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Olympia in Deutschland? : Mronz: Großevents haben unglaubliche Kraft

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Der Kölner Sportmanager Michael Mronz will Olympia nach Deutschland holen. Im Interview mit sportstudio.de plädiert er für eine selbstbewusstere Darstellung der Werte des Sports.

Michael Mronz, Gründer der Rhein-Ruhr-City-2032-Olympia-Initiative, bei Pressekonferenz in Düsseldorf am 26. Februar 2021.
Michael Mronz
Quelle: epa/Jürgen Schwarz

ZDF: Herr Mronz, als 1972 die Olympischen Spiele in München stattfanden, waren Sie fünf Jahre alt …

Michael Mronz: … ja, ich konnte schon laufen - aber noch nicht sprinten.

ZDF: Haben Sie Erinnerungen an die Spiele?

Mronz: Nein, da muss ich passen. Meine ersten Erinnerungen an ein Sportgroßereignis sind die von der Fußball-WM 1974. Aber ich kenne natürlich die Bilder von München 1972, von Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth zum Beispiel. Das sind beeindruckende Bilder.

München ist ein sehr gutes Beispiel, was durch die Ausrichtung Olympischer Spiele nachhaltig geschaffen werden kann. Der Olympiapark ist noch heute Teil des Münchner Lebens, ein hoher Identifikationsfaktor. Die Unterkünfte der Athleten sind aktiv genutzte Wohnimmobilien.

Olympia 1972 in München ging vor allem durch den Terroranschlag auf die israelische Mannschaft in die Geschichte ein. Bis dahin überzeugten die Spiele als völkerverbindendes Fest.

Beitragslänge:
33 min
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ZDF: Seit 2016 sind Sie mit dem Projekt Rhein Ruhr City am Start. Sie wollen Olympia nach Deutschland holen und lassen sich auch nicht davon aufhalten, dass die Spiele 2028 und 2032 nun erstmal an Los Angeles und Brisbane vergeben wurden. Warum? Was begeistert Sie an Olympia?

Mronz: Ich glaube, dass wir die Werte des Sports für unsere Gesellschaft durch so ein Großereignis wieder viel stärker ins Bewusstsein heben können.

Der Sport wird bei uns mit Fußball gleichgestellt und über Millionengehälter wahrgenommen. Aber der Sportverein ist ein sozialer Anker für knapp 28 Millionen Menschen im Land.
Michael Mronz

Sport ist gerade für junge Menschen Wertevermittlung und Integration, dazu kommen Themen wie Bewegungsarmut oder Fairplay. Was hat die Fußball-WM 2006 gebracht? Sie hat zu einer extremen Eintrittswelle junger Mädchen in Fußballvereine geführt. Sportliche Großereignisse haben eine unglaubliche Kraft. Deshalb bin ich ein so großer Fan von Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland.

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ZDF: Viele Bürger sind es nicht. Den Olympia-Plänen von München für die Winterspiele 2022 und Hamburg für die Sommerspiele 2024 hat die Bevölkerung jeweils ein Veto erteilt.

Mronz: Wir können nicht immer kritisieren, dass Olympische Spiele in Länder gehen, die nicht unser politisches Verständnis haben, wenn wir selbst kein Angebot schaffen. Wenn wir aber ein Angebot schaffen, bei dem das Konzept ökologisch und ökonomisch nachhaltig ist, und mit dem wir gleichzeitig dem Sport eine nie dagewesene Plattform bieten, ist das eine große Chance.

In unserem Konzept können wir Sportarten wie Basketball, Schwimmen, Handball, Volleyball, Hockey oder Reiten vor jeweils 40.000 bis 50.000 Zuschauern präsentieren, ohne dass wir irgendwas Neues bauen müssen. 90 Prozent der benötigten Sportstätten sind heute schon vorhanden. Die Vergabe der Spiele 2032 nach Brisbane und die Region Queensland zeigt doch eines: Regionenkonzepte sind Gewinnerkonzepte.

ZDF: Und Olympische Spiele in Deutschland könnte eine neue Sportbegeisterung im Land auslösen?

Mronz: Ja. Spitzensport lebt immer vom Breitensport. Das ist eine einfache Rechnung: Wenn 100 Jugendliche in einen Verein eintreten, dann gehen beispielsweise zehn Talente daraus hervor, und einer wird ein Spitzenathlet. Bei 1.000 Eintritten, sind es am Ende zehn Spitzenathleten. So ein Großereignis führt automatisch dazu, dass mehr Menschen Sport treiben, die Chancen unserer Talente in unserem Land wieder stärker genutzt werden und im Ergebnis international mehr Medaillen gewonnen werden können.

ZDF: Olympiasieger von damals argumentieren genauso, sie wünschen sich noch einmal Olympia als Booster für den Sport-Nachwuchs. Außerhalb des Sports ist man aber offenbar wenig empfänglich für dieses Argument. Woran liegt das?

Mronz: Weil wir die Werte des Sports nicht selbstbewusst genug vertreten.

Gelder für den Sport sind keine Subventionen, sondern Investitionen in unsere Gesellschaft.
Michael Mronz

Die Kultur ist da deutlich besser aufgestellt als der Sport. Jeder weiß, dass die Kulturförderung die DNA der geistigen Freiheit unserer Gesellschaft und damit unserer Demokratie ist. Wir müssen als Sport das, was wir darstellen und was wir einbringen in die Gesellschaft, deutlicher und selbstbewusster nach vorn bringen.

Das Interview führte Susanne Rohlfing

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