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Rassismus-Eklat beim Radsport - "Hol die Kameltreiber": Moster in der Kritik

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BDR-Sportdirektor Patrick Moster sorgt während des olympischen Zeitfahrens mit rassistischen Anfeuerungsrufen für Empörung. Im ZDF-Interview entschuldigt er sich.

Patrick Moster am 28-07.2021 in Tokio
Im Zentrum der Kritik: BDR-Sportdirektor Patrick Moster
Quelle: sportstudio.de

Die Außenmikrofone ertappten Patrick Moster auf frischer Tat. Laut und deutlich war die rassistische Entgleisung des Sportdirektors der deutschen Radfahrer zu verstehen - er muss deshalb trotz einer umgehenden Entschuldigung um seinen Job fürchten.

"Hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm", hatte Moster seinem Schützling Nikias Arndt beim olympischen Zeitfahren zugerufen.

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Sturm der Entrüstung nach "Kameltreiber"-Aussage

"Die Aussage ist nicht akzeptabel", sagte BDR-Präsident Rudolph Scharping und ergänzte: "Wir werden darüber nach den Olympischen Spielen sprechen und dabei die Entschuldigung von Moster auch in die Bewertung einbeziehen, sowie den besonderen Stress, dem das deutsche Männer-Team Straße ausgesetzt war."

ARD-Kommentator Florian Nass zögerte keine Sekunde und kritisierte Moster während der Live-Übertragung umgehend, auch in den Sozialen Medien folgte ein Sturm der Entrüstung. Mosters Entschuldigung folgte schnell - ob sie ihm seinen Job rettet, ließ der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) offen.

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Nach Eklat: Moster entschuldigt sich

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5 min
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Moster entschuldigt sich für rassistische Aussage

Moster, seit 2012 Sportdirektor des Verbandes, versicherte im ZDF, dass es ihm "aufrichtig und von Herzen leid" tue. "Ich kann mich nur noch mal in aller Förmlichlichkeit für die getätigten Aussage entschuldigen", sagte der 54-Jährige. "Das darf nicht passieren." Das sei nicht sein normaler Sprachgebrauch. "Ich war mitten im Wettkampfgeschehen, direkt am Athleten. Der Sport lebt von Emotionen, diese Emotion war fehl am Platze."

Der von Moster angefeuerte Radfahrer Nikias Arndt reagierte inzwischen auf Twitter und distanzierte sich ausdrücklich von den Worten seines Sportdirektors. Für ihn würden Olympia und der Radsport für "Toleranz, Respekt und Fairness" stehen.

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Auch der DOSB reagierte auf den Eklat. "Das Team D steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben", sagte Präsident Alfons Hörmann und betonte: "Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat." Der DOSB will umgehend das persönliche Gespräch mit Moster suchen und die Situation aufarbeiten.

Vor Arndt fuhren ein Eritreer und ein Algerier

Vor Arndt waren der Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier und der Algerier Azzedine Lagab im Kampf gegen die Uhr auf die Strecke gegangen. Er könne es sich selbst nicht erklären, wie es zu dieser Äußerung gekommen sei, sagte Moster. Direkt im Anschluss an das Rennen, das der ehemalige Skispringer und letztjährige Tour-Zweite Primoz Roglic (Slowene) gewann, versuchte er eigenen Angaben zufolge, Kontakt mit den beiden betroffenen Fahrern aufzunehmen. Vergeblich.

So versuchte Moster vehement seine grundsätzlich antirassistische Haltung herauszustellen:

Ich bin in keinster Weise gegen ausländische Mitkonkurrenten in rassistischer Absicht oder ähnlichem unterwegs. [...] Ich schätze und achte die Leistungen, die von allen Sportlern hier gebracht werden.

Moster erwähnte zudem, dass er auch in seinem Bekanntenkreis Freunde mit Wurzeln aus Nordafrika habe. Ob all dies ihm am Ende seinen Job noch retten kann, wird er erst nach seiner Rückkehr in die Heimat erfahren.

Ehemalige und aktive schwarze Nationalmannschafts-Spieler*innen haben mit Rassismus schmerzliche Erfahrungen gemacht. In der Doku "Schwarze Adler" erzählen Betroffene ihre Geschichten.

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