfahren gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) eröffnet. Die leitende Staatsanwältin Anna Elisabeth Krause-Ablaß bestätigte gegenüber dem ZDF:

Es gibt ein neues Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Abgabe unrichtiger Steuererklärungen und Steueranmeldungen wegen erhaltener Sachzuwendungen.
Anna Elisabeth Krause-Ablaß, leitende Staatsanwältin

Konkret soll es um falsche Angaben in Lohnsteueranmeldungen sowie in Körperschaft- und Gewerbesteuererklärungen von 2015 bis November 2020 gehen und Steuern in noch nicht konkret definierter Höhe verkürzt worden seien.

Razzia beim DFB im Oktober

Der DFB hatte, das belegen Recherchen vom ZDF und interne E-Mails, nur 14 Tage nach der Steuerrazzia im Oktober letzten Jahres rund 3,3 Millionen Euro an die Finanzbehörden überwiesen, wohl auch aus Angst vor neuen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft. Die zuständige Staatsanwältin konnte eine Selbstanzeige des DFB dazu nicht bestätigen.

Zusätzlich läuft seit der Steuerrazzia ein Ermittlungsverfahren. Dabei geht es um Einnahmen aus der Bandenwerbung von Heimländerspielen der Fußball-Nationalmannschaft aus den Jahren 2014 und 2015, die bewusst unrichtig als Einnahmen aus der Vermögensverwaltung erklärt wurden, damit der DFB insofern einer Besteuerung entging.

Ermittlungen gegen Generalsekretär und Schatzmeister

Die Einnahmen hätten, so die Staatsanwaltschaft, im steuerlichen Bereich des "wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs" versteuert werden müssen. Auch deswegen laufen unter anderem gegen Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzmeister Stephan Osnabrügge Ermittlungen, wie Krause-Ablaß gegenüber dem ZDF bestätigte: "Die Ermittlungen gegen Dr. Curtius und Dr. Osnabrügge sind eingeleitet worden, weil Beweismittel vorliegen, die belegen, dass beide als gesetzliche Vertreter des DFB und wegen ihrer Funktionen mit den steuerlichen Themen des Verbands zu tun hatten." Beide sollen von den unrichtigen Steuererklärungen und Steueranmeldungen, sowohl in Bezug auf die Bandenwerbung, als auch den Sachzuwendungen gewusst haben.

DFB droht Verlust der Gemeinnützigkeit

Dem DFB droht jetzt der Verlust der Gemeinnützigkeit, wie die Staatsanwältin gegenüber dem ZDF bestätigte:

Wenn sich der Tatverdacht der Steuerhinterziehung durch falsche steuerliche Behandlung der Einnahmen aus der Bandenwerbung verifiziert, kann dem DFB für die betreffenden Jahre die Gemeinnützigkeit aberkannt werden.
Anna Elisabeth Krause-Ablaß, leitende Staatsanwältin

Der DFB hat sich noch nicht zu dem neuen Ermittlungsverfahren geäußert, teilte in der letzten Woche nur mit, dass überhaupt erst einmal geprüft werde, "ob und in welcher Höhe überhaupt Steuern nachzuzahlen sind. Anhaltspunkte für ein steuerstrafrechtlich vorwerfbares Verhalten bestehen nicht." Das hat sich nun, mit dem zweiten Ermittlungsverfahren, geändert.

Curtius soll Informationen weitergegeben haben

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) schließt nach ZDF-Informationen DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius zukünftig offenbar von Sitzungen des Ligaverbandes aus.

Grund dafür sei das fehlende Vertrauen in den Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In mehreren Fällen sollen Indizien vorliegen, dass der 45-Jährige Informationen an die Medien weitergegeben habe.

DFB-Präsidiumssitzung tagt am Freitag

Das DFB-Präsidium ist am Donnerstag in einem Schreiben der DFL, das dem ZDF vorliegt, über die Entscheidung informiert worden. Da bei den Sitzungen vertrauliche Inhalte besprochen würden, sei eine Teilnahme von Curtius nicht mehr möglich. Curtius steht beim DFB in einem Machtkampf mit Präsident Fritz Keller, der von der Liga unterstützt wird. An diesem Freitag findet in Frankfurt/Main eine DFB-Präsidiumssitzung statt.

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