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Kommentar

IOC-Präsident - Bachs Machtfülle auf dem Höhepunkt

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Olympiasieger, Weltmeister und nationaler Fecht-Meister, die sportpolitische Karriere umgekehrt: erst DOSB-, dann IOC-Präsident. Jetzt steht Thomas Bach in seiner zweiten Amtszeit.

Thomas Bach nach seiner Wiederwahl als IOC-Präsident
Thomas Bach nach seiner Wiederwahl als IOC-Präsident
Quelle: reuters

"Wir sind Papst", titelte die Bild-Zeitung 2005. "Wir sind IOC?" hat dagegen der "Tagesspiegel" fragend 2013 gedruckt, als der Tauberbischofsheimer Jurist Thomas Bach zum ersten deutschen Präsidenten in der Geschichte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt wurde. Aber gehört es dazu, deutsche Interessen an die erste Stelle zu setzen?

Die Aufgabe von Thomas Bach, Wirtschaftsjurist und Olympiasieger im Fechten bei den Spielen 1976, war es als IOC-Präsident immer, die Sicherung der Olympischen Spiele als Weltsportereignis zu garantieren. Seine "Agenda 2020" ist Bachs Lebenswerk für ein verstaubtes Traditions-IOC: Verschlanken, Entscheidungen effizienter treffen, aber auch eigene Macht-Strukturen festigen.

Der alte und neue IOC-Präsident Thomas Bach im ZDF-Interview über die Spiele in Corona-Zeiten in Tokio, die Chancengleichheit für Athleten sowie die Kritik an den Peking-Spielen.

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Absolutistisch anmutende Wahl

Die Einnahmen aus Fernsehrechten und der Top-Sponsoren stimmen beim IOC, sie sind sogar in turbulenten Zeiten angestiegen. Trotz aller Krisen in der Welt: Die Gastgeber der Sommerspiele von 2024, 2028 und so gut wie sicher Brisbane 2032, sind bereits verpflichtet. Bachs Machtfülle ist nach seiner Wiederwahl bei nur noch einer Gegenstimme auf dem Höhepunkt. Einen Gegenkandidaten hatte es erst gar nicht mehr gegeben.

Schon vor seiner Amtszeit als IOC-Präsident hat Bach durch seine 2009 in Kopenhagen gehaltene Rede "Einheit in Vielfalt" gezeigt, was ihm wichtig ist: Zusammenhalt in Vielfalt. Dafür hat er als Präsident bis heute kaum einen Stein auf dem anderen gelassen im IOC-Sitz in Lausanne, bis zu dieser absolutistisch anmutenden Wahl.

Thomas Bach ist wie erwartet als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wiedergewählt worden. Seine größte Herausforderung: Die Spiele in Tokio in Corona-Zeiten.

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Pragmatischer IOC-Präsident

Nach innen hat Bach alles getan, um seine Sichtweise im IOC zu stärken, nach außen blieb er oft mehr als zurückhaltend. Der Glaubwürdigkeitsverlust im Umgang mit Doping und besonders mit dem russischen Betrug wiegt bis heute schwer. Da fällt kaum auf, wie stark sich sein Ringe-Konzern in der Nachverwertung von olympischen Doping-Proben hervortat. In der Geschichte des IOC wurde eine Rekordzahl von Dopingsünder*innen lange Zeit nach den Spielen von 2008 und 2012 disqualifiziert.

Ein leichtes Olympia oder fröhliche Spiele hatte Bach bisher in seiner Amtszeit noch nicht erlebt: Betrugsspiele in Sotschi 2014, Pleite-Sommerspiele in Rio 2016, politische in Pyeongchang 2018 und aktuell die verschobenen Pandemiespiele in Tokio. Dazu vor der Brust die ökologisch brisanten Winterspiele in Peking mit der Frage nach den Menschenrechtsverletzungen in China. Unter diesen Kraftakten wäre manch einer zerbrochen, der pragmatische Ökonom Bach nicht.

Sport, Glanz und vor allem: Aufmerksamkeit. Für Chinas Regierung sind die olympischen Winterspiele 2022 in Peking unverhandelbar. Züge und Lifte sind bereit und auch viele Chines*innen stimmen sich jetzt schon auf das Großereignis ein. Gleichzeitig …

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Bach: Kämpfen "wie ein olympischer Athlet"

Ein Olympia-Boykott, den Bach als Athlet bei den Spielen in Moskau 1980 erleben musste, soll sich nicht wiederholen, auch kein Ausfall der Spiele. Sein Versprechen: Gegen Corona und für die Spiele in Tokio "wie olympische Athleten zu kämpfen". Aber genau da hakt es weiterhin am Mitspracherecht für Athleten, obwohl Bach es selbst war, der 1981 mit 28 Jahren beim IOC-Kongress die Athleten-Kommission mitbegründet hatte.

Für seine menschlichen Qualitäten ist Bach im IOC nun gelobt worden. Diese Qualitäten könnte er auch öffentlich zeigen. Denn Macht funktioniert ohne Moral nicht, auch nicht im IOC, dem Vertreter des Weltsports.

Olympische Momente

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